
Eine Gelb-Rote Karte ist eine Sanktion im Mannschaftssport, indem zur zweiten Gelben Karte im selben Spiel zusätzlich die Rote Karte gezeigt wird. Die Rote kann zeitlich unmittelbar nach der Gelben gezeigt werden (wie im Fußball) oder zeitgleich mit der Gelben (wie im Volleyball). Wie bei der Roten Karte wird ein Spieler vom restlichen Spielverlauf ausgeschlossen. Die Gelb-Rote Karte wird umgangssprachlich wegen der Farbähnlichkeit auch als Ampelkarte bezeichnet.

Die Karte wird im Fußball gezeigt, wenn ein bereits mit der Gelben Karte verwarnter Spieler im selben Spiel einen weiteren Regelverstoß begeht, der ebenfalls mit Gelb geahndet werden müsste. Der betroffene Spieler wird nicht ersetzt, wodurch seine Mannschaft für den Rest der Spielzeit einen Akteur weniger hat.
Nach einer Gelb-Roten Karte verlässt der bestrafte Spieler das Spielfeld. Anschließend gibt der Schiedsrichter das Spiel mit einem Pfiff wieder frei.
In Deutschland wird in allen Wettbewerben oberhalb der Oberliga der Spieler für das nächste Spiel im selben Wettbewerb gesperrt. In den unteren Ligen ist es in den einzelnen Verbänden unterschiedlich geregelt.
Gelb-Rote Karten sind im Unterschied zu Roten Karten in Deutschland nicht per Video-Assistent überprüfbar.
Die Gelb-Rote Karte wurde erst zur Saison 1991/92 eingeführt und ist keine eigene Karte, sondern wird vom Schiedsrichter dadurch signalisiert, dass er nacheinander erst die Gelbe, dann die Rote Karte zeigt. Vor 1991 wurde ein Spieler direkt mit einer Roten Karte vom Platz geschickt. Es war daher nicht immer ersichtlich, ob der Schiedsrichter diesen wegen einer zweiten Gelben Karte oder wegen eines einer Roten Karte würdigen Regelverstoßes vom Platz stellte.
Die erste Gelb-Rote-Karte in der Bundesliga bekam am 20. August 1991 Stefan Effenberg von Schiedsrichter Michael Malbranc beim Spiel FC Bayern München gegen FC Schalke 04 gezeigt.
Eine nicht offizielle Gelb-Rote Karte zeigte der österreichische Schiedsrichter Helmut Kohl bereits 1990 bei der Weltmeisterschaft im Spiel Deutschland – Tschechoslowakei dem bereits verwarnten Spieler Ľubomír Moravčík, der aus Verärgerung seinen Schuh weggeschleudert hatte. Kohl griff versehentlich zur Gelben Karte und zeigte danach erst die Rote, die zu Boden gefallen war.
In einem Vorrunden-Spiel der WM 2006 gegen Australien bekam der Kroate Josip Šimunić als erster Spieler bei einer WM irrtümlich zwei Gelbe Karten, ehe er in der Nachspielzeit von Schiedsrichter Graham Poll beim dritten Vergehen mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Aufgrund der darauf folgenden Kritik der FIFA-Verantwortlichen beendete der englische Schiedsrichter seine internationale Karriere und zog sich bald darauf auch gänzlich von seiner Tätigkeit als Schiedsrichter zurück.
Am 15. September 2012 bekam der vorher nicht verwarnte Spieler Szabolcs Huszti im Bundesligaspiel Hannover 96 – Werder Bremen die Gelb-Rote Karte für verbotenen Torjubel über ein und dasselbe Tor gezeigt. Er war auf den Zaun des eigenen Fanblocks gestiegen und hatte sich das Trikot ausgezogen. Schiedsrichter Deniz Aytekin sah darin regelkonform zwei Einzelverstöße, die jeder für sich mit Gelb geahndet werden müssen und erteilte Huszti den Platzverweis, zeigte die Gelbe Karte dabei jedoch nur einmal.
Anders als im Fußball wird im Volleyball bei einer Gelb-Roten die Rote nicht nach der Gelben, sondern zeitgleich mit der Gelben gezeigt – in zwei Varianten: beide in derselben Hand – und in jeder Hand je eine.
Im Volleyball werden drei Stufen ungebührlichen Verhaltens unterschieden:
Solch Verhalten wird mit einer Gelb-Roten Karte angezeigt, was nur in der Kompetenz des ersten Schiedsrichters liegt, der die zu verhängende Sanktion anzeigt. Diese kombinierte Karte (gelb mit rot gleichzeitig) kommt in zwei Ausführungen vor: zusammen und getrennt gehalten.
Wenn ein sich auf dem Spielfeld befindender Spieler hinausgestellt oder disqualifiziert wird, wird er durch einen anderen Spieler ersetzt. Dazu muss ein normaler Wechsel genutzt werden. Nur wenn dies nicht möglich ist, darf auch ein ausnahmsweiser Wechsel durchgeführt werden. Die Mannschaft verliert den Satz bzw. das Spiel, wenn auch ein ausnahmsweiser Wechsel nicht möglich ist.
Im Beachvolleyball gibt es ähnliche Regeln. Hier ist bei einer Hinausstellung resp. einer Disqualifikation der Satz resp. das Spiel sofort beendet. Die schuldige Mannschaft verliert, da der disqualifizierte Spieler nicht mehr einsetzbar ist und die Mannschaft für den Satz resp. das Spiel unvollständig bleibt. Sowohl beim Hallen- als auch beim Beachvolleyball werden der gegnerischen Mannschaft die für den Satz- bzw. Spielgewinn fehlenden Punkte und Sätze zuerkannt. Die schuldige Mannschaft behält ihre Punkte und Sätze.