Georg Traar

Georg Traar (* 5. Juli 1899 in Neusach / Weißensee (Kärnten); † 4. September 1980 in Purkersdorf) war ein österreichischer evangelisch-lutherischer Jugendpfarrer und Superintendent.

Leben und Wirken

Traar studierte nach Erlangung seiner Hochschulreife Evangelische Theologie. Danach wurde er in das Vikariat der Österreichischen Kirche A.B. übernommen und nach Ablegung des Zweiten Theologischen Examens zum Pfarrer ordiniert. Schon als Theologiestudent hat er sich der Arbeit mit jungen Menschen verpflichtet gefühlt, für die er den Bund Kreuzfahrer ins Leben rief – ein Vorläufer des späteren Evangelischen Jugendwerks. Erstmals 1927 wurde durch seine Initiative als Jugendpfarrer eine „Evangelische Woche“ an der Universität Wien gehalten, mit der den evangelischen Studenten Glaubensfragen in akademischer Weise nahegebracht wurden. Diese Veranstaltungen des Bildungswerkes spiegelten in der Zeit des Ständestaats und der nachfolgenden NS-Periode auch das Verhalten des österreichischen Protestantismus im Land wider.

Seit 1926 beteiligte sich Traar an der Evangelischen Allianz in Wien. In der Nachkriegszeit war er neben dem Baptistenprediger Arnold Köster die leitende Persönlichkeit. Ein bei einer Allianz-Sitzung gehaltenes Referat wird in den Protokollen ausführlich wiedergegeben: Traar sprach am 6. März 1944 über „Gottes Walten im Rahmen der Welt“.

Bereits während des Zweiten Weltkrieges gründete Traar das Evangelische Hilfswerk, das auch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus eine wichtige diakonische Funktion erfüllte. Fast im Alleingang und gegen mancherlei Widerstand gelang es ihm, nach 1945 die evangelische Schule am Karlsplatz wieder aufzubauen.

Im Jahre 1946 wurde Traar zum Superintendenten der Diözese Wien gewählt – ein Amt, das er ein Vierteljahrhundert innehatte. Sein besonderes Interesse galt dem Presse- und Rundfunkwesen. Der Obmann des Presseverbandes war er bis 1977. Ebenso lagen ihm die ökumenischen Beziehungen zu anderen Kirchen am Herzen, die er tatkräftig förderte. 1961 nahm er teil an der I. Allchristlichen Friedensversammlung der Christlichen Friedenskonferenz in Prag. Zahlreiche ökumenische Gäste wurden von ihm begrüßt und betreut, wie das Grußwort zum 50-jährigen Bestehen der Schweden-Mission für Israel in Wien (1972) sichtbar macht.

Grab am Wiener Zentralfriedhof
Gedenktafel für Georg Traar (Wien, Dorotheergasse 18, Lutherische Stadtkirche)

Traar wurde im evangelischen Friedhof am Wiener Zentralfriedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab beigesetzt.

Schriften

Reden und Aufsätze

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Evangelische Woche (Memento vom 20. Oktober 2007 im Internet Archive)
  2. ↑ Franz Graf-Stuhlhofer (Hrsg.): Evangelische Allianz in Wien von der Ersten Republik bis zur NS-Zeit (1920-45). Edition der Sitzungsprotokolle und Programme (= Studien zur Geschichte christlicher Bewegungen reformatorischer Tradition in Österreich; 2). VKW, Bonn 2010, S. 89–91 (anhand von Mt 13,31-33, Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig).
  3. ↑ Evangelischer Friedhof: Traar (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive)
  4. ↑ Grußwort Traar (Memento des Originals vom 10. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Traar, Georg
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Pfarrer
GEBURTSDATUM 5. Juli 1899
GEBURTSORT Neusach, Weißensee
STERBEDATUM 4. September 1980
STERBEORT Purkersdorf