| Wüste Gobi
戈壁 / 戈壁滩 / 戈壁沙漠
Говь | ||
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Felsen, Geröll und Kies prägen das Bild der Wüste Gobi, wie z. B. hier an der Bajandsag-Felsformation in der Mongolei. | ||
| Lage | ||
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| Koordinaten | 42° N, 103° O | |
| Fläche | 2.35 Millionen km² | |
China – Satellitenbild der NASA | ||
Die Wüste Gobi, oder kurz die Gobi (mongolisch Говь Gow, chinesisch 戈壁, Pinyin Gēbì), ist ein weiträumiges Trockengebiet in Zentralasien, in der Mongolei und der Volksrepublik China. Sie besteht aus zusammenhängenden, vielgestaltigen Wüsten- und Halbwüstenlandschaften. Charakteristisch sind insbesondere die extrem wasserarmen, meist steinigen und seltener sandigen Wüsten in China, sowie die lebensfreundlicheren, weiten Steppen in der Mongolei. Mit 2,3 Millionen km² ist sie eine der größten nichtpolaren Wüstenregionen der Erde.
Die Wüste Gobi ist ein riesiges Trockengebiet, das in mittleren Breitengraden auf dem Mongolischen Plateau im Innern des asiatischen Kontinents gelegen ist. Zu ihr gehören in Nordwest-China die zusammenhängenden Wüstenareale von Junggar Gobi, Gaxun Gobi, Alashan Shamo und Erdos Shamo, in der Süd-Mongolei die Trans-Altai-Gobi, sowie in der Südost- und Ost-Mongolei die Ost-Gobi bzw. Mongolische Gobi. Innerhalb dieser Wüstenregionen werden noch zahlreiche weitere Teilwüsten unterschieden. Grob umrissen wird sie von großen Gebirgsketten begrenzt. Das sind im Norden die Altai- und Changai-Gebirge, im Osten der Westrand der Da Hinggan-Gebirgskette, im Süden Qilian Shan und Bei Shan, im Westen die östlichen Ausläufer des Tian Shan. Nicht zur Wüste Gobi gehören die im Westen im Tarimbecken gelegenen Sandwüsten Kumtag, Lop Nor und Taklamakan. Diese sind zwar durch den Hexikorridor mit ihr verbunden, aber durch die Bergketten von Kuruktagh und Beishan von ihr getrennt.
Die Begrenzung der Wüste Gobi war lange Zeit nur vage definiert. Das Gebiet Xamo Desertum wurde zwar schon in einigen Karten aus dem 17. Jahrhundert als Streifen dargestellt, der klar begrenzt ist und von einer Reihe von Gebirgen umgeben wird, aber eine systematische Vermessung erfolgte erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Unter Anwendung moderner naturwissenschaftlicher Kriterien wie des NDVI-Vegetationsindex können in Satellitenaufnahmen Wüsten identifiziert werden. So wurde festgestellt, dass die Grenze der Wüste Gobi unter dem Einfluss von sich verändernden anthropogenen und klimatischen Faktoren jedes Jahr variiert. Für das Jahr 1982 ergab sich eine Fläche von 1,16 Millionen km², die in den folgenden Jahren leicht abnahm. Für 1988 wurde ein plötzlicher Anstieg auf 1,57 Millionen km² festgestellt. Danach nahm die Fläche wieder deutlich ab, jedoch ohne den alten Wert zu erreichen. Es wird angenommen, dass dies die Folge des El Niño in den Jahren 1982/1983 sowie eines besonders warmen Winters und Frühlings 1989/1990 war. Eine neuere Untersuchung mit Satellitenaufnahmen, die auch einen Ariditätsindex zur Definition des Wüstengebiets heranzieht, ergab einen wesentlich größeren Wert für die Fläche. Für den Zeitraum von 2000 bis 2012 betrug die durchschnittliche Fläche 2,35 Millionen km². Dabei variierte der Wert zwischen 2,08 Millionen km² im Jahr 2009 und 2,47 Millionen km² im Jahr 2012. Damit ist die Wüste Gobi nach der Sahara und den Arabischen Wüsten eine der größten nichtpolaren Wüsten der Erde.
