Gerhard Alzen

Gerhard F. P. Alzen (* 15. Februar 1948 in Wiesbaden) ist ein deutscher Arzt (Kinderarzt, Radiologe und Kinderradiologe) und Hochschullehrer.

Leben

Alzen studierte in Frankfurt und in Mainz Medizin und begann nach seiner Medizinalassistentenzeit und Approbation 1977 als Assistenzarzt in der Univ. Kinderklinik Mainz unter der Leitung von Jürgen Spranger zu arbeiten. Im gleichen Jahr promovierte er mit dem Thema: „Volumenbestimmung mit Ultraschall an isolierten Nieren.“ Nach seiner Facharztanerkennung zum Kinderarzt 1982 wechselte er an das Institut für klinische Strahlenkunde Mainz, wo er bis 1985 als Assistenzarzt unter Manfred Thelen tätig war. 1985 bis 1996 war Alzen in der Klinik für Radiologische Diagnostik der RWTH Aachen tätig (Direktor: Rolf W. Günther) und habilitierte sich im Fach Radiologische Diagnostik über das Thema: „Klinische und tierexperimentelle Untersuchungen zur Strahlenexposition bei der Digitalen Subtraktionsangiographie im Kindesalter.“ 1990 erwarb er die Teilgebietsbezeichnung Kinderradiologie. 1996 folgte er dem Ruf auf eine Professur an die Justus-Liebig-Universität Gießen und übernahm die Leitung der Abteilung Kinderradiologie.

Über die Anfertigung der Dissertation hinaus beschäftigte sich Alzen bereits während des Studiums gemeinsam mit seinem Betreuer Dieter Weitzel intensiv mit der Ultraschalldiagnostik im Kindesalter. Weitzel war es 1973 gelungen, das erste Real-Time-Ultraschallgerät an einer Deutschen Kinderklinik zu installieren. Bildgebende Verfahren und insbesondere die Ultraschalldiagnostik führten Alzen in die Radiologie und aufgrund der neugestalteten Weiterbildungsordnung 1988 zur Kinderradiologie. Nahezu die gesamte wissenschaftliche Arbeit von Alzen diente dem Ziel, die bildgebende Diagnostik bei Kindern sicherer und schonender zu gestalten. Hierzu gehörte sowohl Röntgenuntersuchungen durch Ultraschall und später MRT zu ersetzen als auch radiologische Verfahren mit weniger Strahlendosis durchführen zu können. Er initiierte im Auftrag der Gesellschaft Pädiatrische Radiologie die Einführung eines speziellen Röntgenpasses für Kinder mit dem Ziel, alle bildgebenden Verfahren und Röntgenuntersuchungen einschließlich der applizierten Strahlendosis zu dokumentieren. Seit 2016 ist er Ehrenmitglied der Gesellschaft Pädiatrische Radiologie (GPR), der er seit 1987 angehört.

Im Privatleben interessiert sich Alzen für Klimatologie und Klimawandel; 2022 hielt er dazu einen öffentlichen Vortrag.

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag auf Seite 14 in: Gabriele Benz-Bohm, Ernst Richter: Chronik der Kinderradiologie. Springer Verlag Berlin Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-25580-9, ISBN 978-3-642-25581-6 (E-Book) DOI:10.1007/978-3-642-25581-6
  2. ↑ Ehrenmitglieder | Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie. Abgerufen am 24. Januar 2025.
  3. ↑ »Sonne nutzen, Konsumverhalten ändern«. In: Gießener Allgemeine, online. 10. Februar 2022, abgerufen am 24. Januar 2025.
Personendaten
NAME Alzen, Gerhard
ALTERNATIVNAMEN Alzen, Gerhard F. P.
KURZBESCHREIBUNG deutscher Arzt und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 15. Februar 1948
GEBURTSORT Wiesbaden