Als Ghostword, auch Geisterwort (lateinisch: Vox nihili), bezeichnet man ein (zufällig) durch Schreib-, Druck- oder Aussprachefehler entstandenes neues Wort.
Beispiele
Ein Beispiel hierfür ist die Entstehungsgeschichte des Künstlernamens Hamsun, der aus einem Schreibfehler bei der Niederschrift des eigentlich erdachten Pseudonyms Hamsund entstand.
Als „bedeutendstes Geisterwort der lexikographischen Geschichte“ gilt der Begriff Dord, der von 1934 bis 1947 versehentlich in der zweiten Edition von Webster’s New International Dictionary stand.
Ein weiteres Geisterwort ist das grönländischeniarna, das aus einer Falschschreibung für ernera („sein Sohn“) entstand und rund 150 Jahre lang vor allem für den Sohn Gottes genutzt wurde.
Zenit kommt vom arabischen سمت الرأس/ samt ar-raʾs/ ‚Richtung des Kopfes‘. Durch Schreibfehler und falsche Lesarten wurde in mittelalterlichen Texten aus samt die Schreibweise cemt oder zemt und daraus cenit beziehungsweise zenit.