| Die Gliederung der Wüste Gobi | |||
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| Wüstenregion | Teilwüste | Fläche km² | Niederschläge mm/a |
| Junggar Gobi (45° N, 88° O) | 48.800 | 70 – 150 | |
| Gaxun Gobi (42° N, 92° O) | 83.860 | ~20 | |
| Trans-Altai Gobi (44° N, 98° O) | Nomingyyn Gobi (44° N, 95° O) | < 100 | |
| Zahui Zarmangyyn Gobi (45° N, 96° O) | |||
| Shargyyn Gobi (46° N, 95° O) | |||
| Honin Usnyy Gobi (46° N, 93° O) | |||
| Khongoryn Els (44° N, 103° O) | 130 | ||
| Alashan Shamo (Alxa-Wüste) (40° N, 103° O) | Badain Jaran Shamo (40° N, 102° O) | 52.162 | 35 – 115 |
| Tengger Shamo (38° N, 104° O) | 76.845 | ||
| Ulan Buh Shamo (40° N, 106° O) | 24.422 | ||
| Galbyyn Gobi (43° N, 107° O) | |||
| Borzongyyn Gobi (42° N, 105° O) | |||
| Zag Suujyyn Gobi | |||
| Uushyyn Gobi | |||
| Erdos Shamo (39° N, 109° O) | Kubuqi Shamo (40° N, 109° O) | 26.984 | 240 – 360 |
| Mu Us Shadi (39° N, 109° O) | 55.683 | 250 – 400 | |
| Ost Gobi (44° N, 111° O) |
Ööshiin Els (45° N, 107° O) | ||
| Ööshiin Gobi (44° N, 109° O) | |||
| Dalay Els (44° N, 111° O) | |||
| Ar Jiremiïn Gobi (46° N, 112° O) | |||
| Hulun Buir Shadi (49° N, 119° O) | 29.200 | 250 – 350 | |
| Ujimqin Sandland (45° N, 116° O) | 26.017 | ||
| Otindag Sandland (42° N, 115° O) | 29.220 | 200 – 350 | |
| Horqin Shadi (43° N, 119° O) | 52.300 | 360 | |
| Hunshandake Shadi (43° N, 115° O) | 127.760 | ||
| Bayan Ondor (42° N, 110° O) | 105.184 | ||
Die Bejschan (auch Beishan) ist eine vor allem gebirgige Wüste, sie wird daher manchmal auch als Gebirge eingeordnet. Sie stellt eine Verknüpfung zwischen der Steppe Gobi im Osten und dem Tarimbecken im Westen dar.
Monod klassifizierte Bejschan als eigene Wüste, da hier bestimmte Tier- und Pflanzenarten vorkommen, und sie somit ein eigenes Ökosystem bildet. Dazu kommt die eigene geologische Struktur. Abgegrenzt wird das Gebiet im Süden durch das Nanschan-Gebirge, im Norden durch die mongolische Grenze, im Osten durch den Flusslauf des Edsin Gol, dahinter schließt sich die Alashan an.
Durch die Wüste verläuft heute eine Schnellstraße als Verbindung von Xinjiang mit dem östlichen China.
Die Alashan (auch Alaschan, mongolisch Alxa) ist eine Sandwüste südwestlich der Gobi, die in China mit den Teilwüsten-Namen Tengger (Tenggeli Shamo) und Badain Jaran (Badanjilin Shamo/Badan Jilin Shamo) bezeichnet wird. Sie wird im Süden durch die Verlängerung des Nanschan-Gebirges abgegrenzt, im Südosten durch den Gelben Fluss, im Osten durch das Alxa- bzw. Helan-Shan-Gebirge, nördlich davon wiederum durch den Gelben Fluss. Im Norden reicht sie bis an die mongolische Grenze, im Westen schließt sich die Bejschan an. Die Landschaft hat eine allgemeine Höhe von 1000 bis 1500 m. Im Badain Jaran liegt der Biluthu, der höchste Sandberg der Welt mit 1610 Metern Höhe.
Die Namensgebung ist umstritten, da manche Wissenschaftler den Begriff „Alashan-Gobi“ verwenden und sie als Teil der Gobi ansehen. Dabei soll „Gobi“ allerdings für die Form der Fels- und Geröllwüste stehen. Teilweise wird der Begriff Alashan selbst vermieden. Stattdessen wird die Region weiter in die Wüsten Badain Jaran und Tengger (mongolisch: „weiter Himmel“) unterteilt.
