Gabriele Proy

Das Billd ist im Querformat und zeigt zwei Frauen. Links steht Gabriele Proy die einen Arm um Carmen Ottner legt. Beide Frauen schauen lächelnd in die Kamera.
Gabriele Proy (links) und die österreichische Musikwissenschaftlerin Carmen Ottner (2013)

Gabriele Proy (* 25. März 1965 in Wien) ist eine österreichische Komponistin und Klangkünstlerin. Sie zählt zu den anerkanntesten zeitgenössischen Komponisten Österreichs und war von 2001 bis 2013 Präsidentin des Europäischen Forums Klanglandschaft.

Leben

Gabriele Proy absolvierte nach der Matura im Jahre 1983 ein Einführungspraktikum für Musiktherapie und studierte von 1983 bis 1985 Philosophie an der Universität Wien. Von 1984 bis 1992 studierte sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition bei Friedrich Neumann und Erich Urbanner, sowie eine Instrumentallehrerausbildung für Gitarre bei Gunter Schneider und Hans Hein. Ihr Diplom schloss sie im Jahr 1992 ebenda mit Auszeichnung ab. Im Anschluss daran studierte sie bis zum Jahr 1996 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Computermusik, Elektronische Medien und Elektroakustik bei Dieter Kaufmann und Tamas Ungvary.

Im Jahr 1997 schloss sie ebenda ein Studium der irregulären Klangkunst und Instrumentalpädagogik mit Diplom mit Auszeichnung und Mag.art. mit der Magisterarbeit „Klangzeichen - Klangsprache“ über Semiotik und Semantik in der Klangkunst ab.

Von 1997 bis 1999 arbeitete Proy als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsforum Medien-Welten der Universität für angewandte Kunst Wien. In den Jahren 1998 bis 2001 hatte sie einen Lehrauftrag für Sound-Design an der Donau-Universität Krems sowie von 2000 bis 2001 für Soundscape und Sound Design am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien.

Im Jahr 2003 hielt Proy Gastseminare an der La Trobe University in Melbourne und der New Bulgarian University in Sofia, im Jahr 2005 an der Accademia di Belle Arti di Catania in Italien sowie der University of the Sacred Heart in Tokio.

„Eine wesentliche Inspirationsquelle für meine Kompositionstätigkeit ist die Natur. Naturbezüge finden sich sowohl in meinen Instrumental-und Vokalwerken als auch in meinen Soundscape-Kompositionen. Im Liederzyklus Silber für Bariton und Orgel beispielsweise verweisen die drei Gesänge Pflaumenblüte, Mitten im Regen und Bäume, blätterlos nach Zen-Kôan auf eine Form der Naturbetrachtung als Meditation und eine mögliche Erfahrung von Transzendenz. Gleich einem „Zeitanhaltenwollen“ sollen meine Stücke eine gewisse innere Ruhe ausstrahlen und auch nach hochdramatischen Passagen in eine innere Ruhe einpendeln. Mein Ansatz in der Musik ist die Hörkunst: Es geht mir als Komponistin darum, dass die Zuhörerin, der Zuhörer ein intensives Hörerlebnis hat – ich möchte auch mit zeitgenössischer Komposition Menschen berühren.“

– Gabriele Proy: music austria musikdatenbank

Gabriele Proy war im Jahr 2011 Dozentin für Komposition an der IES Abroad Vienna und seit 2013 Leiterin der dortigen Kompositionsklasse. Zudem ist sie als freischaffende Komponistin, Klangkünstlerin und Instrumentalpädagogin tätig.

Proy wurde 2013 mit dem Österreich-Auftrag zur europäischen Kulturhauptstadt Marseille-Provence-2013, zum Österreich-Japan-Jahr-2009 und zum EU-Japan-Jahr-2005 ausgezeichnet.

Am 27. April 2025 wurde anlässlich des Staatsakts zum Gedenken an „80 Jahre Unabhängigkeit Österreichs“ in der Wiener Hofburg das Streichsextett "Achtzig" von Gabriele Proy uraufgeführt. Es handelte sich dabei um den ersten Kompositionsauftrag dieser Art, der durch die Republik Österreich vertreten durch die Präsidentschaftskanzlei vergeben wurde.

Auszeichnungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Ensemblemusik

Solomusik

Elektronische Musik

Bühnenmusik

Orchestermusik

Commons: Gabriele Proy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Alexander Rausch: Proy, Gabriela (Gabriele). In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Biografie Gabriele Proy. Musikdatenbank von mica – music austria, 16. Juli 2021; abgerufen am 24. Oktober 2021.
  3. ↑ 2004 | mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Abgerufen am 20. Mai 2025.
  4. ↑ Preis der Stadt Wien. Musik (1947 – dato) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  5. ↑ Kulturpreisgala im Festspielhaus St. Pölten. In: ots.at. 5. November 2022, abgerufen am 5. November 2022.
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  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Werkeauszug von Gabriele Proy (PDF) komponistenbund.at; abgerufen am 24. Oktober 2021.
Personendaten
NAME Proy, Gabriele
KURZBESCHREIBUNG österreichische Komponistin
GEBURTSDATUM 25. März 1965
GEBURTSORT Wien