Waldbreitbach

Wappen Deutschlandkarte
Waldbreitbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldbreitbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 50° 33′ N, 7° 25′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Rengsdorf-Waldbreitbach
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 6,39 km²
Einwohner: 1924 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 301 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56588
Vorwahl: 02638
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 076
Adresse der Verbandsverwaltung: Westerwaldstraße 32–34
56579 Rengsdorf
Website: www.waldbreitbach.de
Ortsbürgermeisterin: Monika Kukla (WfW)
Lage der Ortsgemeinde Waldbreitbach im Landkreis Neuwied
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Karte

Waldbreitbach ist eine Ortsgemeinde und ein staatlich anerkannter Luftkurort an der Wied im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach an.

Geographie

Geographische Lage

Der Ort liegt im Naturpark Rhein-Westerwald, rund 16 km nördlich von Neuwied und westlich der Anschlussstelle 36 der Autobahn A3.

Gemeindegliederung

Zur Ortsgemeinde Waldbreitbach gehören die Ortsteile und Wohnplätze: Heilstätte Antoniushaus, Gasbitze, Glockscheid, Gutshof, Kloster Marienhaus, Over, Rabental, Schloß Walburg, Wüscheid.

Geschichte

Originale Bildunterschrift: „Mit der Kutsche treffen Patientinnen in der Heilstätte Waldbreitbach ein“

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist für das Jahr 857 belegt, als mit der Schreibweise Bretpah die Grenze zur Kastorgemeinde Rengsdorf beschrieben wurde. In der nachfolgenden Zeit wurde stets von dem Tal Breitbach berichtet, worin – mit den Worten der Mechthild von Sayn – die beiden Breitbach sich ausgebildet hatten. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit wurde das heutige Waldbreitbach stets mit Breitbach bezeichnet, während mit dem Begriff „Walt“-Breitbach (Grefenbreitbach) das heutige Niederbreitbach gemeint war, weil ebendort der Sitz der Ver-Walt-ung war. Irrigerweise wird in der Vorstellung der Einwohner die Namensnennung mit Wald in Zusammenhang gebracht.

Im Urteil der Geschichtsforschung gehörte das Breitbacher Land in der Vor-Mechthild-Zeit zum Thüringischen Streubesitz am Rhein. Über den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Philipp I. von Heinsberg (1167–1191) kam dieses Land, um später entstandene Streitigkeiten zwischen Köln, Thüringen und Sayn zu beenden, als Heiratsgabe in die saynische Zuständigkeit. Mit dem Tode von Heinrich III. von Sayn (1202–1246), Gemahl der Mechthild, fiel nach turbulenten Erbauseinandersetzungen das Breitbacher Land im Jahre 1250 als Amt Neuerburg in die kurkölnische Oberhoheit zurück. Das Mittelalter ist gekennzeichnet durch sich ständig wiederholende kölnische Pfandschaften. Erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde unter dem Kölner Erzbischof Clemens August die Zeit der Pfandschaften beendet.

Der Erzbergbau nahm schon im Spätmittelalter ein beachtliches Ausmaß an. Der Deutsche Orden unterhielt mit dem Willen der Mechthild von Sayn in Waldbreitbach eine Komturei. Diese war ab 1313 dem Deutschmeister zu Mergentheim zugeordnet und ging 1602 auf die Ballei Koblenz über. Auch war der Orden der Patronatsherr der dortigen Pfarrkirche (Johannes Baptista, später Beata Maria Virgo). Im späten Mittelalter hatte zu Waldbreitbach ein weltliches Gericht das ursprünglich kirchliche abgelöst, das in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach einem großen Widerstand der Bevölkerung aufgehoben und nach Neuwied verlegt wurde. Die kurkölnische Zeit endete, als 1803 das Amt Neuerburg runkel-wiedisch wurde. Ab 1806 bis 1815 war das Land nassauisch, sodann preußisch. Der Ort Waldbreitbach öffnete sich vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Not mit der Wende zum 20. Jahrhundert bleibend dem Fremdenverkehr. Auch die durchgängig vorhandene Landwirtschaft bildete sich in den 1960er Jahren zurück. Im Jahr 2010 verblieben noch sechs Landwirtschaftliche Betriebe.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waldbreitbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