Laut dem Forscher Prschewalski ist die Alashan eine Ebene, die wahrscheinlich einmal das Bett eines großen Sees oder Meeres bildete. Er folgerte dies aus der ebenen Form der Region insgesamt und den Salztonebenen samt Salzseen in den tiefsten Teilen. Insbesondere in der Tengger-Wüste ist über hunderte Kilometer nichts als bloßer Sand zu sehen; daher auch die mongolische Bezeichnung „Tengger“ für weiter Himmel. Es gibt in der Alashan fast keine Oasen. Nahe den angrenzenden Gebirgen ist anstelle des gelben Sandes auch Kies zu finden.
Im westlichen Teil der Alashan gibt es Dünen, die bis zu 520 m hoch (Biluthu) sind und somit die höchsten Dünen der Erde darstellen. Von den 140 Salzseen, die zwischen den Dünen zu finden sind, gelten einige den Mongolen als heilig. Daher befinden sich hier auch lamaistische Klöster. Die Einwohner sind heute vor allem Han, Mongolen und Hui.

Die Gobi ist eine Wüste mit Kontinentalklima. In ihrem größten Teil, in der Mongolischen Gobi im Osten, herrscht ein Kaltes Steppenklima. Das geht westlich vom 110. Längengrad, ab in etwa der Ordos Shamo, in ein Kaltes Wüstenklima über. Weiter in Richtung Westen, ab dem 106. Längengrad, mit Beginn der Alashan Shamo nimmt die Höhe ab, es gibt kaum noch Vegetation und Sanddünen treten auf.
Die Gobi ist nicht die trockenste Wüste, aber diejenige mit den größten Temperaturunterschieden. Im Winter fallen die Temperaturen oft auf bis zu −30 °C und manchmal sogar bis auf −40 °C. Im Sommer erreichen die Temperaturen oft 35 °C im Schatten und Steinoberflächen erhitzen sich bis auf 65 °C oder mehr. Die Nächte sind allerdings immer kalt, während tagsüber die Mitteltemperaturen bei 20 bis 25 °C liegen.
Im Winter und Frühling kann es zu leichten Schneefällen kommen, die den Boden aber nur selten mit wenigen Zentimetern bedecken. Der Sommer ist die Regenzeit mit wenigen, aber oft sintflutartigen Regenfällen. Die Niederschläge erreichen höchstens 390 mm/a in der Ost-Gobi und nehmen nach Westen hin ab. Die Gaxun-Gobi ist der trockenste Bereich mit Niederschlagshöhen von annähernd nur 20 mm/a.


Die Bezeichnung Gobi wird mehrdeutig verwendet. Sie steht zum einen für das geographische Objekt Wüste Gobi, das heißt für ein konkretes Trockengebiet in Zentralasien, das eine irgendwie definierte Begrenzung hat und den Namen Gobi trägt. Zum anderen wird das Wort Gobi auch als geomorphologisches Synonym für Steinwüste benutzt, die ein beherrschendes Landschaftselement in der Wüste Gobi darstellt. Die zeitgenössische Geographie unterscheidet dabei in der Wüste Gobi neben Gobi für die steinigen Landschaften auch noch Shamo für die sandigen Landschaften.
Ursprünglich erhielten die innerasiatischen Wüsten ihre Namen durch die lokalen Minderheiten. In China wurden diese Bezeichnungen später aus den lokalen Sprachen in die chinesische Schrift transliteriert, oft unter Veränderung ihrer Bedeutung. Der chinesisch-mongolische Wüstengürtel war für frühe europäische Handelsreisende völlig unüberschaubar und schier endlos. Um von Vorderasien nach China zu gelangen, nahm die schwierige und gefahrvolle Durchquerung der sandigen Ebenen und kahlen Berge der „großen Wüste“, wie sie im 13. Jahrhundert von Marco Polo bezeichnet wurde, an ihrer schmalsten Stelle einen ganzen Monat in Anspruch. Die Mongolen nannten die Wüste Govi oder Kébé, was „wasserloser Ort“ bedeutete und der modernen Definition von Wüste nahekommt. Im 17. Jahrhundert fand die Bezeichnung Gobee A1 erstmals in europäischen Landkarten Erwähnung. Gleichzeitig, so nahmen es die Europäer wahr und notierten es in ihren Landkarten, wurde in China die Wüste Gobi auch als Sha-mo (沙漠) bezeichnet, was eigentlich Sandwüste bedeutet.
