Gerhard Oberlin

Gerhard Oberlin (* 1950 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Literatur-, Sprach-, Erziehungs- und Kulturwissenschaftler, Wissenschaftspublizist, Schulbuchautor, Lyriker, Erzähler und Lehrer. Er ist mit der Indologin Heike Oberlin verheiratet.

Leben

Nach dem Studium der Anglistik, Germanistik, Pädagogik und Sportwissenschaft arbeitete Gerhard Oberlin zunächst als Gymnasiallehrer in Reutlingen, bevor er als Fachbereichsleiter für Deutsch und Fortbildungskoordinator in den Auslandsschuldienst wechselte. Nach einigen Jahren in Tokyo und Yokohama folgten weitere Studien u. a. als Schüler von Jochen Schmidt sowie die Promotion zum Dr. phil. bei Gert Sautermeister in Bremen. Danach verschiedene Lehrtätigkeiten an Universitäten und Goethe-Instituten in Asien (Tokio, Peking, Hongkong), an der Kolping Hochschule Köln sowie Gastdozenturen an der Hebräischen Universität in Jerusalem, der Malayalam University im indischen Tirur und am PTM Government College in Perinthalmanna/Kerala.

Neben Schulbüchern, Erzählungen, Lyrik und wissenschaftlichen Essays veröffentlichte er literaturwissenschaftliche Studien u. a. über Werke von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Adelbert von Chamisso, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Georg Büchner und Friedrich Hölderlin. Hinzu kamen zahlreiche kulturwissenschaftliche Untersuchungen zu Phänomenen der Zeit- und Kulturgeschichte. Seit 2020 erscheint seine Reihe "Literatur verstehen – Text + Deutung" im Verlag Königshausen & Neumann mit den jeweiligen Texten der Erstdruckfassung und Kommentaren zu: Franz Kafka, Heinrich von Kleist, Georg Büchner, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Annette von Droste-Hülshoff, Rainer Maria Rilke, Georg Trakl, Eduard Mörike. Ein Band zu Heinrich Heine ist in Bearbeitung. Er gab drei Bücher des griechischen Autors und Astrophysikers Argyris Sfountouris zur Kultur- und Zeitgeschichte Griechenlands heraus, die den Film Ein Lied für Argyris von Stefan Haupt illustrieren und ergänzen.

Im Jahr 1992 begründete er unter der Schirmherrschaft von Karl Krolow die „Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e. V.“, mit heutigem Sitz in Leipzig.

Für sein lyrisches Werk erhielt er 1993 den Preis der Kunststiftung Baden-Württemberg, der ein Arbeitsstipendium auf Schloss Solitude einschloss.

Gerhard Oberlin gründete und leitete Montessorischulen in Japan, Laos und Zürich. Im Jahr 2003 wurde er Projektschulleiter der Rhein-Main International Montessori School (RIMS) in Friedrichsdorf, bevor er an die Zurich International School nach Zürich und schließlich an die Deutsche Schule Athen wechselte.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard Oberlin: Die Grenzen der Zivilisation. In: Orbis Litterarum. Band 61, Nr. 2, 2006, ISSN 1600-0730, S. 114–132, doi:10.1111/j.1600-0730.2006.00851.x (wiley.com [abgerufen am 4. September 2026]).
  2. ↑ Unnikrishnan S: German Indologist hands over digitised collection of works of Hermann Gundert. 3. Januar 2020, abgerufen am 4. September 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Oberlin, Gerhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Literatur- und Kulturwissenschaftler, Lyriker, Erzähler und Lehrer
GEBURTSDATUM 1950
GEBURTSORT Freiburg im Breisgau