
Gabriel Liiceanu (* 23. Mai 1942 in Râmnicu Vâlcea, Rumänien) ist ein rumänischer Philosoph und Schriftsteller.

Liiceanu studierte Philosophie (Staatsexamen 1965) und Klassische Sprachen (Staatsexamen 1973) in Bukarest. 1976 promovierte er über das Thema „Tragicul. O fenomenologie a limitei şi depăşirii“ („Die Tragik. Eine Phänomenologie der Begrenzung und der Überholung“). Zwischen 1965 und 1975 arbeitete er als Forscher am Institut für Philosophie, von 1975 bis 1989 am Institut für Kunstgeschichte der Rumänischen Akademie der Wissenschaften. 1982–1984 war Liiceanu Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.
Liiceanu ist seit 1990 Leiter des Verlages Humanitas in Bukarest, seit 1992 Professor an der Fakultät für Philosophie der Universität Bukarest, seit 1999 Präsident des Verbands rumänischer Verleger. Er ist ein enger Freund von Andrei Pleșu, beide waren Schüler von Constantin Noica, dem rumänischen Philosophen, der eine Art Eliteschule in Păltiniș bei Hermannstadt in Rumänien gegründet und geleitet hat.
Er übersetzte Werke von Platon, David von Armenien und Martin Heidegger ins Rumänische.
Liiceanus Denken wurde vor allem von der Lebensphilosophie und der Phänomenologie beeinflusst. Er hat einen eigenen Stil entwickelt, der Autobiographie und Philosophie verbindet. Sein autobiographisches Werk „Jurnalul de la Pāltiniş“ („Das Tagebuch von Pāltiniş“), in dem er die Begegnungen mit Noica und dessen engsten Schülern schildert, war im kommunistischen Rumänien ein Bestseller (bis heute sind etwa 60.000 Exemplare verkauft worden) und wurde ins Englische, Französische, Polnische und Schwedische übersetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Liiceanu, Gabriel |
| KURZBESCHREIBUNG | rumänischer Philosoph und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 23. Mai 1942 |
| GEBURTSORT | Râmnicu Vâlcea, Rumänien |