Allerdings wurde und wird in China und der Mongolei die Wüste Gobi stärker geographisch und geomorphologisch nach Teilwüsten differenziert und es werden gegebenenfalls andere Bezeichnungen benutzt. So wird, wenn es um die geomorphologische Einteilung geht, von gobi nur dann gesprochen, wenn mehr als 50 % der Fläche von losem unsortiertem Geröll und Kies mit 4 bis 64 mm Durchmesser bedeckt sind. Ein Beispiel für eine solche regionale geomorphologische Einheit ist die Junggar Gobi (准噶尔戈壁) am nordwestlichen Extrem der Wüste Gobi in China. Etwa 43,5 % aller chinesischen Wüstenflächen sind nach dieser Definition Gobi-Wüsten, also sinngemäß Steinwüsten. Die Junggar Gobi ist gleichzeitig ein Beispiel dafür, dass auch heute noch historisch bedingt verschiedene Namen in uneinheitlicher Schreibweise für dasselbe Gebiet verwendet werden. Sie ist auch bekannt als Gurbantünggüt-, Gurban Tunggut-, Dsungarische- oder Dzoosotoyn-Elisen-Wüste. A2
Handelt es sich um vom Wind angewehten Sand, der ausgedehnte Flächen oder kleine Dünen bildet, dann wird in China von shazhi huangmo (沙质荒漠 „Sandland“) gesprochen, wie zum Beispiel Hunshandake Shazhi Huangmo (浑善达克沙地, englisch „Hunshandake Sandy Land“, deutsch „Hunshandake-Sandland“) am östlichen Extrem der Wüste Gobi in China. 45,3 % aller chinesischen Wüstenflächen sind solche Sandwüsten. In der Mongolei heißen die Sandwüsten Els, wie z. B. das Dünenfeld Khongoryn Els.
Die verbleibenden Trockengebiete sind Steppen mit semistabilen oder stabilen Dünen und Sandflächen die in China mit shadi (沙堤) bzw. Sandland bezeichnet werden, wie zum Beispiel bei Horqin Shadi (科尔沁沙地), ebenfalls am östlichen Extrem der Wüste Gobi gelegen. 11,2 % aller chinesischen Wüstenflächen sind Steppen.
In der Gobi wurden viele bedeutende Fossilien, darunter auch Versteinerungen aus unterschiedlichen geologischen Epochen gefunden. Die meisten Funde von Sauriereiern und ganzen Nestern stammen von hier. In vergangenen Abschnitten der Erdgeschichte herrschten andere klimatische Verhältnisse mit üppiger Vegetation, die entsprechend gute Lebensbedingungen für Saurier boten.
Die Aridisierung Zentralasiens vollzog sich schrittweise im Verlauf des Känozoikums; die genaue Gewichtung der auslösenden Faktoren ist in der geowissenschaftlichen Forschung nach wie vor Gegenstand aktiver Debatten. Im Mittelpunkt steht die Kollision der Indischen mit der Eurasischen Platte: Die dadurch ausgelöste Hebung des Himalayas und des Hochlands von Tibet schirmt das Innere Asiens zusammen mit der extremen Binnenlage von feuchten Luftmassen ab.
Daneben spielten weiter nördlich gelegene Gebirge eine maßgebliche Rolle: Isotopenuntersuchungen am Nordrand der Gobi zeigen, dass die Hebung des Changai-Gebirges ab dem frühen Oligozän Feuchtigkeit aus Sibirien blockierte, während die Hebung des Altai ab dem späten Miozän die westliche Mongolei von Niederschlägen abschnitt. Lössablagerungen in China belegen, dass spätestens vor rund 22 Millionen Jahren ausgedehnte Staubquellgebiete im Inneren Asiens bestanden; als Ursachen gelten die Kopplung regionaler Tektonik mit der globalen Abkühlung. Da in den kontinentalen Sedimenten der Gobi weitgehend datierbare Vulkanascheschichten fehlen, bleibt die exakte korrelative Verknüpfung lokaler Sedimentationsbrüche mit globalen Klimaveränderungen eine methodische Herausforderung.
