Gabriele Proy (links) und die österreichische Musikwissenschaftlerin Carmen Ottner (2013)
Gabriele Proy (* 25. März1965 in Wien) ist eine österreichischeKomponistin und Klangkünstlerin. Sie zählt zu den anerkanntesten zeitgenössischen Komponisten Österreichs und war von 2001 bis 2013 Präsidentin des Europäischen Forums Klanglandschaft.
Im Jahr 1997 schloss sie ebenda ein Studium der irregulären Klangkunst und Instrumentalpädagogik mit Diplom mit Auszeichnung und Mag.art. mit der Magisterarbeit „Klangzeichen - Klangsprache“ über Semiotik und Semantik in der Klangkunst ab.
„Eine wesentliche Inspirationsquelle für meine Kompositionstätigkeit ist die Natur. Naturbezüge finden sich sowohl in meinen Instrumental-und Vokalwerken als auch in meinen Soundscape-Kompositionen.
Im Liederzyklus Silber für Bariton und Orgel beispielsweise verweisen die drei Gesänge Pflaumenblüte, Mitten im Regen und Bäume, blätterlos nach Zen-Kôan auf eine Form der Naturbetrachtung als Meditation und eine mögliche Erfahrung von Transzendenz.
Gleich einem „Zeitanhaltenwollen“ sollen meine Stücke eine gewisse innere Ruhe ausstrahlen und auch nach hochdramatischen Passagen in eine innere Ruhe einpendeln. Mein Ansatz in der Musik ist die Hörkunst: Es geht mir als Komponistin darum, dass die Zuhörerin, der Zuhörer ein intensives Hörerlebnis hat – ich möchte auch mit zeitgenössischer Komposition Menschen berühren.“
– Gabriele Proy: music austria musikdatenbank
Gabriele Proy war im Jahr 2011 Dozentin für Komposition an der IES Abroad Vienna und seit 2013 Leiterin der dortigen Kompositionsklasse. Zudem ist sie als freischaffende Komponistin, Klangkünstlerin und Instrumentalpädagogin tätig.
Proy wurde 2013 mit dem Österreich-Auftrag zur europäischen Kulturhauptstadt Marseille-Provence-2013, zum Österreich-Japan-Jahr-2009 und zum EU-Japan-Jahr-2005 ausgezeichnet.
Am 27. April 2025 wurde anlässlich des Staatsakts zum Gedenken an „80 Jahre Unabhängigkeit Österreichs“ in der Wiener Hofburg das Streichsextett "Achtzig" von Gabriele Proy uraufgeführt. Es handelte sich dabei um den ersten Kompositionsauftrag dieser Art, der durch die Republik Österreich vertreten durch die Präsidentschaftskanzlei vergeben wurde.
Auszeichnungen (Auswahl)
1994: Kompositionsförderung des Bundeskanzleramts Österreich für Kunst und Kultur
1995: Preisträgerin des Kompositionswettbewerbs „Zeitgleich“ der Universität Innsbruck und des Vereins Transit (für Klangquote – Interaktive Klanginstallation)