Gergely Gulyás

Gergely Gulyás (2017)

Gergely Győző Gulyás (* 21. September 1981 in Budapest) ist ein ungarischer Jurist, Politiker der Fidesz-Partei. Er war von 2018 bis 2026 Minister und Leiter der Staatskanzlei unter Ministerpräsident Viktor Orbán in den Kabinetten Orbán IV und Orbán V. Er ist seit 2010 Mitglied des ungarischen Parlaments.

Er war von 9. Mai 2026 bis zum 21. Juli 2026 Fraktionsvorsitzender der größten Oppositionspartei im ungarischen Parlament nach der Parlamentswahl im April 2026.

Politisches Leben

Gergely studierte Rechtswissenschaften an der Katholischen Péter-Pázmány-Universität. Während des Studiums freundete er sich mit Péter Magyar an.

Gulyás wurde erstmals 2010 ins Parlament gewählt. Er war stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte, Minderheiten, bürgerliche und religiöse Angelegenheiten des ungarischen Parlaments. Im Jahr 2011 beteiligte er sich an der Ausarbeitung der neuen Verfassung, was ihm Kritik bei der damaligen parlamentarischen Opposition einbrachte. Nach mehreren Protesten sagte er: „Trotz politischer Debatten halten wir es für einen wichtigen Wert, dass erstmals ein frei gewähltes Parlament das Grundgesetz geschaffen hat.“

Im Oktober 2011 war Gulyás Mitverfasser eines Gesetzentwurfs mit dem Titel „lex Biszku“, der darauf abzielte, Bürger und Strafverfolgungsbeamte für Repressalien gegen Demonstranten nach den Unruhen von 1956 zur Verantwortung zu ziehen. Auf einer Pressekonferenz im Oktober 2011 erklärte er, der Lösungsvorschlag sei verfassungsgemäß und im Einklang mit dem Völkerrecht.

In seiner zweiten Legislaturperiode als Abgeordneter wurde Gulyás zum stellvertretenden Sprecher der Nationalversammlung ernannt und in seiner dritten, die mit der vierten Orbán-Regierung zusammenfiel, wurde Gulyás zum Minister des Amtes des Premierministers ernannt. In der fünften Orbán-Regierung behielt Gulyás seine Position.

Am 13. Dezember 2015 wurde er zu einem der vier Vizepräsidenten der Fidesz-Partei gewählt und hatte diese Position bis zum 29. September 2019 inne. Außerdem war er vom 2. Oktober 2017 bis zu den Wahlen 2018 Fraktionsvorsitzender der Fidesz-Fraktion und wiederum 2026 knapp drei Monate lang. Aufgrund einer Verfassungsänderung, welche die Amtszeiten eines Parlamentariers auf 3 Wahlperioden begrenzt, trat Gulyás als Fraktionsvorsitzender zurück. Ein Fraktionsvorsitzender sollte, so Gulyás, die Möglichkeit haben, bei den nächsten Wahlen wieder anzutreten.

Commons: Gergely Gulyás – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gulyás, der Fraktionsvorsitzende. Abgerufen am 1. April 2026.
  2. ↑ Péter Magyar: Werdegang, Familie und politische Ziele – Infos im Steckbrief. In: abendblatt.de. 13. April 2026, abgerufen am 15. April 2026.
  3. ↑ Hungarians protest against new Fidesz constitution, BBC News, 2. Januar 2012
  4. ↑ Fidesz plans legislation aimed at individuals involved in post-1956 reprisals. In: politics.hu. Archiviert vom Original; abgerufen am 24. Februar 2024.
  5. ↑ Kósa Lajos hibátlanul letette az esküt!, Index.hu, 2. Oktober 2017 
  6. ↑ Osteuroparedaktion: Ungarn: Zerfällt Orbáns Fidesz-Partei? Abgerufen am 17. August 2026.