Gerd Bergfleth (* 22. April 1936 in Krumstedt, Dithmarschen; † 20. Januar 2023 in Tübingen) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.
Bergfleth studierte von 1956 bis 1964 Philosophie, Literaturwissenschaft und Gräzistik in Kiel, Heidelberg und Tübingen. Ab 1971 lebte er dort als freier Schriftsteller und Übersetzer. Ab 1975 wirkte er zunächst als Herausgeber, später auch als Übersetzer des theoretischen Werks von Georges Bataille. Eine ab 1977 wiederholt vom Verlag Matthes & Seitz angekündigte Monographie mit dem Titel Antihermeneutik ist nicht erschienen. Bergfleth verfasste zahlreiche Aufsätze, Vorträge und Fragmentsammlungen u. a. zu Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Maurice Blanchot, Pierre Klossowski, Emile Cioran und Jean Baudrillard. Wegen verschiedener Aussagen in Zur Kritik der palavernden Aufklärung (z. B. „daß das aufklärerische Judentum in der Regel keinen besonderen Sinn für das besitzt, was deutsche Eigenart ist“) wurde ihm Antisemitismus vorgeworfen. Er veröffentlichte Essays in den Zeitschriften Konkursbuch und Der Pfahl sowie in Staatsbriefe und Etappe, die dem Spektrum der Neuen Rechten zugeordnet werden und beteiligte sich am neurechten Sammelband Die selbstbewußte Nation. 1994 beteiligte er sich an der Debatte um Botho Strauß’ Essay Anschwellender Bocksgesang in dem Sammelband Die selbstbewußte Nation.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bergfleth, Gerd |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1936 |
| GEBURTSORT | Krumstedt, Dithmarschen |
| STERBEDATUM | 20. Januar 2023 |
| STERBEORT | Tübingen |