Giulio Campi

Giulio Campi (* um 1500 in Cremona; † 5. März 1572 ebenda) war ein italienischer Architekt und Maler.

Leben

Der älteste Sohn und zugleich Schüler von Galeazzo Campi und ein Bruder von Antonio Campi und Vincenzo Campi. Er soll seine Ausbildung zunächst bei Bernardino Gatti (genannt Il Sojaro) fortgesetzt haben oder ab 1522 ein Schüler Giulio Romano und später des Giovanni Antonio da Pordenone gewesen sein. Sein frühstes datiertes Werk aus dem Jahr 1527 ist der Hauptaltar mit der Darstellung der Madonna zwischen den Heil. Nazarius und Celsus im Stil Romaninos in der Chiesa di Sant’Abbondio in Cremona. Von Giulio Romano soll er in Mantua neben der Malerei auch die Baukunst und Plastik erlernt haben. Er galt als Hauptmeister der eklektischen Schule der Familie Campi.

Im Jahr 1530 fertigte er Fresken und eine Tafel in Öl La Madonna in der Kirche Santa Maria delle Grazie in Soncino an, die mit Julius Campus Cremonesis faciebat 1530 signiert ist. Es folgten weitere Arbeiten in Kirchen in Cremona. Seit etwa 1540 zeigen Campis Werke einen deutlichen Einfluss Giulio Romanos, dem er in Mantua bei Arbeiten geholfen haben soll. Als Architekt leitete er um 1547 im Auftrage des Prälaten und Dichters Marcus Hieronymus Vida (Girolamo Vida) die Restaurierungsarbeiten an der Chiesa delle Sante Margherita e Pelagia in Cremona, für deren Ausschmückung er Fresken und Skulpturen anfertigte. In den Jahren 1566 bis 1568 war er im Dom von Cremona tätig und begann 1571 mit der Ausschmückung der Kapelle der Madonna in der Kirche S. Maria di Campagna in Piacenza. Er starb bevor er das Werk vollendet hatte, so dass seine Brüder Antonio und Vincenzo mit der Fertigstellung beauftragt wurden. Die Kapelle wurde 1791 zerstört. Seine durch Romano beeinflussten Spätwerke wurden eher als kalt und manieriert bezeichnet, während die frühen Bildnisse seine reiche, schöpferische Begabung mit reicher Kolorit an venezianische Maler erinnern.

Familie

Campi war mit Dorotea (geborene de’ Corradi) verheiratet, mit der er mehrere Kinder hatte.

Nach seinem Tod ließen die drei ältesten Söhne für ihn in der Kirche S. Nazaro in Cremona ein Grabmal (Familiengruft) errichteten. Zur Familie Campi soll zudem der Maler Bernardino Campi (1522–1590) gehört haben.

Werke (Auswahl)

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ La Madonna e l’offerente Stampa Soncin. In: Catalogo della R. Pinacoteca di Brera, di Francesco Malaguzzi Valeri, con cenno storico di Corrado Ricci. Bergamo Istituto italiano d’arti grafiche, 1908, S. 201–202 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive).
  2. 1 2 Silla Zamboni: Campi, Giulio. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 17: Calvart–Canefri. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1974.
  3. 1 2 Francesco Malaguzzi-Valeri: Campi, Giulio. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 5: Brewer–Carlingen. E. A. Seemann, Leipzig 1911, S. 470–471 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. ↑ Campi Giulio, Madonna con Bambino in trono, san Nazaro e san Celso catalogo.fondazionezeri.unibo.it (italienisch).
  5. ↑ Emil Jacobsen: Die Gemälde der einheimischen Malerschule in Brescia. In: Wilhelm Bode, Max Jordan, Friedrich Lippmann, Valerian von Loga (Hrsg.): Jahrbuch der Königlich Preussischen Kunstsammlungen. Band 17. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1896, S. 19–42, hier S. 37–38 (Textarchiv – Internet Archive).
Personendaten
NAME Campi, Giulio
ALTERNATIVNAMEN Campus, Julius; Campi, Julio
KURZBESCHREIBUNG italienischer Maler
GEBURTSDATUM um 1500
GEBURTSORT Cremona
STERBEDATUM 5. März 1572
STERBEORT Cremona