Gerhard Gamm (* 1947) ist ein deutscher Philosoph. Er war von 1997 bis 2014 Professor für Praktische Philosophie an der TU Darmstadt. Zentrale Themen seines Schreibens sind sozialphilosophische Studien zur Unbestimmbarkeit und Unbestimmtheit.
Gamm studierte Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Universität Tübingen und Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 1979 promovierte er in Philosophie bei dem Philosophen Alfred Schmidt an der Goethe-Universität mit der Arbeit „Der Wahnsinn in der Vernunft: historische und erkenntniskritische Studien zur Dimension des Anders-Seins in der Philosophie Hegels“. Nach verschiedenen Forschungs- und Lehrtätigkeiten in Tübingen und Frankfurt am Main folgte 1993 die Habilitation zum Begriff der Unbestimmtheit in der Philosophie der Moderne und Gegenwart an der TU Darmstadt. Gutachter waren die Philosophen Gernot Böhme, Helmut Fleischer und Bernhard Waldenfels. Aus dieser Habilitation entstand das Werk „Flucht aus der Kategorie. Die Positivierung des Unbestimmten als Ausgang der Moderne“, welches 1994 bei Suhrkamp erschien. 1995 wurde Gamm auf die Professur für Ethik und Technikphilosophie an die TU Chemnitz-Zwickau berufen, an der erst ein Jahr zuvor die Philosophische Fakultät gegründet wurde. Gamm folgte 1997 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an die TU Darmstadt. Dort lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2014. In Darmstadt war Gamm einer der Antragsteller und führenden Forscher des interdisziplinären Graduiertenkollegs 309 der DFG „Technisierung und Gesellschaft“, das von 1997 bis 2005 an der TU Darmstadt angesiedelt war. In diesem promovierten mehr als 40 Doktoranden verschiedener Fachrichtungen.
In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sich Gamm mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, der Sozialphilosophie und der Technikphilosophie. Einen zentralen Schwerpunkt seines Werkes bildet das philosophische Denken der Moderne und Postmoderne, das er als ein Denken der Unbestimmtheit zu bestimmen versucht. Er gilt als einer der wichtigsten Denker in der deutschsprachigen Philosophie rund um dieses Thema der Unbestimmtheit und der Negativität. Gamms Denken ist ausgehend von Hegel stark von der Kritischen Theorie Max Horkheimers und Theodor W. Adornos und von der neueren französischen Philosophie des Poststrukturalismus, insbesondere Cornelius Castoriadis, Michel Foucault, Jean-François Lyotard, Jacques Derrida und Georges Bataille beeinflusst.
Zu Gamms akademischen Schülerinnen und Schülern gehören u. a. die Philosophen Andreas Hetzel, Eva Schürmann und Dieter Mersch.
Monographien:
als Herausgeber:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gamm, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1947 |