Gert Rosenthal

Gert Rosenthal ist ein deutscher Vegetationsökologe und emeritierter Hochschullehrer. Er war von 2001 bis 2019 Universitätsprofessor für Landschafts- und Vegetationsökologie an der Universität Kassel und leitete dort das gleichnamige Fachgebiet. Rosenthal forschte zur Renaturierung von Feuchtwiesen und Borstgrasrasen sowie zur Umsetzung von Prozessschutz und Wildnisgebieten im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie.

Leben

Rosenthal studierte bis 1984 Biologie mit Schwerpunkt Geobotanik an den Universitäten Bremen und Göttingen. 1991 promovierte er an der Universität Bremen mit einer Dissertation über die Erhaltung und Regeneration von Feuchtwiesen. Anschließend war er dort als Post-Doktorand am Institut für Ökologie und Evolutionsbiologie tätig. 2001 habilitierte er am Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart.

Folgend wurde er auf die Professur für Landschafts- und Vegetationsökologie an die Universität Kassel berufen, wo er das Fachgebiet bis 2019 leitete.

Wirken

Rosenthals Forschungsschwerpunkte liegen in der Vegetationsökologie des Grünlands und im praktischen Naturschutz. Seine Dissertationsschrift zu Erhaltung und Regeneration von Feuchtwiesen wurde zu einem viel zitierten Standardwerk der deutschsprachigen Feuchtwiesen-Renaturierung.

In den 2000er und 2010er Jahren leitete Rosenthal mehrere große Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz, darunter zur Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Kompensationsmaßnahmen (2006–2012)sowie auch zur Umsetzung des 2-%-Ziels für Wildnisgebiete aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie (2012–2014).

Das aus letzterem hervorgegangene BfN-Skript gilt als fachliche Grundlage für die Identifizierung und Ausweisung großflächiger Wildnisgebiete in Deutschland. Gemeinsam mit seinen Koautoren entwickelte Rosenthal darin Kriterien und Flächenkulissen für das 2-%-Wildnisziel.

Mit Cord Peppler-Lisbach und Mitarbeitenden untersuchte er darüber hinaus den langfristigen Vegetationswandel artenreicher Borstgrasrasen Mitteleuropas.

Schriften (Auswahl)

Commons: Gert Rosenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Gert Rosenthal. Universität Kassel, abgerufen am 10. Oktober 2026.
  2. ↑ Gert Rosenthal geht in den (Un)Ruhestand. Naturschutz und Landschaftsplanung, abgerufen am 10. Oktober 2026.
  3. ↑ R. Pott: Renaturierung von Feuchtgrünland, Auengrünland und mesophilem Grünland. In: Handbuch der Umweltwissenschaften. ecomed, Landsberg 2007, doi:10.1007/978-3-8274-2161-6_11 (zitiert Rosenthals Monografie als Standardliteratur).
  4. 1 2 G. Rosenthal, A. Mengel, A. Reif, S. Opitz, N. Schoof, N. Reppin: Umsetzung des 2%-Ziels für Wildnisgebiete aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie (= BfN-Skripten. Band 422). Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg 2015.
  5. ↑ BfN Schriften 422 – Umsetzung des 2%-Ziels für Wildnisgebiete aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 10. Oktober 2026.
  6. ↑ C. Peppler-Lisbach, N. Stanik, N. Könitz, G. Rosenthal: Long-term vegetation changes in species-rich Nardus grasslands of Central Germany indicate eutrophication, recovery from acidification and management change as main drivers. In: Journal of Vegetation Science. 2021, doi:10.1111/jvs.12990.
Personendaten
NAME Rosenthal, Gert
KURZBESCHREIBUNG deutscher Vegetationsökologe
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert