Georg Ruppelt

Georg Ruppelt (2018)

Georg Ruppelt (geboren 3. Oktober 1947 in Salzgitter) ist ein deutscher Bibliothekar und Sachbuchautor zu literatur- und regionalgeschichtlichen Themen. Von 2002 bis 2015 war er Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover. Er lebt in Halchter, einem Ortsteil von Wolfenbüttel.

Leben

Georg Ruppelt besuchte das Kranich-Gymnasium Salzgitter. Nach dem Abitur 1966 diente er drei Jahre bei der Bundeswehr. Sein Studium der Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Philosophie an der Georg-August-Universität Göttingen und der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig schloss er 1974 ab und promovierte später an der Universität Braunschweig über Friedrich Schiller im nationalsozialistischen Deutschland.

Von 1977 bis 1979 war Ruppelt Bibliotheksreferendar in Wolfenbüttel und Köln, anschließend Direktionsassistent und Abteilungsleiter an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Nebenamtlich dozierte er an der Universität Hamburg.

1987 wurde Ruppelt stellvertretender Direktor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und fungierte dort als Stellvertreter von Paul Raabe. Ab 1979 engagierte sich Ruppelt zudem in nationalen und internationalen bibliothekarischen und kulturpolitischen Gremien. Ab 1996 gehörte er dem Vorstand der Stiftung Lesen an, die er von 2001 bis 2005 als Vorsitzender leitete.

Von 2000 bis 2006 hatte Ruppelt unter anderem die Funktion des Stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Kulturrates inne, war Beirat des Goethe-Instituts sowie Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission. Im Jahr 2000 wurde er erstmals zum zweiten Sprecher der Deutschen Literaturkonferenz gewählt, 2009 in diesem Amt bestätigt.

Unterdessen hatte Ruppelt 2002 die Aufgaben des Direktors der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover übernommen, die auf seine Veranlassung hin seit 2005 den Namen Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek trägt. Zuvor hatte er dort 2004 die Akademie für Leseförderung gegründet mit der Stiftung Lesen und dem Land Niedersachsen als Träger.

2002, 2005, 2007 und 2011 initiierte Ruppelt mit Unterstützung der Bundesregierung und dem Land Niedersachsen vier internationale Kongresse zum Thema NS-Raubgut in Hannover, gefolgt von einer 2013 initiierten Publikation zum Thema Displaced Persons Camps.

Im Oktober 2015 wurde Georg Ruppelt pensioniert. Nachdem er im selben Jahr in das Präsidium des Heimatbundes Niedersachsen gewählt worden war, übernahm er 2019 für die Organisation das Amt des Vizepräsidenten.

Auszeichnungen

Schriften

Georg Ruppelt publizierte mehr als 400 Aufsätze und 40 Monographien, nicht eingerechnet seine journalistischen und literarischen Texte, darunter

Literatur

Commons: Georg Ruppelt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Anne Weber-Ploemacher: Georg Ruppelt. In: Tigo Zeyen, Anne Weber-Ploemacher (Hrsg.), Joachim Giesel (Fotos): 100 hannoversche Köpfe. CW Niemeyer Buchverlage, Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 166f.
  2. 1 2 3 4 5 6 Georg Ruppelt: Vita auf der Seite georgruppelt.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 20. September 2023
  3. ↑ o. V.: Ruppelt, Georg in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 12. Oktober 2015, zuletzt abgerufen am 20. September 2023
  4. ↑ o. V.: Ruppelt, Georg auf der Seite des Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikons [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 20. September 2023
  5. 1 2 Dinges & Frick: Georg Ruppelt (Memento vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) auf fachbuchjournal.de
  6. 1 2 3 4 Deutscher Kulturrat e. V.: Georg Ruppelt als Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Kulturrates gewählt (Memento vom 27. Juli 2010 im Internet Archive) auf b-i-t-online.de
  7. ↑ Marita Simon: Kerstin Hensel und Dr. Georg Ruppelt: neue Sprecher der Deutschen Literaturkonferenz e. V. (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) Pressemitteilung der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek vom 16. März 2009, abrufbar als PDF-Dokument
  8. ↑ Verabschiedung von Georg Ruppelt (Memento vom 9. Dezember 2015 im Internet Archive), abgerufen am 29. November 2015.
  9. 1 2 Autorenvorstellung durch den zu Klampen Verlag
  10. ↑ Presseinformation der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek vom 10. November 2014, herunterladbar (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive) als PDF-Dokument
  11. ↑ Georg Ruppelt erhält Theodor-Fuendeling-Plakette