Georg Lienhardt OPraem (* 29. Januar 1717 in Überlingen; † 9. Dezember 1783 in Roggenburg) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Prämonstratenser, Abt des Klosters Roggenburg, Theologe und Autor.
Christoph Conrad Xaver Lienhardt (auch: Lienhard oder Lienhart) ging in Überlingen zur Schule und studierte am Jesuiten-Lyceum in Konstanz, sowie an der von den Jesuiten geleiteten Universität Dillingen. 1735 trat er in das Prämonstratenserkloster Roggenburg ein und nahm den Ordensnamen Georg an. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1741 unterrichtete er an der Klosterschule und wurde im Kloster Novizenmeister und Prior. Von 1753 bis zu seinem Tod war er dreißig Jahre lang Abt von Roggenburg. Unter seiner Führung verdoppelte sich die Zahl der Mönche von 20 auf 40. Den kurz vor seiner Wahl durch den Vorgänger Caspar Geisler begonnenen Kirchen- und Klosterneubau prägte er entscheidend (im Zusammenwirken mit dem Baumeister Johann Martin Kraemer und dem Maler Franz Martin Kuen). Ab 1771 war er Generalvikar der Zirkarie Schwaben und ab 1778 Direktor des Schwäbischen Kollegiums der Reichsprälaten im Reichstag in Regensburg. Er starb 66-jährig an einem Schlaganfall.
Lienhardt kaufte 1766 eine bedeutende Bibliothek ein und publizierte selbst zwischen 1746 und 1782 ein Dutzend teils umfangreicher theologischer und ordenshistorischer Werke in lateinischer Sprache, die in jüngster Zeit von dem Prämonstratenser Ulrich Gottfried Leinsle (* 1948) gewürdigt wurden. Zur Dreihundertjahrfeier seines Geburtstags widmete ihm das Kloster 2017 eine Sonderausstellung.
Sein Werk „Ogdoas erotematum …“ wurde im Jahr 1747, ein Jahr nach dem Erscheinen auf den Index gesetzt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lienhardt, Georg |
| ALTERNATIVNAMEN | Lienhardt, Christoph Conrad Xaver; Lienhard, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Prämonstratenser, Abt und Autor |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1717 |
| GEBURTSORT | Überlingen |
| STERBEDATUM | 9. Dezember 1783 |
| STERBEORT | Roggenburg (Bayern) |