Gerhard Dabel

Gerhard Dabel, auch Gerd Dabel, (* 16. Dezember 1916 in Stettin; † 7. Mai 1984 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben

Er war in der Zeit des Nationalsozialismus Oberbannführer der Hitlerjugend und verantwortlicher Mitarbeiter – in den letzten Kriegswochen sogar Leiter – der Dienststelle Kinderlandverschickung bei der Reichsjugendführung. Nach Kriegsende wurden zahlreiche seiner Schriften in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

1981 gab Dabel ein Sammelwerk über die Erweiterte Kinderlandverschickung heraus, das zahlreiche Dokumente und Erinnerungen ehemaliger Lagerteilnehmer enthält. Dieses Buch prägte lange Zeit das Bild der Kinderlandverschickung als einer unbeschwerten Jugendzeit. Veröffentlichungen von Fachhistorikern kritisieren Dabels Interpretation der Fakten und Dokumente, die ihn und andere Vertreter der Dienststelle KLV in günstigem Licht erscheinen lassen. Jost Hermand wirft dem Buch eine „faschisierende Beschönigung, wenn nicht Glorifizierung der KLV-Erfahrung“ vor.

Gerhard Dabel starb am 7. Mai 1984 in Freiburg im Breisgau und wurde auf dem dortigen Hauptfriedhof beerdigt.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Walter de Gruyter, 2012, S. 477 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. ↑ Eva Gehrken: Nationalsozialistische Erziehung in den Lagern der Erweiterten Kinderlandverschickung 1940 bis 1945. Gifhorn 1997, ISSN 0936-613X (Diss.), S. 29 / Pallas (Memento vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)
  3. ↑ http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-d.html
  4. ↑ Eva Gehrken: Nationalsozialistische Erziehung... S. 29 / ähnlich bei Gerhard Kock: „Der Führer sorgt für unsere Kinder“ – Die Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg. Paderborn 1997, ISBN 3-506-74663-4 (Diss.)
  5. ↑ Jost Hermand: Als Pimpf in Polen – Erweiterte Kinderlandverschickung 1940-1945. Frankfurt/M. 1993, ISBN 3-596-11321-0, S. 11