Gerd Riedel

Gerd Riedel (* 8. Januar 1933 in Hamburg; † 17. Februar 2021) war ein deutscher Fußballspieler. Der vielseitig einsetzbare Spieler brachte es bei den Rot-Weißen des Eimsbütteler TV zwischen 1952 und 1956 auf 85 Ligaspiele in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga Nord und erzielte für das Team vom Lokstedter Steindamm 12 Tore. Nach dem Abstieg von Eimsbüttel folgten noch in der Saison 1956/57 bei Altona 93 weitere 24 Oberligaeinsätze mit einem Treffer.

Laufbahn

Jugend und Oberliga beim ETV, bis 1956

Der aus dem Amateurteam gekommene Nachwuchsspieler Gerd Riedel debütierte unter Trainer Paul Bornefeld in der Runde 1952/53 beim Eimsbütteler TV in der damals erstklassigen Oberliga Nord. Er stürmte am 16. November 1952 bei einem 3:3-Heimremis gegen Altona 93 auf Rechtsaußen auf dem Lokstedter Steindamm, welcher später als „Tribünensportplatz“ die ETV-Heimstätte war. Vor der Runde waren mit Otto Maack, Rolf Rohrberg und Theo Uppenkamp drei Neuzugänge zum ETV gekommen. Am Rundenende belegten die Rot-Weißen den 10. Tabellenrang.

Unter Trainer Walter Risse vollzog er 1953/54 mit 29 Ligaeinsätzen und sechs Toren den Durchbruch zum Stammspieler neben Leistungsträgern wie dem Bruderpaar Kurt und Karl-Heinz Manja, Uppenkamp, Rohrberg, Alfons Heitmann und Albert Wullenweber. Neuzugang Edgar Preuß vom AFC brachte es in 15 Ligaeinsätzen zu fünf Toren, darunter beide Treffer zum 2:2-Heimremis gegen den Hamburger SV in der Hinrunde am 27. September 1953. Riedel spielte überwiegend linker Außenläufer, so auch am 21. März 1954 beim 3:2-Auswärtserfolg gegen den Hamburger SV. Gegen den überraschenden Deutschen Meister des Jahres 1954, Hannover 96, erreichte Riedel mit 0:0 und 1:1 jeweils mit dem ETV ein Unentschieden. In seinem ersten Vertrag bei Eimsbüttel bekam Riedel 80 Mark Grundgehalt und 20 Mark Punktprämie. Er arbeitete bei der Bundesbahn und es wurde zweimal die Woche trainiert. Eimsbüttel belegte den 8. Rang.

Diese Platzierung wurde 1954/55 wiederholt und dabei wurde am 10. Oktober 1954 mit einem 2:1-Heimerfolg der amtierende deutsche Meister besiegt. In der 75. Minute hatte Linksaußen Tkotz die Gäste mit 1:0 in Führung gebracht aber Uppenkamp glückte mit einem Fernschuss in der 93. Minute der Ausgleich und Kurt Manja mit einem Kopfball in der letzten Sekunde auch noch der 2:1-Siegtreffer. Mit Rohrberg, Kurt Manja, Wullenweber und Heitmann hatte Riedel dabei auf Halbrechts den Angriff gebildet. In seiner sechsten Oberligasaison, 1955/56, steigt der Traditionsverein mit 17:43 Punkten aus der Oberliga ab; die Überalterung der langjährigen Leistungsträger war mit ein Grund dazu. Mit 2:14 Punkten eröffnete Eimsbüttel unter dem neuen Trainer Heinz Werner, welcher als Nachfolger von Walter Risse sen. gekommen war, die Runde. Das ETV-Team eroberte erstmals am neunten Spieltag, den 30. Oktober 1955, mit einem 3:2 gegen Göttingen 05 einen doppelten Punktgewinn und Riedel hatte dabei auf Rechtsaußen gestürmt. Mit 9:21 Punkten beendete man die Hinrunde. Am 3. März 1956 verlor man das letzte Oberligaspiel gegen den Hamburger SV durch eine denkwürdige 2:9-Auswärtsniederlage, wobei Riedel als rechter Läufer im damaligen WM-System gegen den HSV-Innensturm mit Klaus Stürmer, Uwe Seeler und Günter Schlegel chancenlos gewesen war. Riedel hatte 28 Ligaspiele (1 Tor) in dieser Saison für Eimsbüttel absolviert und schloss sich gemeinsam mit Mannschaftskamerad Albert Wullenweber zur Runde 1956/57 Altona 93 an und verblieb somit in der Oberliga Nord.

Die Spieler Schwarz (Torhüter), Uppenkamp, Heitmann, Günther Sell, die Brüder Karl-Heinz und Kurt Manja, Ertel, Maack und Wullenweber hatten zusammen mit Riedel die Stammelf des ETV gebildet.

Altona 93, 1956/57

Wie beim ETV wurde Riedel auch bei Altona auf mehreren Positionen zum Einsatz gebracht: 9 mal auf Rechtsaußen, 7 mal als linker Außenläufer, 5 mal als rechter Außenläufer und dreimal auf Halbrechts. In diesen 24 Ligaeinsätzen erzielte er einen Treffer an der Seite von Altona-Torjäger Werner Erb (18 Tore), Routinier Heinz Spundflasche (8 Tore) und Wullenweber brachte es in 29 Einsätzen auf acht Tore und der AFC belegte mit 28:32 Punkten den 11. Rang. Mit der Heimbilanz von 21:9 hätte ein weitaus besserer Platz möglich sein können, aber die 7:23 Punkte in den Auswärtsspielen verhinderten dies. Riedel kehrte nach einer Runde in Altona wieder zum ETV zurück und versuchte sich in der Amateurliga Hamburg.

Rückkehr nach Eimsbüttel

Als auch Mannschaftskamerad Wullenweber wieder 1958/59 für Eimsbüttel stürmte, gewann Riedel unter Trainer Karl-Heinz Manja mit dem ETV 1958/59 die Meisterschaft in der Amateurliga Hamburg. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord scheiterte der Hamburger Meister aber klar gegen VfB Lübeck, VfB Oldenburg und den Blumenthaler SV.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Grüne, Knieriem: Spielerlexikon 1890 bis 1963. S. 314
  2. ↑ Folke Havekost: ETV Hamburg. 100 Jahre Fußball in Eimsbüttel. S. 314
  3. ↑ Folke Havekost: ETV Hamburg. 100 Jahre Fußball in Eimsbüttel. S. 178
  4. ↑ Harald Igel (Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken, DSFS, Hrsg.): Oberliga Nord 1947 bis 1963, Band 2: 1956 bis zur Bundesliga. S. 6, 10
Personendaten
NAME Riedel, Gerd
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fußballspieler
GEBURTSDATUM 8. Januar 1933
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 17. Februar 2021