| elektrische Ladung |
Generation 1 | Generation 2 | Generation 3 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leptonen | â1 | Elektron | Myon | Tauon | |||
| 0 | Elektron- Neutrino |
Myon- Neutrino |
Tauon- Neutrino |
||||
| Quarks | +2â3 | Up | Charm | Top | |||
| â1â3 | Down | Strange | Bottom | ||||
In der Teilchenphysik werden die zwölf bekannten elementaren Materieteilchen oft in drei Generationen zu je vier Teilchen plus deren Antiteilchen eingeteilt (Die Bezeichnung âGenerationâ hat hier nichts zu tun mit beispielsweise âMutter-â und âTochterâ-ZustĂ€nden bei ZerfallsvorgĂ€ngen).
Jede Generation besteht aus einem elektrisch geladenen Lepton (Elektron, Myon oder Tauon), einem zugehörigen Neutrino und zwei Quarks. Alle Atome des Periodensystems und die aus ihnen aufgebauten Strukturen (MolekĂŒle, Zellen,âŠ) sind aus den Teilchen der ersten Generation aufgebaut: die den Atomkern bildenden Protonen und Neutronen bestehen aus Up- und Down-Quarks, die Elektronen der AtomhĂŒlle sind selbst Elementarteilchen der ersten Generation.

Die zweite und dritte Generation werden oft nĂ€herungsweise als Kopien der ersten Generation mit gröĂerer Masse und ansonsten identischen Eigenschaften der Teilchen angesehen. Die MassenverhĂ€ltnisse der Teilchen aus unterschiedlichen Generationen folgen keinem bekannten Schema.
Die Annahme, Teilchen höherer Generationen seien Kopien der unteren Generationen mit lediglich gröĂeren Massen, ist praktisch, tatsĂ€chlich aber nur nĂ€herungsweise korrekt. Zum einen sind die Massen der Neutrinos bisher (2018) nicht bekannt. Zum anderen wird die Relation der Generationen untereinander durch die elektroschwache Symmetriebrechung verkompliziert. Durch diese Symmetriebrechung sind die MasseneigenzustĂ€nde der Quarks nicht mehr identisch zu ihren WechselwirkungszustĂ€nden der schwachen Wechselwirkung, sondern durch die CKM-Matrix miteinander verknĂŒpft. Das heiĂt, der Masseneigenzustand eines Quarks einer Generation ist eine Mischung aus den WechselwirkungseigenzustĂ€nden der gleichartigen Quarks aller Generationen und umgekehrt.
FĂŒr die geladenen Leptonen findet keine solche Mischung statt, stattdessen gilt im Standardmodell das Theorem der Lepton-UniversalitĂ€t. Es besagt, dass die elektrisch geladenen Leptonen (mit Ausnahme der Massen) exakte Kopien voneinander sind und sich somit ein Myon bezĂŒglich seiner Wechselwirkungen mit anderen Teilchen genau so wie ein Elektron verhĂ€lt. Unterschiede kommen lediglich durch die höhere Masse zustande, können aber drastisch sein â das Myon ist beispielsweise im Gegensatz zum Elektron nicht stabil. Allerdings deutet sich an, dass beim Bottom-Quark (einem Quark der 3. Generation) dieser Grundsatz aufgegeben werden muss. Es wird noch auf weitere Daten gewartet, aber derzeit (2021) liegt die Chance, dass es sich nur um zufĂ€llige Messabweichungen handelt, bei einem Tausendstel. Um als gesicherte Erkenntnis zu zĂ€hlen, wird ein Wert unter einem Millionstel benötigt. Nach bisheriger Messung bilden sich beim Zerfall von 1.000 Bottom-Quarks in 591 FĂ€llen ein Elektronenpaar und in den anderen 409 FĂ€llen ein Myonenpaar â nach der Lepton-UniversalitĂ€t sollten sich gleich viele Elektron- und Myonenpaare bilden.
Mit Ausnahme der nahezu masselosen Neutrinos können freie Teilchen der zweiten und dritten Generation aufgrund ihrer im Vergleich zur ersten Generation höheren Masse ĂŒber ein W-Boson unter anderem in Teilchen einer niedrigeren Generation zerfallen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass im Standardmodell die Leptonenfamilienzahl eine ErhaltungsgröĂe der schwachen Wechselwirkung ist. Das bedeutet, fĂŒr jedes zerfallende geladene Lepton einer Generation muss ein Neutrino derselben Generation bei diesem Zerfall erzeugt werden. Das Myon hat eine Lebensdauer von 10â5 Sekunden, das Tauon eine von 10â13 Sekunden.
Die Existenz einer vierten, fĂŒnften oder höheren Generation mit entsprechenden noch nicht experimentell nachgewiesenen Elementarteilchen kann nicht ausgeschlossen werden, aber es sind keine Hinweise fĂŒr weitere Generationen bekannt. Ein bekannter experimenteller Test auf das mögliche Vorhandensein weiterer Generationen ist eine Untersuchung der Lebensdauer des Z-Bosons am LEP. Da die Neutrinomassen der ersten drei Generationen sehr gering sind, könnte man annehmen, die Masse eines Neutrinos der vierten Generation sei kleiner als die halbe Masse des Z-Bosons. In diesem Fall könnte das Z-Boson in ein Neutrino und ein Antineutrino der vierten Generation zerfallen, was die Lebensdauer des Z-Bosons reduzieren wĂŒrde. Durch Vergleich der gemessenen Lebensdauer mit Berechnungen konnte die Existenz einer vierten Generation mit einer Neutrinomasse kleiner als 40 GeV/cÂČ mit 98 Prozent Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.