Bronzene Schaumünze mit einer Darstellung des seinerzeitigen Prokuratoren von San Marco und späteren Dogen Andrea GrittiAndrea Gritti auf der Rückseite der obigen Münze. Dargestellt ist Gritti und eine eingebrochene Stadtmauer nebst Stadtsilhouette. Es handelt sich wohl um Brescia oder Bergamo, die unter Gritti erobert wurden. Demzufolge wäre die Münze 1512 oder 1516 entstanden, wenn sie zeitnah angefertigt worden ist.
Über Faliers Leben ist nichts bekannt, vielleicht kam er von Sizilien. Er könnte mit einem Wachsmodellierer identisch sein, der vom venezianischen Patrizier Francesco Zen ein Porträt angefertigt hat, das in Form einer Kamee von Giovanni Antonio de’ Rossi (1513 – nach 1575) reproduziert wurde.
Zwei Medaillen wurden ihm sicher zugeordnet:
Die Bronzemedaille mit dem Porträt eines venetianischen Priesters Marcus, die erstmals 1899 durch Julius Menadier Giovanni Falier zugeordnet wurde. Sie gehörte seit Oktober 1904 zur „Sammlung James Simon“ der Königlichen Museen zu Berlin, die Signaturinschrift IOANNISFALETRO befindet sich im unteren Teil des Revers. Darüber befindet sich ein Stier mit gesenktem Kopf hinter dem eine Palme zu sehen ist. Rechts wird er von einem Windhund anbellt, neben dem sich ein weiterer Baum befindet. Der Dargestellte ist im Brustbild im Profil nach links abgebildet und trägt eine Art Camauro unter der seine Haare herausragen. Die Umschrift in griechischen Lettern lautet ΠΡΕΣΒΥΤΕΡ ΜΑΡΚΟΥΣ. Unter dem Porträt befindet sich noch eine kleine Pflanze mit zwei Blüttern.
↑Dies behauptete ohne Quellenangaben Pietro Ziani: Enciclopedia metodica critico-ragionata delle belle arti. VIII, wo er als Giov. Falier oder Faller erscheint (Digitalisat, S. 186), ebenso wie schon bei Florent Le Comte: Cabinet des singularitez d’architecture, peinture, sculpture, et graveure. Paris 1699, S. 339 (Digitalisat von Bd. 3 der dritten Auflage, bei Lambert Marchant, Brüssel 1702, S. 339) als „Jean Faller“ „Stecher von Ornamenten und Grotesken“ (zitiert nach Thieme, bei Le Comte allerdings: «Pour les Ornaments & Grotesques, ou Moresques»).
↑Johannes Faltero, Venezianischer Künstler der Familie Falier. In: Sammlung von Renaissance-Kunstwerken gestiftet von Herrn James Simon zum 18. Oktober 1904. Georg Reimer, Berlin 1908, S.24,81 (Textarchiv– Internet Archive).
↑Wilhelm von Bode:Zur neuesten Forschung auf dem Gebiete der italienischen Medaillenkunde. In: Zeitschrift für bildende Kunst. E. A. Seemann, Leipzig 1866, S.39–40 (Textarchiv– Internet Archive– Mit Abbildung der Medaille).