Georg Biundo, eigentlich Georg Karl Josef Biundo, (* 10. Januar 1892 in Frankfurt am Main; † 11. Januar 1988 in Frankenthal (Pfalz)) war ein deutscher evangelischer Geistlicher und Historiker.
Georg Biundo war der Sohn des Kaufmanns Martin Biundo (1867–1905), dessen lombardischen Ahnen aus Locarno eingewandert waren, und seiner Gattin Barbara, geb. Kailitz aus Roxheim (1871–1958). Von Roxheim aus besuchte er das Progymnasium in Frankenthal und das Gymnasium in Ludwigshafen, wo er 1907 das Abitur bestand. Er studierte evangelische Theologie, Geschichte und Philosophie 1910 bis 1914 in Straßburg, Berlin und Heidelberg. In Heidelberg trat er dem farbentragenden akademisch-theologischen Verein Wartburg bei. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Freiwilliger bei einem bayerischen Pionierregiment diente, bestand er im Herbst 1918 sein Erstes Theologisches Examen in Speyer. Er trat in den Dienst der Protestantischen Landeskirche der Pfalz und war zunächst Stadtvikar in Kaiserslautern, wo er am 19. Januar 1919 ordiniert wurde, dann Stadtvikar in Ludwigshafen-Friesenheim, 1919 Pfarrer in Thaleischweiler und 1928 in Bellheim. 1932 bis 1946 wirkte er als Pfarrer in Annweiler am Trifels und promovierte 1941 an der Universität Heidelberg bei Walther Köhler mit einer Dissertation über den Reformator Kaspar Aquila.
In der Weimarer Republik war Biundo im Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten aktiv; 1933 schloss er sich den nationalsozialistischen Deutschen Christen an, und 1942 war er Mitarbeiter am Eisenacher Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben, das von den Deutschen Christen gegründet wurde.
Biundo nahm als Reserveoffizier am Zweiten Weltkrieg teil. 1944 wurde bei einem Bombenangriff der Alliierten sein Pfarrhaus in Annweiler zerstört und er selbst schwer verletzt. 1946 wurde er Pfarrer in Roxheim. Im selben Jahr wurde er Dozent und 1949 Honorarprofessor für rheinisch-pfälzische Kirchengeschichte an der Universität Mainz; er dozierte bis zum Sommersemester 1968. 1953 wurde er aufgrund seiner Dozententätigkeit vom aktiven Pfarrdienst beurlaubt und trat 1957 in den Ruhestand.
Biundo war in erster Ehe mit Wilhelmine Luise geb. Vatter aus Speyer (1883–1921) und in zweiter mit Elsa geb. Glück aus Langwieden (1899–1975) verheiratet.
Biundo veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Orts- und Kirchengeschichte. 1925 wurde er nach der Gründung des Vereins für Pfälzische Kirchengeschichte zum Schriftleiter der Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte ernannt, eine Funktion, die er bis 1958 innehatte. Sein 1930 herausgegebenes Pfälzisches Pfarrer- und Schulmeisterbuch wurde zum Standardwerk. Ersetzt wurde es später erst 1968 durch das ebenfalls von ihm bearbeitete Werk Die evangelischen Geistlichen der Pfalz seit der Reformation.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Biundo, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Geistlicher und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1892 |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main |
| STERBEDATUM | 11. Januar 1988 |
| STERBEORT | Frankenthal (Pfalz) |