Ginglymia

Ginglymia
Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Tachininae
Tribus: Leskiini
Gattung: Ginglymia
Wissenschaftlicher Name
Ginglymia
Townsend, 1892

Ginglymia ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde 1892 von dem US-amerikanischen Entomologen Charles Henry Tyler Townsend eingeführt. Typusart ist Ginglymia acrirostris Townsend, 1892. Die Gattung Ginglymia gehört zur Tribus Leskiini innerhalb der Unterfamilie Tachininae.

Merkmale

Es handelt sich um etwa 4–6 mm lange beborstete Fliegen. Im Folgenden eine Beschreibung der Gattung nach Townsend (1892). Der Kopf ist im Profil rechteckig, etwa doppelt so hoch wie lang. Die Stirn ist vorspringend, etwa so breit wie das Gesicht, nimmt bei den Männchen die halbe Kopfbreite ein, am Scheitel leicht verschmälert. Die Stirnborsten reichen fast bis zur Basis des dritten Fühlerglieds hinab, eher spärlich. Die Vertikalborsten sind am kräftigsten, diese sowie die beiden nächsten Borsten auf jeder Seite sind nach hinten gerichtet. Das zweite Paar (gezählt von den Vertikalborsten aus) ist kräftiger als das erste Paar, die übrigen Borsten schwächer und nicht nach hinten gerichtet. Bei den Männchen sind zwei nach vorn gerichtete Orbitalborsten vorhanden. Das Gesicht ist fast senkrecht, das Epistom kaum vorspringend. Die Gesichtsmulde nimmt etwa zwei Drittel der Gesichtsbreite ein, oben schmaler als unten, flach. Die Gesichtsleisten sind kahl, abgesehen von zwei oder drei sehr kleinen Borsten direkt neben den Vibrissen, die Einschnürung ist sehr gering. Die Gesichtsseiten sind schmal, kahl. Die Genae (Wangen) sind schmal, etwa ein Fünftel der Augenhöhe, hinten etwas behaart, mit Borsten am unteren Rand. Die Vibrissen sind im Vergleich zu den übrigen Borsten kräftig, nicht gekreuzt, berühren sich kaum, stehen in gewissem Abstand vom Mundrand, aber auf einer Linie mit dessen oberem Rand, wobei der Mundrand zwischen den Vibrissen hufeisenförmig verläuft. Die Augen sind kahl. Sie reichen deutlich unterhalb der Vibrissen. Die Fühler sind etwa so lang wie das Gesicht, hoch angesetzt. Das erste Fühlerglied ist kurz, das zweite etwas verlängert, das dritte nicht dreimal so lang wie das zweite, die Spitze ist abgerundet, die hintere Apikalecke abgestutzt. Die Arista (Fühlerborste) ist länger als das dritte Fühlerglied, mikroskopisch fein behaart, durchgehend etwa gleich dick, deutlich dreigliedrig und gekniet, das zweite Glied stark verlängert, erreicht volle zwei Drittel der Länge des Endglieds. Der Rüssel (Proboscis) ist deutlich länger als die Kopfhöhe, schlank, an der Spitze scharf oder zugespitzt, ohne Labella, unterhalb des Knies gerade. Die Taster sind ziemlich lang, sehr schlank, an der Spitze leicht verdickt. Der Thorax ist so breit wie der Kopf. Das Scutellum (Schildchen) ist mit einem Paar Apikal- und einem Paar Lateralborsten (Makrochaeten) besetzt, wobei erstere etwa bis zur Mitte des zweiten Abdominalsegments reichen. Der Hinterleib ist nicht breiter als der Thorax, länglich-elliptisch, leicht gewölbt, das erste Segment nicht verkürzt. Die Makrochaeten sind nur am Rand oder nahe dem Rand vorhanden. Auf dem ersten Segment fehlen diese oder sind nur sehr schwach ausgebildet. Das Hypopygium ist vorstehend. Die Beine sind schlank, mäßig lang, nicht borstig. Die Metatarsen sind kürzer als die nachfolgenden Glieder zusammen. Die Klauen und Pulvilli sind sehr kurz. Die Flügel sind etwas länger als der Hinterleib, mit kleinem Costaldorn. Die erste Flügelader ist auf ihrer gesamten Länge bedornt. Die dritte Ader ist bis zur kleinen Querader bedornt. Die Apikalzelle mündet in die Flügelspitze und ist schmal geöffnet. Die vierte Ader ist nur schwach gekrümmt, die Apikalquerader leicht konkav. Die hintere Querader ist gerade, senkrecht zur vierten Ader stehend, etwas näher an der Krümmung der vierten Ader als an der kleinen Querader gelegen.

Verbreitung

Die Gattung Ginglymia kommt in Nord- und in Mittelamerika vor.

Lebensweise

Die Vertreter der Gattung Ginglymia sind Endoparasitoide von Schmetterlingsraupen. Von G. acrirostris ist bekannt, dass sie eine Art aus der Familie Pyralidae parasitiert.

Innere Systematik

Die Gattung Ginglymia umfasst folgende Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 C. H. T. Townsend: Notes on North American Tachinidae sens. str. with descriptions of new genera and species. Paper III. In: Transactions of the American Entomological Society 19. 1892, S. 88–132, abgerufen am 24. September 2026 (englisch, auf Seiten 118f.).
  2. 1 2 3 4 5 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 24. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 Genus Ginglymia Townsend, 1892. In: Taxonomic and Host Catalogue of the Tachinidae of America North of Mexico. Tachinidae Resources, abgerufen am 24. September 2026 (englisch).