Gerd Geyer

Gerd Geyer (* 23. Februar 1956 in Schweinfurt) ist ein deutscher Paläontologe und außerplanmäßiger Professor für Paläontologie an der Universität Würzburg.

Leben und Werk

Gerd Geyer studierte Geologie und Paläontologie an der Universität Würzburg mit der Promotion 1983 und der Habilitation 1991. 1984–2003 mit Unterbrechungen Dozent am Institut für Paläontologie der Universität Würzburg

1991 bis 1996 hatte er ein Stipendium im Heisenberg-Programm der DFG. 1999 bis 2004 war er Research Associate des New York State Museum in Albany und 2006 bis 2010 Gastprofessor am Nanjing Institute of Geology and Palaeontology der Academia Sinica, 2007 bis 2013 Gastprofessor am Institut für Paläobiologie der Universität Uppsala und gleichzeitig von 2007 bis 2012 Angestellter am Bayerischen Landesamt für Umwelt (Dienststelle Hof).

Er befasst sich speziell mit dem Kambrium und Trilobiten (kambrische Trilobiten aus Marokko waren Gegenstand seiner Dissertation), aber auch mit Mollusken und anderen Wirbellosen. Er befasste sich auch mit Trilobiten aus Görlitz, des Montagne Noire, dem Kambrium und Trilobiten in Kanada, Israel, China, Schweden, Grönland, Sibirien, Israel, Spanien, Jordanien, Kirgisien, Namibia, den USA und dem Iran und lieferte Beiträge zur Neubearbeitung des Treatise on Invertebrate Paleontology zu Trilobiten. Daneben befasst er sich mit der Trias Frankens. Er ist Mitautor zweier Bücher zur Geologie des Spessart. Weitere Arbeiten betreffen die revidierte Stratigraphie des Übergangs Proterozoikum zu Kambrium in Namibia. Von Geyer stammen mehr als 100 wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Er veröffentlichte eine Reihe geologischer Führer und ein Buch über die Würzburger Lügensteine.

Er ist seit 1990 wahlberechtigtes Mitglied der Internationalen Subkommission zur Stratigraphie des Kambriums (1996 bis 2004 als deren Sekretär und 2004 bis 2012 Vice-Chairman) und seit 1991 Mitglied der Subkommission Riphäikum-Silur der Deutschen Union für Geologische Wissenschaften.

Erstbeschreibungen (valide)

Von ihm ist die paläozoische Mollusken-Ordnung Helcionellida erstbeschrieben. Außerdem erstbeschrieb er rund hundert Trilobitenarten und -gattungen und darüber hinaus viele weitere Brachiopoden, Mollusken, Insekten und Spurenfossilien.

Schriften

Einige Aufsätze und Monographien zum Kambrium und Trilobiten:

Einige Aufsätze zur Trias:

Geologische Führer:

Einzelnachweise

  1. ↑ W. T. Chang, L. N. Repina, G. Geyer: Suborder Redlichiina Richter, 1932. In: H. B. Whittington (Hrsg.): Treatise on Invertebrate Paleontology, Part O, Arthropoda 1, Trilobita, Revised, Volume 1: Introduction, Order Agnostida, Order Redlichiida. The Geological Society of America, Boulder, CO / The University of Kansas Press, Lawrence, KS 1997, S. 429–470, Abb. 271–303.
  2. ↑ B. Niebuhr, G. Geyer: Beringers Lügensteine: 493 Corpora Delicti zwischen Dichtung und Wahrheit. In: Beringeria. Sonderheft 5, Würzburg 2005.
  3. ↑ G. Geyer: Middle Cambrian mollusks from Idaho and early conchiferan evolution. In: New York State Museum Bulletin. 481(1), 1994, S. 69–86.
  4. ↑ Fossilworks, Helcionellida (Memento des Originals vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Geyer, Gerd
KURZBESCHREIBUNG deutscher Paläontologe
GEBURTSDATUM 23. Februar 1956
GEBURTSORT Schweinfurt