Gapping

Gapping (von englisch gap „Lücke“; auch: Lückenbildung) ist ein Begriff der Sprachwissenschaft, insbesondere der Syntax, und bezeichnet das Auslassen (Ellipse) eines Aktanten oder des Prädikats unter Koordinationsbedingungen (vgl. Parataxe). Der Begriff wurde ursprünglich 1970 von John Robert Ross im Rahmen der generativen Transformationsgrammatik geprägt, ist aber auch unter Funktionalisten gebräuchlich.

Terminologie

Um die Struktur von Gapping-Sätzen zu beschreiben, werden in der Linguistik folgende Fachbegriffe verwendet

Anhand des Beispiels sollen die Ausdrücke verdeutlicht werden:

Carlo streichelt einen Hund und Maria streichelt eine Katze.

Der Satzteil Carlo streichelt einen Hund stellt das Konjunkt mit Korrelat dar, streichelt ist spezifisch das Antezedens. Im zweiten Satzteil stellt Maria streichelt eine Katze das Konjunkt mit Gap dar, spezifisch sind Maria und eine Katze jeweils Remnants, streichelt wird zum Gap.

Syntaktische Bedingungen und Beschränkungen

Damit Gapping als grammatisch korrekt empfunden wird, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

Theoretische Erklärungsansätze

In der Forschung werden verschiedene Modelle zur Erklärung von Gapping diskutiert, die zumeist von einem Tilgungsansatz ausgehen:

Beispiele

Im folgenden Beispiel wird das Subjekt ausgelassen:

Hans liest sein Buch und (Hans) raucht eine Zigarre.

In diesem Beispiel wird das Prädikat ausgelassen:

Hans liest sein Buch, Petra (liest) ihre Zeitschrift.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 John Robert Ross: Constraints on variables in syntax. 1967.
  2. 1 2 Féry, C., & Hartmann, K: The focus and prosodic structure of German Right Node Raising and Gapping. The Linguistic Review, 22(1), 69-116, 2005, abgerufen am 3. März 2026.
  3. ↑ Chris Wilder: Right Node Raising and the LCA. In: Proceedings of WCCFL (Vol. 18, pp. 586-598). Cascadilla Press Somerville MA, 1999, abgerufen am 3. März 2026.