Georg Wagnleithner

Georg Wagnleithner (* 30. Oktober 1861 in Aspach; † 2. Juli 1930 in Grieskirchen) war ein österreichischer Priester, der unter dem Pseudonym Georg Stibler auch als Autor, Musiker und Maler tätig war.

Leben, Ausbildung

Er wählte die Studienlaufbahn, weil er eine besondere Vorliebe für Gesang und Zeichnen hatte und jedem Handwerk mit Ausnahme der Bildhauerei abgeneigt war. Nach dem Besuch des Staatsgymnasiums, wo er 1881 maturierte, ignorierte er die Empfehlung seiner Professoren, an der Malerakademie in Wien zu studieren, weil ihm Wien zu weit entfernt war. Er trat in das Priesterseminar in Linz ein, studierte von 1881 bis 1885 Theologie und wurde am 27. Juli 1884 zum Priester geweiht.

Berufliches Wirken als Priester

Er war zunächst dreizehn Jahre Kooperator und Provisor in Grieskirchen und war in dieser Zeit für den von 1909 bis 1911 durchgeführten Umbau und die völlige Neugestaltung von Turm und Dach zuständig. Ihm angetragene Posten wie Redakteur des Linzer Volksblattes oder Direktor des Salesianums lehnte er mit Hinweis auf das hohe Alter seines Pfarrers ab. Von 1898 bis 1930 wirkte er als Pfarrer von Grieskirchen. Ab 1911 war er Vertreter der katholischen Kirche im Bezirksschulrat des Bezirkes Grieskirchen und ab 1912 Dechant und Schuldistrikt-Aufseher des Dekanates Kallham. Neben dem damaligen Stadtarzt Hans Engl machte sich Wagnleithner um die Schaffung des St. Franziskus-Krankenhauses in Grieskirchen verdient, das 1912 im ehemaligen Schloss Reinleiten eröffnet wurde. 1917 wurde er wie sein Vorgänger zum Ehrendomherren der Diözese Linz ernannt. 1919 war er auch Administrator des Dekanates Gaspoltshofen. Wagnleithner ist in der Friedhofskapelle von Grieskirchen beerdigt.

Künstlerische Tätigkeit

Unter dem Geburtsnamen seiner Mutter begann er als Georg Stibler zunächst in hochdeutsch, später auch im Innviertler Dialekt Gedichte zu verfassen. Dabei wählte er als Form den Vierzeiler und bereicherte diese mit zahlreichen Volksreimen. Die Themen reichten von Heimat, Landleben, Natur, und Religion verbunden mit getragenem Humor. Die von ihm verwendeten Typen und Bilder aus dem Volksleben sind in verschiedenen Zeitungen und Kalendern erschienen. Sein längstes Werk, S´Linsadliad, ein Epos in zehn Gesängen, ist der Verarbeitung des Flachses zur Leinwand gewidmet. Vielen seiner Gedichte hat er heimatkundliche Zeichnungen beigegeben, Einbände und Titelseiten seiner Bücher gestaltete er selbst. Er kümmerte sich teilweise auch selbst um die Unterlegung von Texten mit volksliedhaften Melodien. Weitere Gedichte wurden von Franz Neuhofer und Joseph Kronsteiner vertont. Er war Mitglied der Innviertler Künstlergilde.

Textbeispiel

Bescheiden will er sich in seiner Dichtkunst nicht mit dem Dichter der Oberösterreichischen Landeshymne „Hoamatland“ Franz Stelzhamer vergleichen, sondern meint:

„Aus oan‘ Brunn ham ma gschöpft,
der nia la wird und lent,
da Franzl mitn Söchter
und i – mit da Händ!“

Würdigungen und Auszeichnungen

Das denkmalgeschützte Gebäude Stiblersaal

Schriften (Auswahl)

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ St. Franziskus-Krankenhaus in Grieskirchen, in: Webpräsenz der Stadt Grieskirchen
  2. ↑ Georg Wagnleithner (1861 bis 1930), Ehrendomherr der Diözese Linz, in: Webpräsenz des Diözesanarchivs der Diözese Linz (Memento vom 2. Mai 2009 im Internet Archive)
  3. ↑ Ein Abend für Georg Stibler in seinem Geburtsort Aspach. In: meinbezirk.at. 17. August 2018, abgerufen am 16. Februar 2024.
  4. ↑ Stiblerlinde, in: Webpräsenz der Marktgemeinde Aspach
  5. ↑ Stibler-Denkmal, in: Webpräsenz der Marktgemeinde Aspach
  6. ↑ Dreifaltigkeitssäule, in: Webpräsenz der Marktgemeinde Aspach
  7. ↑ Stiblerweg, in: Webpräsenz von LinzWiki
Personendaten
NAME Wagnleithner, Georg
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Priester, Autor, Musiker und Maler
GEBURTSDATUM 30. Oktober 1861
GEBURTSORT Aspach (Oberösterreich)
STERBEDATUM 2. Juli 1930
STERBEORT Grieskirchen