
Glenmor (* 25. Juni 1931 in Maël-Carhaix; † 18. Juni 1996 in Quimperlé; geboren als Émile Le Scanff, auch bretonisch Milig ar Skañv genannt oder Émile Le Scanv) war ein französisch- und bretonischsprachiger Liedermacher und Schriftsteller und ein bretonischer Aktivist.
Émile Le Scanff wurde 1931 in dem kleinen bretonischen Dorf d’Ar Vouillen bei Maël-Carhaix geboren. Ab 1941 besuchte er die Sekundarschule in Quintin, wo er Latein, Griechisch und Theologie lernte und mit 17 Jahren die Abiturprüfungen ablegte. Nachdem er seinen Militärdienst in Paris absolviert hatte, erwarb er 1952 an der Universität Rennes einen Bachelor-Abschluss in Philosophie. Außerdem spielte er Dudelsack in der Kevrenn Rostren. In dieser Zeit beschäftigte er sich erfolglos damit, über Theaterproduktionen die bretonische Kultur wiederzubeleben. Danach reiste er durch Europa und kehrte 1954 in die Bretagne zurück. Dort begann er zu schreiben und zu komponieren.
Seine künstlerische Karriere begann im Oktober 1959 mit einem Liederabend in Paris, bei dem er vor einigen Anhängern mit Denise Mégevand an der Harfe auftrat. Von da an versuchte er, von seinen Liedern zu leben und interpretierte auch Texte von Armand Robin, René-Guy Cadou und anderen Dichtern. Er nahm den Künstlernamen Glenmor (bretonisch für „Land-Meer“) an, eine Vereinigung der Regionen Armor und Argoat. Nach Paris lebte er 1961 für mehrere Monate in Brüssel. Er traf auf Jacques Brel, der in dem Lied Le Moribond singt: „Adieu l'Émile, je vais mourir“ und lernte seine zukünftige Frau kennen, die bei ihrer Ankunft in der Bretagne den Namen Katell annahm. Danach produzierte er im Eigenverlag seine erste LP, den Mitschnitt eines Konzerts, das er im Frühjahr 1967 in der Mutualité in Paris gab. Dort gab er weitere Liederabende, von denen zwei von dem jungen Harfenisten Alan Stivell begleitet wurden.
Anfang 1969 erschien mit Cet Amour-là... seine erste kommerzielle Aufnahme bei Barclay Records, auf der er bei zwei Liedern von einer keltischen Harfe und bei fast allen anderen vom Orchester von François Rauber begleitet wurde. Eine weitere Barclay-LP aus dem Jahr 1971 war Hommage à Morvan Lebesque. Er verließ seine Pariser Plattenfirma und unterschrieb bei Le Chant du Monde, wo im März 1972 Vivre erschien, gefolgt von vier weiteren LPs.
Mit seinen Freunden Alain Guel und Xavier Grall war er an der Gründung der Éditions Kelenn beteiligt, wo er 1968 Le livre des chansons veröffentlichte, während Xavier Grall gleichzeitig Barde imaginé und anschließend La fête de la nuit herausbrachte. Anfang der 1970er Jahre gründete er mit denselben die Zeitung La Nation bretonne.
Als engagierter Künstler der bretonischen Bewegung bekräftigte Glenmor in seinen Liedern die bretonische Identität und die Besonderheiten der Bretagne. Er komponierte das Kan bale lu poblek Breizh (später umbenannt in Kan bale an ARB, Marschlied der bretonischen Revolutionsarmee).
1972 tourte er mit Léo Ferré durch die Bretagne. In Vivre nahm er alte Lieder wieder auf, darunter zwei, die er auf bretonisch geschrieben hatte (Viviana und Klemm Breizh-Izel), die von Katell mit einem Rezitativ auf Französisch begleitet wurden. Im April 1973 erschien Princes, entend bien... E dibenn miz gwengolo im Jahr 1977 enthielt neue Werke, sowohl auf Französisch als auch auf bretonisch.
1975 nahm er an den Dreharbeiten zu dem Film C’était un Québécois en Bretagne, Madame von Bernard Gosselin und Pierre Perrault teil, einer Produktion des Office National du Film du Canada.
In Mellionnec feierte er sein zwanzigjähriges Chansonjubiläum mit einem großen Fest und anschließend mit der Veröffentlichung einer Jubiläumsplatte: Tous ces vingt ans déjà. 1978 wurde er vom Armor Magazine zum „Bretonen des Jahres“ gewählt.
Im Juni 1979 trat er gemeinsam mit seinem Freund Jean Le Calvez, dem Herausgeber der Zeitung Combat Breton, in deren Redaktionsausschuss sie beide vertreten waren, in den Hungerstreik, um gegen die Verschiebung des Prozesses gegen mehr als zwanzig bretonische Aktivisten zu protestieren, die im Juli 1978 nach einem Anschlag auf das Schloss Versailles festgenommen worden waren. Sie forderten die Freilassung der politischen Gefangenen. Die Zeitung berichtet ausführlich über die Briefe der Gefangenen sowie über die Stellungnahmen zu ihren Gunsten. Dieser Moment bot die Gelegenheit, seine Mitgliedschaft in Argad Breizh zu bekräftigen. Gleichzeitig veröffentlichte er seinen Roman La septième mort bei Jean-Edern Hallier und nahm trotz gesundheitlicher Probleme an dessen Kampagne für die Europawahlen teil.
1990 beschloss er nach einem Konzert für das Fest der bretonischen Sprache in Carhaix, seine Musikkarriere zu beenden und sich dem Schreiben zu widmen. Im selben Jahr wurde er mit dem Hermelinorden ausgezeichnet.

Sechs Jahre später, am 18. Juni 1996, kurz vor seinem 65. Geburtstag, starb er an Krebs. Er wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof von Maël-Carhaix beigesetzt, wo mehr als 4000 Menschen an seiner Beerdigung teilnahmen. Auf dem Grabstein steht geschrieben:
« Und das ist mein Land, das Tal meiner Liebe. Émile Le Scanv (1931–1996) »

Seine Auftritte wurden begleitet und organisiert von:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Glenmor |
| ALTERNATIVNAMEN | Scanff, Émile Le; Scanv, Émile Le; Skañv, Milig ar |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller und Liedermacher |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1931 |
| GEBURTSORT | Maël-Carhaix |
| STERBEDATUM | 18. Juni 1996 |
| STERBEORT | Quimperlé |