Gerhard Stamer (* 1939 in Berlin) ist ein deutscher Philosoph.
1962 war Stamer Vizeeuropameister im Judo. Von 1964 bis 1968 studierte er an der Universität Frankfurt vor allem bei Theodor W. Adorno, brach dann ein Dissertationsprojekt bei Jürgen Habermas ab. Auslandsaufenthalt in Paris 1969. Von 1971 bis 1978 war er im Schiffbau bei Blohm & Voß in Hamburg tätig, war dort auch kurzzeitig im Betriebsrat. 1984 beendete er sein Studium in Hannover bei Oskar Negt mit einer Dissertation über Erkenntniskritik und Arbeiterbewegung.
1994 gründete Stamer den gemeinnützigen Verein Reflex als Institut für praktische Philosophie in Hannover. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung von Tradition und Gegenwart. Stamer entfaltete in diesem Institut ein Spektrum weitgespannter Aktivitäten von regelmäßigen Kursen über öffentliche Vorträge und Vortragsreihen, Rundfunksendungen, Kommentare in Internetforen, Publikationen und Studienreisen bis hin zu Tagungen wie dem von der Volkswagenstiftung geförderten Symposium Universalität unter pragmatischem Anspruch – die Philosophie im Bologna-Prozeß im November 2008.
Stamer hat außerdem die Stiftung Philosophie zur Zeit gegründet und war Initiator des Leibniz-Tags, der von 2006 bis 2009 jährlich zum Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz in Hannover am 1. Juli begangen wurde.
Von 2003 bis 2006 war Stamer Vizevorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis. Er hat Lehraufträge seit 2010 an der Universität Bamberg und seit 2018 an der Fachhochschule Bielefeld.
Stamer lebt mit seiner Frau Ingrid Hentschel in Hannover.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stamer, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 1939 |
| GEBURTSORT | Berlin |