Gerhard Balser (* 20. Februar 1929 in Neu-Isenburg; † 29. April 2013) war ein deutscher Architekt.



Gerhard Balser war der zweite Sohn des Architekten Ernst Balser und seiner Frau Margarete Bratengeier. Er war der jüngerer Bruder des Architekten Günther Balser. Nach dem Willen des Vaters sollte er eigentlich nicht Architektur studieren, sondern als Jurist in das väterliche Architekturbüro eintreten. Balser ging in die USA und lernte dort die Architekturstile von Mies van der Rohe und des Büros Skidmore, Owings and Merrill kennen. Nach seiner Rückkehr überzeugte er seinen Vater, auch Architektur studieren zu müssen, um die volle Kompetenz als Fachanwalt des Büros zu erlangen. Sein Lehrer wie auch großes Vorbild an der Technischen Hochschule Karlsruhe war Egon Eiermann, bei dem Balser 1956 sein Diplom machte und anschließend in das väterliche Büro eintrat. 1961 gründete er mit Rolf Schloen (1930–2020) und Hubertus von Allwörden die „Architektengemeinschaft Gerhard Balser“ in Frankfurt am Main, die bis 2005 bestand.
Die Architektengemeinschaft realisierte Bürohäuser, Wohnsiedlunge, Hochhäuser, Verkehrsbauten sowie Kultur- und Geschäftsgebäuden.
Balser war Mitglied des Bunds Deutscher Architekten sowie des Deutschen Werkbunds und war 17 Jahre Präsident des Frankfurter Union International Club.
Der Nachlass befindet sich im Hessischen Landesarchiv Wiesbaden.
Das jüdische Gemeindehaus in Frankfurt wurde in den Medien besonders im Hinblick auf die Übersetzung der Themen „Zerbrechlichkeit des deutsch-jüdischen Verhältnisses“ und „Erinnerung an die Zerstörung“ rezipiert. In den beiden stilisierten Gesetzestafeln neben dem Eingang verlaufen Risse. Zudem wurden in den Grundstein die Namen von 11.000 Frankfurter Jüdinnen und Juden eingelassen, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Dies geschah erstmalig in der Bundesrepublik.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Balser, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1929 |
| GEBURTSORT | Neu-Isenburg |
| STERBEDATUM | 29. April 2013 |