Gerhard Fecht

Gerhard Fecht (geboren 6. Februar 1922 in Mannheim; gestorben 13. Dezember 2006) war ein deutscher Ägyptologe.

Leben

Grabstätte auf dem Parkfriedhof Lichterfelde

Gerhard Fecht war im Zweiten Weltkrieg Soldat an der Ostfront. Danach studierte er an der Universität Heidelberg Ägyptologie. 1950 wurde er in Heidelberg promoviert. 1954 habilitierte er sich dort. Von 1956 bis 1958 war er Referent an der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts. 1961 erhielt er eine außerplanmäßige Professur an der Universität Heidelberg. 1968 wurde er erster Professor für Ägyptologie an der Freien Universität Berlin. 1987 wurde er emeritiert.

Gerhard Fecht ruht auf dem Berliner Parkfriedhof Lichterfelde.

Forschungsarbeit

Fecht forschte zur Entwicklungsgeschichte des Ägyptischen und zur Literatur, etwa zur Prosodie. Er galt als Spezialist für Metrik und Begründer der Forschung zur ägyptischen Metrik. So wird ihm das Verdienst zugesprochen, die ägyptische Metrik entdeckt zu haben. Er vertrat die These, dass die meisten ägyptischen Texte in Versform verfasst sind. John Baines bewertet seine Schlussfolgerungen als einflussreich, jedoch nicht durchgehend akzeptiert.

Fechts Name erschien 2012 postum in den Medien, da er angeblich in den 1980er-Jahren eine Expertise zum von der Fachwelt als Fälschung eingeschätzten Evangelium der Frau Jesu abgegeben haben soll. Der Besitzer des Papyrusfragments studierte um 1990 in Berlin Ägyptologie.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Mark Collier et al.: Editorial Foreword. In: The Journal of Egyptian Archaeology. Band 93, 2007, ISSN 0307-5133, S. vii–x, hier S. viii (Mitteilung von John Baines).
  2. ↑ Gerhard Fecht †. Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online: Personen, Publikationen, Kontakte. De Gruyter, Berlin / Boston 2010 (Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online - Abgerufen 2022-05-02)
  3. ↑ Datum der Promotionsurkunde nach Druck der Pflichtexemplare 29. Juli 1952.
  4. ↑ Seminar. In: Website Ägyptologisches Seminar der FU Berlin. Abgerufen am 4. Januar 2022.
  5. ↑ Jürgen Osing, Günter Dreyer: Zum Geleit. In: Jürgen Osing, Günter Dreyer (Hrsg.): Form und Mass; Beiträge zur Literatur, Sprache und Kunst des alten Ägypten, Festschrift für Gerhard Fecht zum 65. Geburtstag am 6. Februar 1987 (= Ägypten und Altes Testament. Band 12). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02704-5, S. V.
  6. ↑ Moritz L. Bierbrier: Who Was Who in Egyptology. 5. Auflage. The Egyptian Exploration Society, London 2019, ISBN 978-0-85698-242-2, S. 160.
  7. ↑ Hellmut Brunner: Rez. zu Gerhard Fecht: Der Vorwurf an Gott in den „Mahnworten des Ipu-wer“, Heidelberg 1972. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Band 127, Nr. 1, 1977, S. 88–90, hier S. 88.
  8. ↑ Peter Munro: Altägyptische Metrik als Formprinzip und Mittel der Textinterpretation. In: Orientalistische Literaturzeitung. Band 63, 1968, Sp. 117–125, hier Spalte 117, doi:10.1524/olzg.1968.63.16.59 (Rez. zu Fecht, Gerhard: Literarische Zeugnisse zur „Persönlichen Frömmigkeit“ in Ägypten. Heidelberg 1965).
  9. ↑ Markus C. Schulte von Drach: "Jesus sagte zu ihnen: Meine Ehefrau ..." In: Süddeutsche Zeitung. 20. September 2012, abgerufen am 7. Januar 2022.
  10. 1 2 Bernhard Lang: Mrs. Jesus, made in the USA. In: NZZ. 14. Juli 2016, abgerufen am 7. Januar 2022 (Paywall).
Personendaten
NAME Fecht, Gerhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Ägyptologe
GEBURTSDATUM 6. Februar 1922
GEBURTSORT Mannheim
STERBEDATUM 13. Dezember 2006