Gamma Ray Burst Precursor

Ungefähr 15 Prozent aller astronomischen Gammablitze zeigen einen oder mehrere Vorläufer, diese werden als Gamma Ray Burst Precursor bezeichnet. Dabei handelt es sich um bis zu 100 Sekunden vor dem Hauptausbruch auftretende Strahlung mit etwa 100 mal schwächerer Leuchtkraft. Vor der Haupteruption folgt meistens eine Phase, in der keine Strahlung nachgewiesen wird. Das Spektrum entspricht dem des Hauptausbruchs. Wenn mehrere Precursors beobachtet werden, liegen zwischen ihnen jeweils Ruhephasen von rund 10 Sekunden.

Eigenschaften

Die Vorläufer von Gammastrahlenausbrüchen haben die folgenden Eigenschaften:

Interpretationen

Ursprüngliche Hypothesen eines Zwei-Stufen-Modells wurden durch die Beobachtung von mehreren Precursors bei einigen Gammablitzen entkräftet. Stattdessen dürfte der zentrale Mechanismus, der den Hauptausbruch erzeugt, auch für die Vorläufer verantwortlich sein.

Keine der aufgeführten Hypothesen kann alle beobachteten Vorläufer erklären und ihre Eigenschaften vorhersagen.

Begriffsabgrenzung

Bei einem Teil der langen Gammablitze wird nach dem Abklingen des Nachleuchtens eine Supernova nachgewiesen. Nach der Hypothese des Induced Gravitational Collapse entstehen Gammablitze in engen Doppelsternsystemen, bei denen eine Stripped-Envelope Supernova den Kollaps eines Begleiters, eines Neutronensterns, einleitet. Beim Kollaps des Neutronensterns entsteht der Gammablitz. Im Rahmen dieses Modells werden die Supernovae vom Typ Ib/c ebenfalls als Precursor bezeichnet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Maria Grazia Bernardini et al.: How to switch on and off a Gamma-ray burst through a magnetar. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1306.0013v1.