Georg Maus

Georg Heinrich Ludwig Gottfried Maus (* 5. Juni 1888 in Bottendorf; † 16. Februar 1945 in Hochstadt bei Lichtenfels) war ein deutscher Pädagoge, Mitglied der Bekennenden Kirche und christlicher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Stolperstein für Georg Maus, Hauptstraße 148 in Idar-Oberstein.

Maus stammte aus der Familie eines evangelischen Pfarrers der Kirche von Schaumburg-Lippe. Nach der Erlangung der Hochschulreife studierte er an der Philipps-Universität Marburg Evangelische Theologie und Sprachwissenschaften. Seit 1907 gehörte er dem Wissenschaftlich-Theologischen Verein Marburg (seit 1924 Turnerschaft Tuiskonia Marburg im VC) an. Er trat nach seiner Promotion zum Doktor der Philosophie ins Höhere Lehramt ein und lehrte an den verschiedenen Schulen im Umfeld von Wetzlar, in Benrath, Düsseldorf und Neuß. In Düsseldorf fand er eine feste Anstellung, musste aber trotzdem an verschiedenen Schulen der Stadt unterrichten. Nachdem er 1943 ausgebombt worden war, wurde er an das Göttenbach-Gymnasium nach Idar-Oberstein versetzt.

Obwohl er dem NS-Lehrerbund angehörte, war er seit ihrer Gründung ein Mitglied der Bekennenden Kirche. In seiner Benrather Wohnung fand die erste Sitzung des Bruderrates der BK statt. Auch zu bekenntnisorientierten Lehrern nahm er Kontakte auf und sprach bei Vorträgen öffentlich davon, dass nicht nur die NSDAP und die Deutschen Christen keinen Einfluss auf die Kirche haben dürften, sondern hielt auch an seinem Auftrag fest, den Religionsunterricht an seiner Schule zu halten. Als dieser teilweise vom Lehrplan abgesetzt wurde, gab er auf eigene Faust Ersatzunterricht. 1939 trat er aus dem NS-Lehrerbund aus.

Am 16. Mai 1944 wurde Maus in Koblenz in „Schutzhaft“ genommen und dann vor dem Volksgerichtshof wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ angeklagt und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei einem Bombenangriff wurde er verwundet und ins Gefängnis-Lazarett von Berlin-Moabit überführt. Kurz bevor die Rote Armee die Reichshauptstadt einnahm, wurde er in einem Gefängniszug auf Transport in das KZ Dachau geschickt. Ohne jegliche Verpflegung und Wasser starb Georg Maus in diesem Zug. Als Hungerleiche wurde er in Hochstadt bei Lichtenfels aus dem Zug geworfen. Nachdem der Leichnam mehrere Tage dort gelegen hatte, wurde er im nahe gelegenen KZ Flossenbürg begraben.

Ehrung

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Fabian Illing (Hrsg.): Historisches Mitgliederverzeichnis 1879–2008. Altherren-Vereinigung Schaumburgia-Tuiskonia und Turnerschaft Schaumburgia, Marburg 2008, S. 11.
  2. ↑ Kriegsgräberstätte in Flossenbürg, Block L Reihe 1B Grab 4950 (Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V)
  3. ↑ Liturgische Konferenz (Hrsg.): Das Kirchenjahr. Evangelischer Sonn- und Feiertagskalender 2019/2020. Hamburg 2019, S. 34–39 (Namenkalender).
  4. ↑ Bottendorf: Ev. Kirche Deutschland gedenkt Georg Maus. In: hna.de. 13. Februar 2010, abgerufen am 24. Februar 2024.
  5. ↑ Pressemitteilung der Stadt Idar-Oberstein vom 28. Oktober 2011
Personendaten
NAME Maus, Georg
ALTERNATIVNAMEN Maus, Georg Heinrich Ludwig Gottfried
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Pädagoge und Mitglied der Bekennenden Kirche
GEBURTSDATUM 5. Juni 1888
GEBURTSORT Bottendorf
STERBEDATUM 16. Februar 1945
STERBEORT Hochstadt am Main