George Breazul (Gheorghe N. Georgescu-Breazul; * 14. September 1887 in Amărăștii de Jos/Kreis Dolj, Oltenien; † 3. August 1961 in Bukarest) war ein rumänischer Musikwissenschaftler, -ethnologe, -pädagoge und -kritiker.
Breazul besuchte von 1899 bis 1907 das Priesterseminar in Râmnicu Vâlcea und das rumänisch-orthodoxe Seminarul Central (heute: Seminarul Teologic Ortodox București) in Bukarest und studierte von 1908 bis 1912 am Konservatorium von Bukarest (heute: Nationale Musikuniversität Bukarest, Universitatea Națională de Muzică București) Musiktheorie und Solfège bei Dumitru Georgescu-Kiriac sowie Harmonielehre und Kontrapunkt Ion Nonna Otescu und Alfonso Castaldi. Er arbeitete ab 1910 für die Schulbehörde (Casa Școalelor) und unterrichtete von 1914 bis 1916 an privaten Bildungseinrichtungen in Bukarest.
Von 1919 bis 1926 war er Lehrer am Militärgymnasium "Mănăstirea Dealu" (Liceul Militar Mănăstirea Dealu) in Târgoviște. Daneben gab er von 1920 bis 1925 gemeinsam mit Maximilian Costin die in Timișoara erscheinende Zeitschrift Muzica heraus. Als Gasthörer studierte er zwischen 1922 und 1924 an der Humboldt-Universität zu Berlin mittelalterliche Musikgeschichte und Notation bei Oskar Fleischer, Musikgeschichte bei Johannes Wolf, Richard Sternfeld und Hermann Abert, Folkloristik und Aufnahmetechnik bei Erich Moritz von Hornbostel, Instrumentaltheorie bei Curt Sachs, mittelalterliche Musik bei Johannes Wolf, Folkloristik bei Max Friedländer, Musikpädagogik bei Georg Schünemann, Musikpsychologie bei Carl Stumpf, vergleichende Folkloristik bei Eduard Spranger und Pädagogik bei Ferdinand Jakob Schmidt. 1922 wurde er Mitglied der Rumänischen Akademischen Gesellschaft (Societatea Academică Română) in Berlin.
1925–26 war Breazul Professor für Musikerziehung am Nationalen Amt für Leibeserziehung (Oficiul Național de Educație Fizică), danach unterrichtete er bis 1927 am Zentralen Priesterseminar Gesang. Parallel unterrichtete er am Konservatorium von Bukarest Musiktheorie und Solfège. Hier unterrichtete er bis 1961 unterschiedliche Fächer: Musiklexikographie und Pädagogik 1927–1938 und 1945–1946 sowie Musiktheorie und Solfége 1939–1945 und 1946–1953. Von 1953 bis 1961 war er Professor und Leiter der Abteilung Musikgeschichte.
1927 gründete Breazul das Phonogramm-Archiv beim Ministerium für Unterricht, Kultur und Kunst, das er bis 1941 leitete. Als Honorarprofessor für Musikästhetik, Akustik, Pädagogik, Psychologie und Musikpraxis unterrichtete er von 1928 bis 1936 an der Akademie für Kirchenmusik (Academia de Muzică Religioasă). Außerdem war er zwischen 1932 und 1939 Generalinspektor für den Musikunterricht an den Sekundarschulen in Rumänien sowie 1941–42 und 1950–53 Berater und Professor für rumänische Musik am Militärgymnasium "Mănăstirea Dealu". 1939 gründete er die der Erforschung der Geschichte der rumänischen Musik gewidmete musikwissenschaftliche Schriftenreihe Melos, die er bis 1941 leitete. Neben Beiträgen für Fachzeitschriften und Enzyklopädien veröffentlichte er u. a. die posthum erschienen Bücher Gavriil Musicescu. Schiță monografică (1962) und die sechsbändigen Pagini din istoria muzicii româneșt (1966–2003).
Ausgezeichnet wurde Breazul u. a. mit dem Preis der Rumänischen Akademie (Premiul Academiei Române 1931, 1933 und 1937), der Arbeitsmedaille (Ordinul Muncii, 1955) und dem Staatspreis Erster Klasse (1955). Seine internationale Anerkennung spiegelte sich in der Mitgliedschaft in zahlreichen musikwissenschaftlichen Organisationen wider. So wurde er 1924 Mitglied des Istituto Nazionale di Studi sul Rinascimento in Florenz, 1925 der Gesellschaft für Musikforschung in Berlin, 1928 der Deutschen Musikgesellschaft in Leipzig und der Internationalen Musikwissenschaftlichen Gesellschaft in Basel und 1938 der Société Française de Musicologie in Paris, 1947 korrespondierendes Mitglied des Max-Reger-Instituts in Bonn und 1958 Mitglied der Gesellschaft der Freunde des Internationalen Musiker-Briefe-Archivs in Berlin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Breazul, George |
| ALTERNATIVNAMEN | Georgescu-Breazul, Gheorghe N. |
| KURZBESCHREIBUNG | rumänischer Musikwissenschaftler, -ethnologe und -kritiker |
| GEBURTSDATUM | 14. September 1887 |
| GEBURTSORT | Amărăștii de Jos |
| STERBEDATUM | 3. August 1961 |
| STERBEORT | Bukarest |