| GNOME OS | |
|---|---|
| Entwickler | GNOME-Projekt |
| Lizenz(en) | Freie Software |
| Akt. Version | Preview auf Basis von GNOME 51.1 |
| Kernel | Linux |
| Architektur(en) | x86-64, AArch64 |
| Sprache(n) | mehrsprachig, u. a. Deutsch |
| os.gnome.org | |
GNOME OS ist ein Linux-basiertes Betriebssystem, das vom GNOME-Projekt entwickelt wird. Es dient in erster Linie als Entwicklungs-, Test- und Qualitätssicherungssystem für die Desktop-Umgebung GNOME und deren Kernanwendungen. GNOME OS ist ein abbildbasiertes (englisch image-based), unveränderliches System ohne klassische Paketverwaltung; zusätzliche Anwendungen werden über Flatpak installiert. Seit Oktober 2026 wird neben den täglichen Entwicklungsabbildern eine auf der jeweils aktuellen stabilen GNOME-Version beruhende Vorschauausgabe angeboten.
Der Begriff „GNOME OS“ wurde einer breiteren Öffentlichkeit auf der Entwicklerkonferenz GUADEC 2012 in A Coruña bekannt, wo die GNOME-Entwickler Xan López und Juan José Sánchez das Vorhaben vorstellten. Es war Teil weitergehender Überlegungen zur künftigen Ausrichtung des Projekts, die auch eine mögliche Version GNOME 4.0 für das Jahr 2014 umfassten. Der GNOME-Designer Allan Day stellte anschließend klar, dass GNOME OS nicht als eigenständige Linux-Distribution gedacht sei, sondern vorrangig als Plattform für Test und Entwicklung; die in einem Vortrag gefallene Bezeichnung „Distribution“ sei nicht wörtlich zu verstehen gewesen.
Im Umfeld von GNOME OS entstand ab 2012 unter der Leitung von Colin Walters das System GNOME Continuous (zeitweise „GNOME-OSTree“), eine Infrastruktur zur kontinuierlichen Integration und zum automatisierten Testen von GNOME. Aus diesem Projekt ging das Aktualisierungssystem OSTree hervor. GNOME OS nutzte OSTree über Jahre hinweg zur Verteilung des Wurzeldateisystems und zur Verwaltung von Aktualisierungen.
Im November 2023 gab die GNOME Foundation bekannt, vom Sovereign Tech Fund mit rund einer Million Euro gefördert zu werden. Zu den geförderten Arbeitspaketen im Bereich Qualitätssicherung gehörten die Umstellung von GNOME OS auf systemd-sysupdate, ein neues Installationsprogramm auf Basis von systemd-repart sowie Verbesserungen an der automatisierten Testumgebung openQA. An der Umsetzung war unter anderem das britische Unternehmen Codethink beteiligt. Erklärtes Ziel war es, die nächtlichen Abbilder von GNOME OS zu einem im Alltag nutzbaren System für Entwicklung und Qualitätssicherung weiterzuentwickeln.
Am 16. Oktober 2026 kündigte der GNOME-Entwickler Adrian Vovk die Ausgabe „GNOME OS Preview“ an. Anders als die nächtlichen Abbilder, die den jeweils neuesten Entwicklungsstand abbilden, beruht sie auf der aktuellen stabilen GNOME-Veröffentlichung, zum Zeitpunkt der Ankündigung GNOME 51.1. Die Ausgabe richtet sich an interessierte Anwender, die ein verlässlicheres System als die Entwicklungsversion suchen; als abgeschlossen oder stabil gilt sie jedoch ausdrücklich nicht. Eine als stabil bezeichnete Version soll erst erscheinen, wenn das Projekt einen dauerhaften Aktualisierungspfad zusichern kann. Als noch ausstehende Arbeiten wurden unter anderem die weitere Integration von systemd-homed, eine verbesserte Anbindung an das Trusted Platform Module (TPM), die Unterstützung von ARM-Geräten sowie ein umfangreicheres Installationsprogramm genannt.
GNOME OS wird mit dem Integrationswerkzeug BuildStream aus dem Projekt gnome-build-meta erstellt, in dem auch die übrigen Bestandteile von GNOME integriert werden. Grundlage ist das Freedesktop SDK, auf dem auch die Flatpak-Laufzeitumgebungen von GNOME aufbauen.
Das System ist abbildbasiert und unveränderlich: Das Betriebssystem wird als Ganzes ausgeliefert und aktualisiert, statt aus einzeln installierbaren Paketen zusammengesetzt zu werden. Eine Paketverwaltung und ein Paketarchiv für zusätzliche Software gibt es nicht; Anwendungen werden als Flatpak-Pakete bezogen. GNOME OS ist eng mit dem systemd-Ökosystem verzahnt.
Ab 2023 stellte GNOME OS sein Aktualisierungssystem schrittweise von OSTree auf systemd-sysupdate um, das seit systemd-Version 251 verfügbar ist. Ab Oktober 2023 wurden zunächst beide Varianten parallel angeboten. Ziel der Umstellung ist eine durchgängige Vertrauenskette vom Bootloader bis zu den Systemkomponenten (Verified Boot) sowie eine engere Integration in systemd. Für die grafische Verwaltung von Aktualisierungen entstanden ein D-Bus-Dienst, der zusammen mit polkit Aktualisierungen ohne Administratorrechte ermöglicht, sowie eine Erweiterung für GNOME Software.
GNOME OS setzt zur Verwaltung von Benutzerkonten auf systemd-homed, das eine stärkere Verschlüsselung der einzelnen Benutzerverzeichnisse ermöglicht. Mit der Preview-Ausgabe wurde dessen Unterstützung im gesamten System ausgebaut und mit dem Schlüsselbund der Sitzung verbunden, um die Sicherheit der Bildschirmsperre zu erhöhen.
Beide Ausgaben stehen auf der Website des Projekts zum Herunterladen bereit.
Fachmedien beschrieben GNOME OS lange Zeit als System für Entwickler, das sich nicht für den allgemeinen Einsatz eigne. Die Veröffentlichung der Preview-Ausgabe wurde als Schritt hin zu einem im Alltag nutzbaren Betriebssystem gewertet.