
GigE Vision ist ein Mitte 2006 verabschiedeter Interface-Standard aus der industriellen Bildverarbeitung. Er ermöglicht den einfachen Anschluss von Industriekameras an vorhandene Netzwerksysteme durch die Nutzung des Gigabit-Ethernet-Standards.
Der Standard entsprang einem Komitee aus circa 50 Firmen, die 12 Initiatoren waren Adimec, Andor Technology, Atmel, Basler, CyberOptics, Dalsa, JAI A/S, JAI PULNiX, Matrox, National Instruments, Photonfocus, Pleora Technologies und Stemmer Imaging. Die Automated Imaging Association (AIA) überwachte die Entwicklung. GigE Vision ist eine eingetragene Marke der AIA.
GigE Vision basiert auf UDP / IPv4 und hat sich zum Ziel gesetzt größtmögliche Kompatibilität zwischen Kamera-, Hard- und Softwareherstellern zu gewährleisten. Der Standard selbst ist nicht öffentlich zugänglich und nur für Mitglieder der AIA einsehbar. Eine Konsequenz daraus ist, dass nur AIA Mitglieder GigE Vision kompatible Produkte entwickeln können und dies, anders als beispielsweise bei DCAM, keine Open-Source-Implementierungen ermöglicht.
Features des GigE Vision Standards:
Der GigE Vision Standard besteht im Wesentlichen aus vier Elementen:
Auch wenn sich der Standard direkt auf Gigabit-Ethernet bezieht, kann jede beliebige Ethernetvariante genutzt werden.
Der Standard bietet gegenüber den vorhandenen Anschlüssen, wie CameraLink oder Firewire mehrere Vorteile. Durch die Nutzung der Gigabit-Ethernet-Technologie kann auf herkömmliche Netzwerkkabel zurückgegriffen werden, was neben der größeren Reichweite auch niedrigere Kosten bedeutet. Ein weiterer Vorteil ist, dass die benötigten Netzwerkkabel bei Installation an unzugänglichen Stellen vor Ort konfektioniert werden können.
Mit dem GenICam Standard wird eine einheitliche Softwareschnittstelle definiert. Dies ermöglicht herstellerunabhängig Software zu entwickeln, die beliebige GigE-Vision-Kameras nutzen kann.