Giancarlo Collet (* 21. Februar 1945 in Brunnen) ist ein katholischer Theologe aus der Schweiz.
Giancarlo Collet studierte Philosophie und katholische Theologie in Zürich, Luzern und Tübingen. 1983 wurde er (bei Walter Kasper) mit einer Arbeit über Das Missionsverständnis der Kirche in der gegenwärtigen Diskussion zum Doktor der Theologie promoviert.
Collet war von 1983 bis 1985 Dozent am Missiologischen Institut der Universidad Intercontinental in Mexiko-Stadt. Von 1985 bis 1988 arbeitete er als Projektleiter im Forschungsteam des Bildungszentrums RomeroHaus der Bethlehem Mission Immensee in Luzern (benannt nach Erzbischof Óscar Romero). Von 1988 an war er Direktor des Instituts für Missionswissenschaft an der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster. Am 8. Juni 1998 hielt er die Laudatio zur Ehrenpromotion des Befreiungstheologen Jon Sobrino. 2010 wurde Collet emeritiert.
Collet ist u. a. Mitglied der International Association for Mission Studies (IAMS), der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW) und der Theologischen Kommission des Evangelischen Missionswerkes (EMW).
Collet versucht, Anliegen der Befreiungstheologie und der sogenannten Dritte-Welt-Theologien in die europäischen theologischen Debatten zu vermitteln. Um den Eurozentrismus der Theologie aufzubrechen, spricht er von «Christentümern» im Plural. Sein Augenmerk gilt den Migrationsbewegungen, die weltweit zur Veränderung von Religion und Kirche führen. In diesen Veränderungen sieht Collet die Chance, den Ethnozentrismus der europäischen Kirche aufzubrechen, um «zu einer besseren gegenseitigen Wahrnehmung und schließlich zum solidarischen Engagement für das Gemeinwohl aller» zu kommen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Collet, Giancarlo |
| KURZBESCHREIBUNG | katholischer Theologe und Missionswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 21. Februar 1945 |
| GEBURTSORT | Brunnen SZ |