| Carolina-Jasmin | ||||||||||||
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Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gelsemium sempervirens | ||||||||||||
| (L.) J.St.-Hil. |
Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gelsemium innerhalb der Familie der Gelsemiaceae. Sie hat ein Verbreitungsgebiet von Guatemala über die südöstlichen USA, nördlich bis Virginia. Sie wird wegen ihrer dekorativen gelben Blüten als Zierpflanze verwendet.

Obwohl diese Pflanzenart im deutschen Sprachraum selten zu sehen ist, gibt es einige verschiedene Namen, die außerdem noch eine Verwechslung mit anderen als „Jasmin“ bezeichneten Pflanzen ermöglichen.

Im Deutschen wird der Carolina-Jasmin häufig als Gelber Jasmin bezeichnet; dieser Name ist insofern irreführend, als auch der bekannte Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) gelb blüht. Auch die Bezeichnung „Falscher Jasmin“ ist mehrdeutig, da mit diesem Namen auch der im deutschen Sprachraum häufiger angepflanzte Pfeifenstrauch bezeichnet wird.
Weitere neuere „umgangssprachliche“ Bezeichnungen sind Giftjasmin und Dufttrichter.
Mit den als „Jasmin“ bezeichneten Pflanzen der Gattung Jasminum ist der Carolina-Jasmin botanisch nicht verwandt.
Die englischsprachigen Trivialnamen lautet „Yellow Jessamine“ oder „Carolina Jessamine“.
Carolina-Jasmin ist eine immergrüne Liane, also eine verholzende Kletterpflanze. Die dünnen, kahlen Sprossachsen führen Milchsaft, sind nicht behaart und schlingen sich um passende Stützen, so klettert diese Pflanzenart bis zu 6 Meter hoch.
Die kurz gestielten Laubblätter sind gegenständig, glänzend dunkelgrün, eilanzettlich bis schmal-eiförmig, spitz bis zugespitzt und etwa 5 bis 10 Zentimeter lang. Sie sind ledrig, kahl und ganzrandig. In kalten Wintern verliert die Pflanze ihre Blätter teilweise, sie werden dann violett, im Großteil ihres natürlichen Verbreitungsgebietes ist sie aber immergrün. Die Nebenblätter sind reduziert.
Die Blüten befinden sich einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln an den Enden der Sprossachsen. Die Blüten öffnen sich im Frühjahr und duften angenehm. Die Blütenstiele sind kurz.
Die heterostylen und zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind rein-gelb, manchmal mit orangefarbenem Schlund, sind glockenförmig verwachsenen mit kurzen, dachigen Kronlappen. Die fünf Staubblätter sitzen in der Kronröhre. Der abgeflachte Fruchtknoten ist oberständig mit einem oben vierästigen Griffel. Der Nektar gilt als giftig.
Die flache, zweikammerige Kapselfrucht ist bis zu 2 Zentimeter groß und geschnäbelt; sie öffnet sich septizid, vierklappig und enthält mehrere Samen. Die geflügelten Samen sind elliptisch, flach und sind mit Flügel bis 1 Zentimeter lang.
Das Artepitheton sempervirens bedeutet „immergrün“.
Eine frühe Beschreibung und Abbildung findet sich 1754 in Catesbys „Natural History“, wo diese Pflanzenart als „Gelseminum, sive Jasminum luteum odoratum Virginianum scandens, semper virens“ bezeichnet wird. Catesbys Text und Illustration sind detailliert und zutreffend, sie bilden die Grundlage für Linnés Zuordnung zur Gattung Bignonia als Bignonia sempervirens. Schon Jussieu zweifelt an der Zugehörigkeit zu Bignonia und stellt 1789 die Gattung Gelsemium mit Gelsemium sempervirens als damals einzig bekanntem Vertreter auf.
1805 beschreibt dann Jaume Saint-Hilaire die Pflanze in seinem Werk „Exposition des Familles Naturelles et de la Germination des Plantes“. 1811 taucht sie bei William Townsend Aiton auf, der eine Auflistung aller in den Kew Gardens wachsenden Pflanzen herausgibt, woraus hervorgeht, dass der Carolina-Jasmin schon seit 1640 dort kultiviert wird. Beide Autoren, Jaume Saint-Hilaire sowie W. T. Aiton, werden in der Literatur als Erstbeschreibende genannt. Doch ist die Beschreibung bei Saint-Hilaire die ältere.
Während diese Art lange Zeit zur Familie der Loganiaceae gerechnet wurden und unter diesem Namen in der meisten Literatur zu finden sind, stellte man sie 1994 zu einer eigenen Familie der Gelsemiaceae. Neuere genetische Untersuchungen stützen diese Aufteilung.
Obwohl die ganze Pflanze bei Verzehr für den Menschen sehr stark giftig ist, wird sie sowohl als Zierpflanze als auch zum Herstellen von Arznei verwendet.
Carolina-Jasmin wurde von den Indianern Nord- und Mittelamerikas zum Fischfang benutzt. Die Otomí-Indianer stellten auch aus der Wurzel der Carolina-Jasmin-Pflanze den Gifttrank „Bebo-sito“ (gläserner Sarg) her, welche die Opfer, bei vollem Bewusstsein, lähmte. Höhere Dosen bewirken eine Atemlähmung, die zum Tode führt.
Carolina-Jasmin wird wegen seiner dekorativen, duftenden Blüten als Zierpflanze verwendet. Besonders im Südosten der USA ist er beliebt, in South Carolina ist er sogar „state flower“. In Mitteleuropa wird er wegen seiner geringen Frosttoleranz selten im Freiland gepflanzt, ist aber manchmal als Kübelpflanze erhältlich.
Die Royal Horticultural Society hat Carolina-Jasmin 1993 mit einem Award of Garden Merit ausgezeichnet.
Es existiert eine gefülltblühende Sorte namens 'Pride of Augusta'.
Gärtnerisch vermehrt wird diese Art durch Stecklinge, sie wurzelt unabhängig vom Zeitpunkt des Steckens leicht und ist in der Kultur unproblematisch.
Für die von der traditionellen medizinischen Verwendung beanspruchten Anwendungsgebiete (Asthma bronchiale, Migräne, Neuralgien) ist die Wirksamkeit nicht belegt und wird deshalb von der Kommission E (pflanzliche Arzneimittel) nicht empfohlen.
Wichtige Inhaltsstoffe sind verschiedene Alkaloide (Gelsemin, Gelsemicin, Gelsedin, Sempervirin), Stärke, ätherisches Öl, Resin.
Das Homöopathikum Gelsemium sempervirens (Kurzform: Gels) wird aus dem frischen Wurzelstock (Gelsemii rhizoma) der Pflanze hergestellt und wird insbesondere bei Störungen des Nervensystems (z. B. Krämpfe, Schwäche, Zittern, Lähmungen) verabreicht. In Deutschland ist Gelsemium sempervirens verschreibungspflichtig bis einschließlich D3 Potenz.