In der späten Kreidezeit (Santonium bis Maastrichtium, ca. 84 bis 66 Mio. Jahre) bestanden im Gebiet der heutigen Gobi nebeneinander äolische Dünenlandschaften sowie fluvial geprägte Fluss- und Seenbecken. Die Djadokhta- und die Barun-Goyot-Formation zeigen Ablagerungen eines ariden bis semiariden Klimas, während die jüngere Nemegt-Formation aus Sedimenten von Flüssen und Schwemmebenen aufgebaut ist.
Die Fundstellen der Djadokhta-Formation lieferten außergewöhnlich gut erhaltene Wirbeltierfossilien, häufig im vollständigen Skelettverband, darunter Dinosaurier wie Velociraptor, Protoceratops und Oviraptor sowie frühe Säugetiere. Die genauen taphonomischen Prozesse dieser Erhaltung werden wissenschaftlich diskutiert: Neben dem Ersticken in Sandstürmen wird vor allem die rasche Einbettung durch wassergesättigte Dünenrutschungen (*Debris Flows*) nach Starkregenereignissen als Ursache angenommen. Eine geochronologische Feinabstimmung der einzelnen Formationen beruht mangels absoluter Altersdaten nach wie vor primär auf biostratigraphischen Vergleichen.
Expeditionen des American Museum of Natural History unter Roy Chapman Andrews erreichten 1922 erstmals Bajanzag („Flaming Cliffs“) und bargen dort 1923 die ersten wissenschaftlich als solche identifizierten Dinosauriereier. Zwar wurden fossile Eierschalen bereits 1859 in Südfrankreich entdeckt, damals jedoch fälschlich riesenhaften Vögeln zugeschrieben.
Steinwerkzeuge aus Höhlenfundstellen wie Tsagaan Agui im Gobi-Altai belegen die Anwesenheit von Homininen seit dem Mittelpleistozän; die anthropogene Nutzung war jedoch nicht durchgehend, sondern von jahrtausendelangen Unterbrechungen während extrem arider Phasen geprägt. Mangels aussagekräftiger Fossilfunde ist die genaue Artzugehörigkeit der frühen Höhlenbewohner (ob späte Vertreter von Homo erectus, *Denisova-Menschen* oder frühe *Homo sapiens*) bislang ungeklärt.
Vom Ende des letzten glazialen Maximums bis zur Übernahme der Viehhaltung in der Bronzezeit besiedelten Jäger- und Sammlergruppen die Region. Ihre Steingeräteinventare sind durch Mikroklingen charakterisiert. Sie orientierten sich im frühen und mittleren Holozän vor allem an Oasen, Feuchtgebieten und temporären Seenlandschaften. Wie der klimatische und soziale Übergang von diesen Lokalkulturen zum mobilen Nomadismus im 2. Jahrtausend v. Chr. im Detail ablief, ist Gegenstand aktueller archäologischer Untersuchungen.
Ab dem späten 3. Jahrhundert v. Chr. gehörte die Gobi zum Herrschafts- und Durchzugsraum reiternomadischer Konföderationen wie der Xiongnu. Am Süd- und Südwestrand der Wüste verliefen durch den Hexi-Korridor wichtige Abschnitte der Seidenstraße mit Knotenpunkten wie Dunhuang. Im 13. Jahrhundert war die Gobi Kerngebiet des Mongolischen Reiches. Dessen Hauptstadt Karakorum lag nördlich der Wüste im Orchon-Tal; Ögedei Khan ließ sie ab 1235 befestigen und zum administrativen Zentrum ausbauen.
Im 20. Jahrhundert wurde die Gobi politisch geteilt. Nach dem Sturz der Qing-Dynastie erklärte die Äußere Mongolei 1911 ihre Unabhängigkeit. Auf eine Phase der Autonomie unter chinesischer Oberhoheit (ab 1915) und die chinesische Besetzung von 1919 folgte 1921 mit sowjetischer Unterstützung eine Revolutionsregierung; 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen, die 1946 von der Republik China anerkannt wurde. Der südliche Teil der Gobi blieb bei China; ein großer Teil davon gehört zum 1947 gegründeten Autonomen Gebiet Innere Mongolei. Der Verlauf der Staatsgrenze durch die Wüste wurde 1962 in einem Grenzvertrag zwischen der Mongolischen Volksrepublik und der Volksrepublik China festgelegt.
