Gerrit Lohmann (* 1965 in Göttingen) ist ein deutscher Physiker und Klimaforscher auf dem Gebiet der Entwicklung und Analyse komplexer Modelle zu Simulationen abrupter Klimaübergänge. Er ist Professor für Physik des Klimasystems an der Universität Bremen und leitet die Sektion Dynamik des Paläoklimas am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).
Gerrit Lohmann ist der Sohn des Wirtschaftswissenschaftlers Karl Lohmann und Bruder des Unternehmers Dag Lohmann.
Er absolvierte sein Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen und leistete seinen Zivildienst auf der Nordseeinsel Wangerooge. Es folgten mehrere Berufspraktika und Auslandsaufenthalte, u. a. am Kibbuz Afek in Israel. Er studierte Physik, Mathematik, Chemie und Pädagogik an der Universität Göttingen und der Universität Marburg und schrieb seine Diplomarbeit im Bereich der Theoretischen Physik.
Lohmann war Doktorand am AWI, Gastwissenschaftler am Earth Science Center der Universität Göteborg und Stipendiat des DAAD. 1995 legte er seine Dissertation über die Stabilität der Ozeanzirkulation ab. 1996 wandte er sich dem Gebiet der Erdsystemmodellierung und der Erdsystemanalyse zu und arbeitete bis 2000 am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. In den folgenden Jahren arbeitete er am Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen, am Meteorologischen Institut der Universität Hamburg und am Zentrum für marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen. Er war Leiter einer Arbeitsgruppe, die im Rahmen der Nachwuchsförderung zur deutschen Klimaforschung eingerichtet wurde. Lohmann ist an der Organisation von nationalen wie internationalen Symposien beteiligt (z. B. US National Academy of Sciences, Humboldt-Stiftung, Europäischen Geophysikalischen Gesellschaft) und initiierte nationale wie internationale Forschungsprojekte.
Neben seiner Forschungsarbeit engagiert er sich in der Akademie für Ost-West-Begegnungen, einem Verein für politische Bildung und anerkanntem Träger der Bundeszentrale für politische Bildung.
Lohmann erforscht die Mechanismen für Klimaschwankungen auf dekadischen bis hin zu geologischen Zeitskalen. Hierfür verbindet er Klimamodelle mit Analysen von Klimadaten, die u. a. aus Klimaarchiven von Eisbohrkernen, Korallen oder Sedimenten abgeleitet werden, um Schlüsse über das Klima der Vergangenheit und zu schnellen Klimaschwankungen (z. B. Dansgaard-Oeschger-Ereignissen) zu ziehen. Er hat über 350 Fachbeiträge in internationalen Zeitschriften im Bereich der Klimamodellierung, Dateninterpretation, sowie über Methoden zur Gewinnung wissenschaftlicher Entdeckungen publiziert. Er hält regelmäßig Vorträge zu Fragen des Klimawandels und ist Verfasser von mehreren Büchern. Lohmann ist Mit-Antragsteller im Exzellenzcluster ›Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde‹ der Universität Bremen.
Lohmann ist Initiator vieler Workshops, Sommerschulen, Seminare und Konferenz-Sessions. Er erarbeitete eine innovative Konzeption zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Earth System Sciences Research School (ESSReS) und Deutsch-Chinesischen Sommerschulen. Lohmann war Sprecher für den Bereich Ozeane und Kryosphäre im Klimawandel in der Helmholtzgemeinschaft.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lohmann, Gerrit |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Klimaforscher |
| GEBURTSDATUM | 1965 |
| GEBURTSORT | Göttingen |