
Kenneth Giorgio Jackson Drago (* 6. Februar 1987 in Viña del Mar) ist ein chilenischer Politiker und Ingenieur. Von September 2022 bis August 2023 war er Minister für soziale Entwicklung und Familie im Kabinett von Präsident Gabriel Boric. Zuvor amtierte er von März bis September 2022 als Generalsekretär der Präsidentschaft.
Jackson war Mitbegründer der Partei Revolución Democrática (RD) und deren erster Abgeordneter im chilenischen Nationalkongress. Bei der Parlamentswahl 2017 erhielt er landesweit die höchste persönliche Stimmenzahl unter den Kandidaten für die Abgeordnetenkammer. Bekannt wurde er zuvor als einer der führenden Vertreter der chilenischen Studentenproteste von 2011. Später wirkte er am Aufbau des linken Parteienbündnisses Frente Amplio und an der Präsidentschaftskandidatur von Beatriz Sánchez mit.
Jackson wurde am 6. Februar 1987 in Viña del Mar als Sohn von Kenneth Paul Jackson Salinas und Carmen Gloria Elisa Drago Caballero geboren. Er besuchte die Deutsche Schule Sankt Thomas Morus in Providencia.
Während seiner Schulzeit engagierte er sich als Freiwilliger bei der Organisation Un Techo para Chile, der er insgesamt sechs Jahre lang verbunden blieb. In seiner Jugend spielte er zudem Volleyball und gehörte 2004 einer chilenischen Nachwuchsauswahl sowie 2006 der Jugendnationalmannschaft an.

2004 nahm Jackson ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit Schwerpunkt Informationstechnologie an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile auf, das er 2013 abschloss. 2009 beteiligte er sich an der Gründung des Centro de Estudiantes y Trabajadores (CET) der Universität, einer Initiative, die aus der Studentenbewegung Nueva Acción Universitaria (NAU) hervorgegangen war. Von 2009 bis 2010 war er Generalkoordinator des CET.

2008 trat Jackson der Mitte-links orientierten Studentenbewegung Nueva Acción Universitaria bei. Als Präsident der Studentenvereinigung der Päpstlichen Katholischen Universität (FEUC) gehörte er 2011 neben Camila Vallejo von der Universität von Chile und Camilo Ballesteros von der Universität Santiago de Chile zu den bekanntesten Anführern der landesweiten Studentenproteste. Als Sprecher des chilenischen Studentenverbandes Confederación de Estudiantes de Chile (Confech) trat er insbesondere als Kritiker der Bildungspolitik der Regierung von Präsident Sebastián Piñera hervor.
Im Zuge der Protestbewegung nahm Jackson an verschiedenen politischen und parlamentarischen Beratungen teil. Vor der Bildungskommission des chilenischen Senats vertrat er die Auffassung, es sei ein „moralischer Imperativ“, dass der Staat Garant von Rechten und nicht von Konsumgütern sein müsse. Gemeinsam mit Camila Vallejo und Francisco Figueroa reiste er außerdem nach Europa, wo die Studentenvertreter unter anderem bei der UNESCO auftraten.
Während der Proteste hatte Jackson eine unmittelbar bevorstehende politische Karriere zunächst ausgeschlossen. Am 7. Januar 2012 beteiligte er sich jedoch an der Gründung der politischen Bewegung Revolución Democrática.
Im Dezember 2012 kündigte Jackson seine Kandidatur für die Abgeordnetenkammer im Wahlbezirk Santiago bei der Parlamentswahl in Chile 2013 an. Er trat als Unabhängiger an, wurde jedoch von den Mitte-links-Parteien der späteren Nueva Mayoría unterstützt, die in seinem Wahlbezirk auf eigene Kandidaten verzichteten. Seine Kampagne finanzierte er ausschließlich durch Beiträge seiner Unterstützer und verzichtete auf Unternehmensspenden sowie anonyme Spenden. Bei der Wahl am 17. November 2013 wurde er mit 48,17 Prozent der Stimmen zum Abgeordneten gewählt. Neben Jackson zogen mit Camila Vallejo, Gabriel Boric und Karol Cariola weitere ehemalige Führungspersönlichkeiten der Studentenbewegung ins Parlament ein. Wenige Tage nach der Wahl erklärte Jackson im Namen von Revolución Democrática seine Unterstützung für die Präsidentschaftskandidatur von Michelle Bachelet.
Jackson trat sein Abgeordnetenmandat am 11. März 2014 an. Im Nationalkongress gehörte er unter anderem der ständigen Bildungskommission an. Darüber hinaus arbeitete er in der Kommission für öffentliche Sicherheit mit.
Ab 2016 beteiligte er sich am Aufbau des Frente Amplio, eines Zusammenschlusses verschiedener linker Parteien und politischer Bewegungen, der im Vorfeld der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2017 gegründet wurde. Das Bündnis unterstützte bei der Präsidentschaftswahl die Journalistin Beatriz Sánchez.
Bei der Parlamentswahl vom 19. November 2017 wurde Jackson für den neu geschaffenen Wahlbezirk 10, der unter anderem Ñuñoa, Providencia, Santiago, Macul, San Joaquín und La Granja umfasst, wiedergewählt. Dabei erhielt er mehr Stimmen als jeder andere Kandidat für die Abgeordnetenkammer im Land. Jackson erklärte mehrfach, keine dritte Amtszeit als Abgeordneter anzustreben.
Bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2021 leitete Jackson den Wahlkampf seines langjährigen politischen Weggefährten Gabriel Boric. Nach Borics Wahlsieg wurde Jackson als einer der einflussreichsten Vertreter seines politischen Umfeldes angesehen und unter anderem als möglicher Innenminister gehandelt.
Mit dem Amtsantritt Borics am 11. März 2022 übernahm Jackson stattdessen das Amt des Generalsekretärs der Präsidentschaft. Bei einer Kabinettsumbildung am 6. September 2022 wechselte er an die Spitze des Ministeriums für soziale Entwicklung und Familie. Dieses Amt übte er bis zu seinem Rücktritt am 11. August 2023 aus.
Jackson erreichte insbesondere während seiner Zeit als Abgeordneter vergleichsweise hohe Zustimmungswerte in Meinungsumfragen. In einer CEP-Erhebung gehörte er 2015 zu den am besten bewerteten chilenischen Politikern. Nach seinem Eintritt in Borics Regierung gingen seine Zustimmungswerte zurück. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Criteria sank seine Zustimmung von 48 Prozent im März 2022 auf 37 Prozent im September desselben Jahres.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jackson, Giorgio |
| ALTERNATIVNAMEN | Jackson Drago, Kenneth Giorgio (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | chilenischer Politiker und Ingenieur |
| GEBURTSDATUM | 6. Februar 1987 |
| GEBURTSORT | Viña del Mar |