Giovanni „Netu“ Borgna (* 14. Juli 1854 in Martiniana Po; † 5. Januar 1902 ebenda) war ein italienischer Maler. Er schuf fast ausschließlich Werke mit religiöser Thematik, die in vielen Orten des Piemonts und Liguriens zu finden sind.
Borgna wuchs in einer künstlerisch begabten Familie auf: sein Vater Domenico und sein Bruder Luigi waren Stuckateure und Dekorateure, und seine Schwester Rosa Borgna (1859–1939) wurde Malerin. Da er aufgrund einer leichten körperlichen Beeinträchtigung nicht für physisch anstrengende Berufe geeignet war, ermöglichte ihm sein Vater eine künstlerische Ausbildung, zunächst in einem Internat in Saluzzo und später in Turin, wo seine Tante Margherita lebte. Dort schrieb Giovanni sich 1867/68, im Alter von 13 Jahren, an der Accademia Albertina di Belle Arti ein. Seine Schwester Rosa folgte ihm einige Jahre später dorthin. Gesundheitliche Probleme und die Notwendigkeit, seinen Vater immer wieder bei dessen Arbeit als Maurer und Stuckateur zu unterstützen, führten dazu, dass er seinen formalen Abschluss von der Accademia erst 1884 erlangte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings schon mehrere Goldmedaillen bei Mal- und Zeichenwettbewerben gewonnen.
Er war künstlerisch äußerst produktiv und schuf zahlreiche Gemälde und Fresken, u. a. in Martiniana Po, Bagnolo Piemonte, Brondello, Cardè, Envie, Garessio, Gottasecca, Paesana, Pamparato, Pontechianale, Revello, Saluzzo, Sampeyre, San Damiano Macra, Sanfront, Scarnafigi, Tarantasca, und Venasca und weiteren Orten im Piemont und auch in Ligurien, wie z. B. in Alassio, Chiusanico oder Pontedassio. Seine Darstellungen basierten vorwiegend auf Texten des Neuen Testaments. Typisch für seine Werke sind Erzengel, Seraphim und Cherubim, die Zithern, kleine Blasinstrumente oder Tamburine spielen, sowie weitere Engelsgestalten, die Heilige, Spruchbänder, Palmwedel, heilige Bücher oder Lilien halten. Weil er so stark gefragt war, wiederholte er immer wieder dieselben Motive, sei es auf Wunsch der Auftraggeber oder aus eigener Vorliebe, wobei er lediglich einige Gesten und Gesichter abwandelte.
Giovanni Borgna starb 1902 im Alter von 47 Jahren an einer Lungenentzündung, die er sich zugezogen hatte, als er im Winter die Außenwände eines Gebäudes bemalte. Seine Schwester Rosa, die ihn häufig bei der Anfertigung seiner Bilder unterstützt hatte, vollendete zahlreiche Werke, an denen er gerade gearbeitet hatte – darunter auch ein Selbstporträt Borgnas, das sich heute in seinem Mausoleum befindet.
Borgna wurden 1988 eine Wanderausstellung sowie ein von Amedeo Renzo und Raso Domenico herausgegebener Bildband gewidmet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Borgna, Giovanni |
| ALTERNATIVNAMEN | Borgna, Giovanni „Netu“ |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Maler und Stuckateur |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1854 |
| GEBURTSORT | Martiniana Po |
| STERBEDATUM | 5. Januar 1902 |
| STERBEORT | Martiniana Po |