Johannes de Fontana

Feuerhexe aus Johannes de Fontanas Bellicorum instrumentorum liber, um 1420/30 (BSB München Cod. icon. 242)

Johannes de Fontana (auch Johannes Fontana, italienisch Giovanni Fontana, Giovanni da Fontana; * um 1395; † 1455 oder etwas später) war ein italienischer Mediziner und Autor des 15. Jahrhunderts. Er hat zahlreiche Traktate zu technisch-wissenschaftlichen Themen verfasst, von denen besonders bekannt der Bellicorum instrumentorum liber (Buch militärischer Geräte) von etwa 1420/30 ist.

Leben

Johannes de Fontana studierte an der Universität Padua nacheinander die Artes liberales und Medizin, die er 1418 und 1421 jeweils mit einer Doktorprüfung abschloss. Zu seinen Lehrern gehörten der Aristoteles-Kommentator Paulus Venetus (gest. 1429) und der Naturphilosoph Biagio Pelacani da Parma (gest. 1416). 1421 übernahm Fontana im Auftrag des Dogen von Venedig eine diplomatische Mission zu dem Condottiere Francesco Bussone da Carmagnola. Aufenthalte in Rom und auf Kreta zu unbekannten Zeitpunkten werden von ihm erwähnt. In den 1430er Jahren arbeitete er eine Zeit lang als venezianischer Stadtarzt von Udine. Er starb 1455 oder später.

Werke

Fontana verfasste 20 Werke, von denen sich zehn erhalten haben.

Fontana ist bekannt als Autor einer frühen Darstellung einer Laterna magica (Silhouettenprojektion), um 1420 datiert.

Giovanni da Fontana ist auch als Erfinder des Buchstabenschlosses (um 1420) bekannt.

Ausgaben und Übersetzungen

Literatur

Commons: Johannes de Fontana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ Die biografischen Angaben nach Horst Kranz: Akademische Technik im 15. Jahrhundert. Inhalt und Terminologie einer wiederentdeckten Jugendschrift Johannes Fontanas. In: Technikgeschichte (2007) 74, Heft 2, S. 119–147, hier S. 124–126.
  2. ↑ Johannes de Fontana: Bellicorum instrumentorum liber cum figuris (BSB Cod. icon. 242).
  3. ↑ Christian Bachmann: Sicherheit: Ein Urbedürfnis als Herausforderung für die Technik. Springer, Basel 1991, S. 92.