Georg Meissner

Professor Meissner
Professor Meissner

Georg Meissner oder Georg Meißner (* 19. November 1829 in Hannover; † 30. März 1905 in Göttingen) war ein deutscher Anatom und Physiologe.

Leben

Meissner war ein Sohn des Obergerichtsrats Adolf Meissner. Nach Abschluss der Schule in Hannover studierte er von Ostern 1849 bis Ostern 1853 Medizin und Naturwissenschaften an der Göttinger Georgia Augusta bei dem Physiologen Rudolf Wagner und dem Chirurgen Wilhelm Baum. 1851 begleitete er zunächst gemeinsam mit Theodor Billroth Rudolf Wagner auf dessen zoologischer Studienreise nach Triest. Anfang des Jahres 1853 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert, besuchte etwas später Paris und kam nach Berlin, um Vorlesungen bei Johannes Müller und Johann Lukas Schönlein zu besuchen.

Von Berlin wechselte Meissner nach München, wo er bald mit Justus Liebig Freundschaft schloss. Zudem assistierte er dem Zoologen Carl Theodor von Siebold und vertiefte seine anatomischen, embryologischen und zoologischen Kenntnisse. Er entdeckte den Plexus submucosus (auch Meissnerscher Plexus), welcher als Nervengeflecht an der Regulation der Darmtätigkeit beteiligt ist. Durch seine Veröffentlichung über die 1852 gemeinsam mit Rudolf Wagner entdeckten Tastkörperchen der Haut (Meissner-Körperchen) wurde er schnell in der wissenschaftlichen Welt bekannt. Durch die Empfehlung seiner Lehrer wurde er 1855 im Alter von knapp 26 Jahren als ordentlicher Professor der Anatomie und Physiologie nach Basel berufen.

Meissner wurde 1857 Professor der Physiologie und Zoologie in Freiburg im Breisgau und ab Ostern 1860 in Göttingen, wo er die Leitung des Physiologischen Instituts bis 1900 übernahm und bis zu seinem Tod als Lehrer wirkte. Max Verworn wurde sein Nachfolger. Außerdem arbeitete er über den Proteinstoffwechsel.

Meissner galt als „Meister des Tierversuchs“. Robert Koch wurde von ihm über den behutsamen Umgang mit Versuchstieren unterrichtet. Er stand mit seinem langjährigen Freund Theodor Billroth in Briefkontakt und gehörte einem Kreis von literarische und künstlerische interessierten Kollegen an, zu denen auch Karl Ewald Hasse und dessen Nachfolger Wilhelm Ebstein sowie Friedrich Wöhler und Jakob Henle gehörten.

Familie

Meißner war mit einer Tochter († 1887) des Münchner Dichters Franz von Kobell (1803–1882) und dessen Frau Karoline von Kobell (1801–1883) verheiratet, sie war eine Schwester der Schriftstellerin Luise von Kobell (13. Dezember 1827 – 28. Dezember 1901) die mit August von Eisenhart (3. November 1826 – 21. Dezember 1905) verheiratet war. Das Paar hatte mindestens zwei Söhne:

Nach dem Tod seiner Frau führte ihm seine jüngere Schwester den Haushalt. Am 26. März 1905 erlitt er eine Apoplexie, der er wenige Tage später erlag. Er wurde am 2. April auf dem Göttinger Friedhof beigesetzt.

Mitgliedschaften (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

Literatur

Commons: Georg Meissner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Heinrich Boruttau: Zum Andenken an Georg Meissner. In: Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere. Band 110, Heft 7–8, Hager, Bonn 6. Dezember 1905, S. 351–399 (Textarchiv – Internet Archive – mit Bildnis).
  2. ↑ Gundolf Keil: Robert Koch (1843–1910). Ein Essai. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 73–109, hier: S. 73.
  3. ↑ Franz Meißner †. In: ETZ: Elektrotechnische Zeitschrift: Ausg. A. VDE-Verlag, 1937, S. 1280 (google.de).
  4. ↑ Julius Pagel: Meissner, Paul. In: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1901, Sp. 1115 (Digitalisat. zeno.org).
  5. ↑ Mitgliedseintrag von Georg Carl Friedrich Meißner bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 3. April 2016.
  6. ↑ Mitglieder: Georg Meissner. Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 28. November 2025.
  7. ↑ Neuwahlen – D. Als Correspondierende Mitglieder a) Mathematisch-physikalische Classe. In: Sitzungsberichte der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Jahrgang 1863, Band 2. F. Straub, München 1863, S. 413 (books.google.de): „6) Dr. Meissner, Professor der Physiologie in Göttingen“
Personendaten
NAME Meissner, Georg
ALTERNATIVNAMEN Meißner, Georg
KURZBESCHREIBUNG deutscher Anatom und Physiologe
GEBURTSDATUM 19. November 1829
GEBURTSORT Hannover
STERBEDATUM 30. März 1905
STERBEORT Göttingen