JahrEinwohner
1815406
1835744
1871803
19051.329
19391.591
JahrEinwohner
19501.401
19611.857
19701.841
19871.912
19972.118
JahrEinwohner
20051.957
20111.880
20171.826
20251.924

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Waldbreitbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFDPWfW *FWGGesamt
2024–7–9–16 Sitze
20195101––16 Sitze
2014511–––16 Sitze
200937––616 Sitze
200429––516 Sitze
* 
WfW: Wir für Waldbreitbach e. V.

Bürgermeister

Monika Kukla (Wir für Waldbreitbach) wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Waldbreitbach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 56,5 % gegen ihren Amtsvorgänger durchgesetzt.

Kuklas Vorgänger Martin Lerbs (CDU) hatte das Amt seit 2014 inne. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 70,85 % für weitere fünf Jahre als Ortsbürgermeister bestätigt worden. Vorgänger von Lerbs war Karl Willi Engels, der das Amt 15 Jahre ausübte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche Maria Himmelfahrt
Mühle an der Wied
Die Kreuzkapelle zwischen Waldbreitbach und Hausen (Wied)
Kreuzkapelle Hausen
Waldbreitbach, Kloster Marienhaus

Touristische Infrastruktur

Weihnachts- und Krippendorf Waldbreitbach

Permanente Krippenausstellung Waldbreitbach: Krippe aus Bolivien

Ausgelöst durch eine mittlerweile (Stand 2014) über 2200 Exponate umfassende Krippen-Sammlung und eigene Krippen-Gestaltungen des lokalen ehemaligen Hoteliers und Krippenbaumeisters Gustel Hertling begann in den späten 1990er Jahren ein überregionaler Weihnachtstourismus nach Waldbreitbach.

Vereine

Verkehr

Durch die Landesstraße 255 wird der Ort mit Neuwied und Neustadt (Wied) bzw. Asbach verbunden. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Neuwied und Neustadt/Wied an der Bundesautobahn 3.

Der nächstgelegene Bahnhaltepunkt befindet sich in Bad Hönningen an der rechten Rheinstrecke. Nordöstlich des Ortes verläuft die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main (nächste Bahnhöfe in Montabaur und Siegburg).

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Waldbreitbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Waldbreitbach – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Februar 2022[Version 2026 liegt vor.]. S. 51 f. (PDF; 3,3 MB).
  3. ↑ Urkunde: Best. 55 A 2, Deutscher Orden, Ballei Koblenz 204. In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research, abgerufen am 28. Januar 2024.
  4. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 19. Januar 2021.
  5. ↑ Waldbreitbach, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Waldbreitbach. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. September 2025.
  6. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  7. ↑ Öffentlicher Teil der Niederschrift über die Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates Waldbreitbach am 11.07.2024. In: RW-Direkt, Ausgabe 31/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 6. September 2025.
  8. ↑ Waldbreitbach, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. September 2025.
  9. ↑ Martin Lerbs soll weiterhin Bürgermeister bleiben. NR-Kurier, 25. November 2018, abgerufen am 14. März 2020.
  10. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 14. März 2020 (siehe Rengsdorf-Waldbreitbach, Verbandsgemeinde, letzte Ergebniszeile).
  11. ↑ Martin Lerbs Bürgermeisterkandidat der CDU. In: NR-Kurier. 30. Januar 2014, abgerufen am 14. März 2020.
  12. ↑ Pfarrkirche Waldbreitbach. Salzkörner, abgerufen am 19. Januar 2021.
  13. ↑ Kreuzkapelle Hausen. Salzkörner, abgerufen am 19. Januar 2021.
  14. ↑ Wied-Radweg. Abgerufen am 14. Januar 2023.
  15. ↑ Wied-Radweg. (PDF) In: vg-altenkirchen-flammersfeld.de. Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, 14. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2023.
  16. ↑ Auf dem Wied-Radweg durch herrliche Flusstäler radeln. Abgerufen am 14. Januar 2023.