Häufig bilden schlank nach oben strebende Fialen und Tabernakel, reich mit Zierwerk und Figuren besetzt, den Hauptbestandteil des Gesprenges.
Weit verbreitet waren bis zum 19.Jahrhundert Altaraufbauten aus drei turmartig nebeneinander angeordneten Schmuckfeldern. Als figürlicher Schmuck der Gesprenge dienten meist Kreuzigungsgruppen mit Maria und Johannes, aber auch Heiligenfiguren oder Schmerzensmann-Darstellungen und Engel mit den Leidenswerkzeugen Christi sowie Wappen der Auftraggeber. Mit der Hinwendung zur Renaissance wurde immer öfter auf die Figuren verzichtet und diese wurden durch Pflanzendarstellungen ersetzt. Nach den Liturgiereformen im 20.Jahrhundert wurden in deutschen Kirchen die Gesprenge abgebaut, aber an anderer Stelle einzeln im Kirchenraum positioniert.
Gesprenge im Hausbau
Freigespärre mit Gesprenge, um 1895 (Würzburg, Rottendorfer Straße 36, sogenanntes Zollhaus)
Beim historistischen Hausbau wird die geschnitzte Gefachzier in einem Freigespärre (Schwebegiebel) selten auch als Gesprenge (Giebelgesprenge, Gesprengegiebel) bezeichnet.
Johannes Bähr: Zur Entwicklung des Altarretabels und seiner Bekrönung vor 1475. In: Städel Jahrbuch 15 (1995), S. 85–120.
Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 14. Januar 2024), S. 211.