GONGO (Government-Organized Non-Governmental Organization, deutsch etwa staatlich initiierte bzw. regierungsnahe Nichtregierungsorganisation) bezeichnet Organisationen, die formal zwar als Teil der Zivilgesellschaft auftreten, jedoch von staatlichen Stellen gegründet, finanziert oder maßgeblich beeinflusst werden. Sie verfolgen in der Regel Ziele, die mit staatlichen politischen Interessen oder Strategien übereinstimmen, und dienen unter anderem der Unterstützung staatlicher Positionen oder der Vermittlung offizieller Sichtweisen. Die staatliche Einflussnahme ist dabei nicht immer transparent ausgewiesen.
Das Akronym GONGO ist ein Oxymoron, weil er „Nicht-Regierungsorganisation“ (NGO) mit „regierungsorganisiert“ kombiniert und damit die vermeintliche Unabhängigkeit solcher Akteure historisch und analytisch infrage stellt. In der politikwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Forschung wird die Bezeichnung insbesondere zur Analyse staatlich gelenkter Formen zivilgesellschaftlicher Organisationen verwendet. Der Ausdruck entstand in den 1980er Jahren.
GONGOs sind in der Regel in derselben oder vergleichbaren Rechtsformen wie Nicht-Regierungsorganisationen organisiert (z. B. als Vereine, Stiftungen), stehen aber tatsächlich in enger Beziehung zu staatlichen Institutionen. Die staatliche Einflussnahme kann dazu dienen, offizielle Politikziele zu verfolgen, internationale Legitimität zu gewinnen oder den öffentlichen Diskurs im In- und Ausland zu beeinflussen – während die Organisation formal wie eine staatlich unabhängige zivilgesellschaftliche Initiative wirken soll.
Forschungsarbeiten zur organisatorischen Unabhängigkeit von NGOs zeigen, dass staatliche Finanzierung zu erheblichen Abhängigkeits- und Legitimationsfragen führen kann: Wenn staatliche Gelder dominieren, verschiebt sich die Agenda stark in Richtung Regierungsprioritäten. In diesem Zusammenhang wird betont, dass die Autonomie von NGOs nicht allein durch die Rechtsform, sondern durch Finanzierungs-, Entscheidungs- und Governance-Strukturen bestimmt wird.
In der Forschung wird auch betont, dass staatliche Finanzierung allein nicht automatisch eine Staatlichkeit im klassischen Sinn begründet. Das entscheidende Kriterium sei die Art der Gründung, Kontrolle und strategischen Steuerung durch staatliche Akteure. In Demokratien wie den USA oder dem Vereinigten Königreich existieren hybride Formen wie die National Endowment for Democracy (NED) oder Westminster Foundation for Democracy die formal NGOs oder NGO-ähnliche Stiftungen sind, faktisch aber enge Verknüpfungen mit staatlichen Strategien aufweisen. Solche Organisationen werden daher in wissenschaftlichen Debatten über staatliche Einflussnahme im Kontext von GONGOs diskutiert.
In der wissenschaftlichen und journalistischen Literatur werden verschiedene konkrete Fälle von Organisationen analysiert, die als GONGOs charakterisiert oder im Zusammenhang mit dem Konzept diskutiert wurden. Dazu zählen unter anderem: