Gabriele Hammermann (* 13. Mai 1962 in Düsseldorf) ist eine deutsche Historikerin. Seit 2009 leitet sie die KZ-Gedenkstätte Dachau.
Gabriele Hammermann studierte Neuere und Neueste Geschichte, mittelalterliche Geschichte, Kunstgeschichte und Soziologie an den Universitäten Trier und München, wo sie 1988 den Magister Artium erlangte. Von 1988 bis 1990 absolvierte sie ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom. 1995 wurde sie an der Universität Trier bei Wolfgang Schieder zum Thema Zwangsarbeit für den ‚Verbündeten‘. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Militärinternierten in Deutschland 1943–1945 promoviert. Dabei lieferte sie „erstmals eine umfassende, methodisch vielfältige Gesamtdarstellung des Schicksals der 600.000 Militärinternierten“, vor allem von deren Arbeits- und Lebensbedingungen. Die 2002 veröffentlichte Dissertationsschrift wurde ins Italienische übersetzt und 2005 mit dem Buchpreis „Premio Acqui Storia“ unter der Rubrik „wissenschaftliches historisches Buch“ ausgezeichnet.
Hammermann war von 1996 bis 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gedenkstätte Buchenwald, wo sie einen Teil der Dauerausstellung zum sowjetischen Speziallager Nr. 2 Buchenwald kuratierte. 1997 bis 2008 arbeitete sie als stellvertretende Leiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie war Teil des Ausstellungsteams, das die erste große, 2002/2003 abgeschlossene Neugestaltung der Dauerausstellungen in der Gedenkstätte verantwortete. Im Jahr 2009 trat sie die Nachfolge der langjährigen Leiterin Barbara Distel an. In ihrer Funktion war Gabriele Hammermann für die Neugestaltung der Gedenkstätte SS-Schießplatz Hebertshausen verantwortlich, die 2014 eröffnet wurde. 2019 stellte sie ein Konzept für die Neukonzeption der KZ-Gedenkstätte Dachau vor.
Gabriele Hammermann ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Beiräte, so der „Topographie des Terrors“, der Dokumentation Obersalzberg, des NS-Dokumentationszentrums München, der Halle 116 Augsburg und des Dokumentationszentrums zur Zwangsarbeit Berlin. Von 2009 bis 2012 gehörte sie der Deutsch-Italienischen Historikerkommission an, die 2008/2009 von den Außenministern der Italienischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland eingerichtet wurde, um die gemeinsame Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg zu erforschen. Sie verfasste Publikationen zur NS-Zwangsarbeit, zum KZ Dachau, zu Endphaseverbrechen und zum Internierungslager Dachau. Gabriele Hammermann lebt mit ihrem Ehemann in der Nähe von München.
| Personendaten | |
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| NAME | Hammermann, Gabriele |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Historikerin |
| GEBURTSDATUM | 13. Mai 1962 |
| GEBURTSORT | Düsseldorf |