Seit dem späten 20. Jahrhundert stehen Umweltveränderungen und der Rohstoffabbau im Zentrum der regionalen Entwicklung. Die Gobi ist ein bedeutendes Quellgebiet der Sand- und Staubstürme („Asiatischer Staub“), die vor allem im Frühjahr auftreten und neben der Mongolei und Nordchina auch Korea und Japan betreffen. Um Desertifikation und Staubstürme einzudämmen, begann China 1978 mit dem bis 2050 angelegten Aufforstungsprogramm der „Grünen Großen Mauer“ (Drei-Norden-Schutzwaldsystem); wie viel es dazu beiträgt, ist umstritten. Die Ausdehnung der Wüste schwankt vor allem mit den Niederschlägen: Satellitendaten zeigen für die Jahre 2000 bis 2012 eine Schrumpfung der Gobi, was Berichten über eine fortschreitende, vom Menschen verursachte Desertifikation widerspricht.
In der mongolischen Süd-Gobi entwickelte sich seit den 2000er-Jahren ein intensiver Bergbau. Die 2001 entdeckte Kupfer- und Goldlagerstätte Oyu Tolgoi wird nach einem Investitionsabkommen von 2009 seit 2011 im Tagebau und seit 2023 auch untertägig abgebaut; das erste Konzentrat wurde 2013 produziert. Hinzu kommt der Kohlebergbau von Tavan Tolgoi. Die Minen decken ihren Wasserbedarf aus Grundwasser, das in der Region fast ausschließlich fossil ist und sich nicht erneuert. Oyu Tolgoi fördert aus dem tiefen Aquifer Gunii Hooloi und geht nach eigenen Angaben von keinen wesentlichen Auswirkungen auf flache Brunnen aus, während Hirten von sinkenden Brunnenständen berichten. Eine Untersuchung im Umfeld der Mine konnte den Einfluss des Bergbaus auf das oberflächennahe Grundwasser mangels Ausgangsdaten nicht bestimmen, hält aber fest, dass die Quelle Bor Ovoo durch den Bergbau versiegt ist.
In der Wüste Gobi und den umliegenden Regionen sind zahlreiche Tierarten anzutreffen, darunter Wölfe, Dschiggetai, Kropfgazelle, Gerbil und Steppeniltis. Es gibt auch noch einige Schneeleoparden.
Die Wüste beherbergt einige an Trockenheit angepasste Sträucher und Gräser. Das Gebiet ist allerdings gegen Beweidung und Fahrzeuge sehr anfällig. Menschliche Einflüsse sind vor allem im östlichen Teil größer, wo auch mehr Regen fällt und sich Viehhaltung lohnt. In der Mongolei wurde das Grasland in letzter Zeit durch den größeren Anteil von Ziegen in den Viehherden zurückgedrängt. Die Ziegen liefern wertvolle Kaschmirwolle, reißen aber im Gegensatz zu Schafen das Gras mit der Wurzel aus. Die qualitativ hochwertige Kaschmirwolle ist ein Hauptexportgut der Mongolei und wird fast zu 100 % von großen chinesischen Textilunternehmen abgenommen. Da diese Produktionssteigerung nicht nachhaltig vorangetrieben wurde, gilt das Ökosystem als extrem gefährdet. Seit die Viehherden in den 1990er Jahren privatisiert wurden, gibt es auch die staatliche Kontrolle der Weideflächen nicht mehr.
In der Volksrepublik China stellt Desertifikation ebenfalls ein gravierendes Problem dar, nicht zuletzt, da es in Form von Sandstürmen auch dichter besiedelte Gebiete wie Peking betrifft. In der Inneren Mongolei versucht man, gegen die Überweidung durch großflächige Absperrungen von Weideland und Umsiedlungen vorzugehen. Außerdem werden vor allem entlang von Verkehrslinien breite Schutzpflanzungen (Chinas Grüne Mauer) angelegt, um die Auswirkungen von Sandstürmen zu begrenzen.