| Garten-Feldrittersporn | ||||||||||||
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Garten-Feldrittersporn (Consolida ajacis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Consolida ajacis | ||||||||||||
| (L.) Schur |
Der Garten-Feldrittersporn (Consolida ajacis, Synonym Delphinium ajacis), auch Gartenrittersporn und Hyazinthenblütiger Sommerrittersporn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feldrittersporne (Consolida) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist ursprünglich im warmen bis warmgemäßigten Europa und Afrika beheimatet und wird mit einigen Sorten als Zierpflanze verwendet.


Der Garten-Feldrittersporn ist wie alle Feldrittersporn-Arten eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 cm. Die Stängel sind kahl bis spärlich flaumig behaart.
Es sind 2 bis 20 oder mehr wechselständige Laubblätter vorhanden. Die unteren Laubblätter sind gestielt und die obersten sitzen. Die bei einem Durchmesser von 1 bis 5 cm im Umriss kreisförmige Blattspreite ist kahl bis flaumig behaart; sie ist fiederteilig und besitzt 12 bis 60 oder mehr Blattabschnitte. Die Blattabschnitte sind höchstens 1,5 mm breit.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die traubigen Blütenstände sind einfach oder besitzen höchstens drei Verzweigungen und enthalten meist 6 bis 30, selten bis zu 75 Blüten. Mindestens die untersten zwei Tragblätter besitzen fünf oder mehr Blattabschnitte. Die mehr oder weniger flaumig behaarten Vorblätter sind bei einer Länge von 1 bis 5 mm mehr oder weniger linealisch und erreichen den Blütengrund nicht und sind von ihm meist 4 bis 20 mm entfernt. Der aufsteigende oder spreizende, meist 1 bis 3, selten bis zu 5 cm lange Blütenstiel ist mehr oder weniger flaumig behaart.
Die zwittrige Blüte ist zygomorph. Von den fünf äußeren Blütenhüllblättern sind die unteren 8 bis 18 mm lang sowie 4 bis 8 mm breit und die seitlichen sind 8 bis 18 mm lang sowie 6 bis 14 mm breit. Von den inneren Blütenhüllblättern sind die seitlichen 3 bis 6 mm lang und die oberen 5 bis 8 mm lang sowie 2 bis 4 mm breit. Die Farbe der fast kahlen Blütenhüllblätter ist blau, blauviolett bis purpurfarben, bei den Sorten auch hellblau, weiß, rosa oder rot. Bei manchen Sorten sind die Blüten gefüllt. Der Sporn besitzt eine Länge von 12 bis 20 mm. Es sind viele Staubblätter vorhanden. Der Griffel ist 2 bis 2,5 mm lang.
Die flaumig behaarten Balgfrüchte sind 12 bis 25 mm lang und im Unterschied zum Gewöhnlichen Feldrittersporn behaart. Die Samen sind schwarz.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Consolida ajacis kommt ursprünglich im warmen bis warmgemäßigten Europa und Asien vor. Er hat sich auch nach Nordamerika, Nordafrika, Australien und Neuseeland ausgebreitet. Es gibt Fundortangaben für Zypern, die Türkei, Frankreich, Italien, Slowenien, auf der Balkanhalbinsel, Bulgarien, Rumänien sowie die Ukraine. In Deutschland und in der Schweiz kommt der Garten-Rittersporn angepflanzt und verwildert vor. Consolida ajacis wächst auf Schutt, an Straßenrändern, seltener auch auf Äckern bis in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Delphinium ajacis durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 531. Die Neukombination zu Consolida ajacis (L.) Schur wurde 1853 durch Philipp Johann Ferdinand Schur in Verhandlungen und Mittheilungen (Mitteilungen) des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften zu Hermannstadt, Band 4 (Anhang), Teil 3, Seite 47 veröffentlicht. Ein weiteres Synonym für Consolida ajacis (L.) Schur ist Delphinium ambigua auct.
Der Garten-Feldrittersporn ist seit mindestens dem Ende des 18. Jahrhunderts in Kultur und wird auch heute noch vereinzelt als Zierpflanze für Sommerblumenbeete sowie als Schnittblume genutzt. Damit nicht zu verwechseln sind Garten-Rittersporne, die aus Hybriden unter Beteiligung des Hohen Rittersporns (Delphinium elatum) gezüchtet wurden. Der Garten-Feldrittersporn ist wegen seines Gehalts an verschiedenen Alkaloiden (vor allem dem nach ihm benannten Ajaconin) giftig. Er wurde auch schon in der Volksmedizin verwendet, etwa von den nordamerikanischen Cherokee als Aufguss zur Behandlung von Herzbeschwerden.