Gaston Boissier

Gaston Boissier

Gaston Boissier (vollständiger Name Marie-Louis-Antoine-Gaston Boissier, * 15. August 1823 in Nîmes; † 10. Juni 1908 in Viroflay) war ein französischer Althistoriker und Klassischer Philologe.

Leben

Boissier entwickelte bereits früh ein Interesse an Archäologie und Epigraphik. Er studierte an der École normale supérieure in Paris Philologie und unterrichtete anschließend als Professor der Rhetorik an der höheren Schule in Angoulême. Später wechselte er nach Paris, zuerst an das Lycée Charlemagne, danach an die École normale superieure und schließlich 1869 als Professor der lateinischen Poesie an das Collège de France. 1885 wechselte er auf den Lehrstuhl für Geschichte der lateinischen Literatur, den er bis 1906 innehatte.

Boissier gehörte zu den bedeutendsten Altertumswissenschaftlern seiner Zeit. Seine Studien über römische Literatur und Geschichte, darunter mehrere Standardwerke, wurden in aller Welt rezipiert und brachten ihm reiche Anerkennung ein. 1876 wurde er in die Académie française berufen, wo er ab 1895 als ständiger Sekretär fungierte. Ab 1882 war er ordentliches auswärtiges Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften, ab 1886 ordentliches Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres und ab 1894 korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. 1904 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er stand mit vielen Forschern des In- und Auslandes im Austausch, darunter vor allem Theodor Mommsen.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Commons: Gaston Boissier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Gaston Boissier – Quellen und Volltexte (französisch)
Personendaten
NAME Boissier, Gaston
ALTERNATIVNAMEN Boissier, Marie-Louis-Antoine-Gaston (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französischer Althistoriker und Klassischer Philologe
GEBURTSDATUM 15. August 1823
GEBURTSORT Nîmes
STERBEDATUM 10. Juni 1908
STERBEORT Viroflay