
Georg Clemens Perthes (* 17. Januar 1869 in Moers; † 3. Januar 1927 in Arosa) war ein deutscher Chirurg.
Georg Clemens Perthes – ein Nachkomme der Gothaer Familie von Friedrich Christoph Perthes, seinem Urgroßvater – verlor früh seine Eltern: Sie starben an Tuberkulose, sein Vater war der Lehrer Hermann Friedrich Perthes (1840–1883). Nach seiner Schulzeit in Moers und Bonn studierte er an der Universität Freiburg, der Universität Berlin und der Universität Bonn Medizin. 1887 wurde er Mitglied der Burschenschaft Alemannia Bonn. 1891 wurde er zum Dr. med. promoviert. Danach arbeitete er in Bonn an der Chirurgischen Klinik als Assistent von Friedrich Trendelenburg, mit dem er 1895 nach Leipzig übersiedelte. Hier habilitierte sich Perthes im Jahr 1898.
Perthes nahm 1900 als Militärarzt im Expeditionskorps der Vereinigten acht Staaten gegen den Boxeraufstand in China teil. Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er 1903 außerordentlicher Professor und Direktor der Chirurgischen Poliklinik Leipzig. 1910 wechselte er nach Tübingen. Während des Ersten Weltkriegs war Perthes als Beratender Chirurg tätig. Nach seinem plötzlichen Tod während eines Skiurlaubes erhielt Martin Kirschner als Nachfolger 1927 einen Ruf nach Tübingen. Zu seinem Freundeskreis gehörte der Münchner Chirurg Ferdinand Sauerbruch.
1910 beschrieb Perthes den nach ihm benannten Morbus Perthes, eine Nekrose des Femurkopfes. Auch der Perthes-Test geht auf den Gelehrten zurück. Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren die Saugbehandlung des Pleuraempyems, die schon die Grundlage seiner Habilitation gebildet hatte, die Plastische Chirurgie insbesondere des Kiefers, die Untersuchung der Fernwirkung von Geschossen und die Entwicklung von Operationstechniken zur Therapie der habituellen Luxation der Kniescheibe, der habituellen Schulterluxation sowie der Sehnentransplantation bei Radialislähmung.
Perthes war auch der erste Arzt, der das Füßebinden radiologisch untersuchte und (um 1903) Karzinome durch Röntgenbestrahlung (mittels sogenannter Röntgentiefentherapie) behandelte. Auf seine Experimente und Überlegungen geht das Prinzip der Strahlenfilterung bei Röntgenanwendungen zurück.
1914 wurde Perthes in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Perthes, Georg |
| ALTERNATIVNAMEN | Perthes, Georg Clemens |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chirurg |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1869 |
| GEBURTSORT | Moers |
| STERBEDATUM | 3. Januar 1927 |
| STERBEORT | Arosa |