
Georg Tiller (* 22. Februar 1981 in Wien) ist ein österreichischer Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und bildender Künstler.
Tiller studierte in Wien Philosophie und Theaterwissenschaften. Anschließend studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Harun Farocki, Regie und Kamera an der Filmakademie Wien bei Michael Haneke und Christian Berger sowie Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb).
Neben seiner Filmarbeit ist Tiller auch als bildender Künstler tätig. Arbeiten von ihm wurden unter anderem bei der Biennale von São Paulo und im Centre Georges Pompidou in Paris gezeigt.
Zu Tillers frühen Filmarbeiten gehört der gemeinsam mit Claudio Pfeifer realisierte Dokumentarfilm km 43.3 Der transsylvanische Holzfall (2007), der unter anderem bei der Duisburger Filmwoche gezeigt wurde. 2010 entstand der experimentelle Kurzfilm Vargtimmen – nach einer Szene von Ingmar Bergman, eine Rekonstruktion einer Szene aus Ingmar Bergmans Die Stunde des Wolfs. Der Film erhielt beim Ann Arbor Film Festival den Award for Best International Film.
Mit Persona Beach (2011) begann Tiller eine auf der schwedischen Insel Fårö entstandene Filmtrilogie mit dem aus dem Sudan stammenden Edward Weki. Die Zusammenarbeit wurde mit Overnight Flies (2016) fortgesetzt und mit Godsterminal (2024) abgeschlossen. In Godsterminal begegnet Weki zwei Figuren aus Bergmans Filmen: der Krankenschwester Alma aus Persona und einer weiblichen Variante des Todes aus Das siebente Siegel. Das International Film Festival Rotterdam zeigte Persona Beach, Overnight Flies und die Weltpremiere von Godsterminal 2024 in der Sektion Cinema Regained.
2013 koproduzierte Tiller Marcin Malaszczaks Film Sieniawka, der bei der 63. Berlinale in der Sektion Forum uraufgeführt wurde.
2014 wurde Tillers Film DMD KIU LIDT bei der 64. Berlinale in der Sektion Forum uraufgeführt. In dem Film treten ausschließlich Musikerinnen und Musiker aus dem Umfeld der österreichischen Band Ja, Panik auf, ohne dass sie beim Musizieren zu sehen sind. Tiller bezeichnete den Film als „Anti-Musikfilm“.
2015 folgte White Coal, der beim International Film Festival Rotterdam in der Sektion Bright Future Premieres seine Weltpremiere hatte. Der Film verbindet in 16-mm-Schwarzweiß gedrehte Szenen auf einem polnischen Kohleschiff mit Farbaufnahmen aus dem Umfeld eines Kohlekraftwerks in Taichung, Taiwan, und greift Formen historischer Industriefilme auf.
Als Produzent ist Tiller für Subobscura Films tätig. 2019 wurde er für das internationale Programm Emerging Producers des Ji.hlava International Documentary Film Festival ausgewählt. Zu seinen Produktionen zählt Hilal Baydarovs When the Persimmons Grew (2019). Der Film erhielt beim Visions du Réel 2019 eine Special Mention im Internationalen Wettbewerb sowie den Interreligious Award. Beim Sarajevo Film Festival wurde er außerdem mit dem Heart of Sarajevo for Best Documentary Film ausgezeichnet.
2020 realisierte Tiller gemeinsam mit Maéva Ranaïvojaona Zaho Zay. Der Film hatte seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb des FIDMarseille und wurde dort mit dem Prix Renaud Victor ausgezeichnet. Bei der Viennale erhielt der Film außerdem den Erste Bank MehrWERT-Filmpreis.
2024 produzierte Tiller gemeinsam mit Maéva Ranaïvojaona und Rui Alexandre Santos Billy Woodberrys Dokumentarfilm Mário über den angolanischen Schriftsteller und antikolonialen Aktivisten Mário Pinto de Andrade. Der Film hatte beim International Film Festival Rotterdam seine Weltpremiere.
2026 realisierte Tiller den Kurzfilm The Valley Where LOAB Lives, der im Forum Special der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Programm AI Realisms gezeigt wurde. Der mit generativer künstlicher Intelligenz entstandene Film folgt der KI-generierten Figur LOAB durch Motive und Bildwelten verschiedener Epochen des Horrorfilms.
Im Zusammenhang mit dem Film entwickelte Tiller den Begriff Promptus für eine Form des Filmemachens, die auf dem bewussten Zusammenspiel menschlicher Autorenschaft und generativer Modelle beruht. Die Person, die einen solchen Film entwickelt, bezeichnet er als Prompteur; im Promptus Manifesto beschreibt er den Prompteur als Ko-Autor, der gemeinsam mit dem generativen Modell arbeitet. Das Berlinale Forum veröffentlichte das Manifest im Rahmen der Präsentation des Films; auch die Tageszeitung Die Presse griff den Begriff Promptus in ihrer Berichterstattung über den Film auf.
Im August 2026 wurde The Valley Where LOAB Lives beim Seoul International ALT Cinema & Media Arts Festival (NeMAF) mit dem Best Glocal ALT Art Award ausgezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tiller, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Filmregisseur, Filmproduzent, Drehbuchautor und bildender Künstler |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1981 |
| GEBURTSORT | Wien |
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