| Film | |
| Titel | God Is Shy |
|---|---|
| Originaltitel | Dieu est timide |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 16 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Jocelyn Charles |
| Drehbuch | Jocelyn Charles |
| Produktion | |
| Musik | Pauline Rambeau de Baralon (P.R2B) |
| Besetzung | |
| |
God Is Shy (OT: Dieu est timide) ist ein französischer Animations-Kurzfilm von Jocelyn Charles aus dem Jahr 2025. Die Horror-Groteske erhielt zahlreiche Nominierungen.
Die beiden Illustratoren Ariel und Paul sitzen in einem Zugabteil zusammen und machen einige Fingerübungen. Sie wollen ihre jeweiligen Ängste malen. Paul beginnt mit einem Scherz, stellt dann aber einen sehr ernsten Alptraum dar: Er droht in einem undurchsichtigen Meer. Da taucht seine Mutter aus dem Waser auf und beißt ihn in den Hals. Ariel dagegen sitzt auf der Toilette, als hinter dem zugezogenen Duschvorhang eine Frauenstimme zu hören ist. Sie zieht den Duschvorhang zurück und dahinter kommt eine Frau in der Badewanne zum Vorschein. Die Szene erinnert Paul an Shining (1980).
Kurz darauf steigt eine ältere Frau zu. Diese erkennt sich in den beiden Zeichnungen wieder. Sie erzählt anschließend eine Geschichte: Ihr Mann Eugene und sie sind seit 50 Jahren verheiratet. Ihr Mann vergisst sehr viel, was keine organische Ursache hat. Er hat all ihre Urlaube vergessen, doch im Schlaf spricht er darüber. Seine Frau begann im Internet zu recherchieren und nutzte Hypnose, um an seine Erinnerungen zu gelangen. Jedoch beschwor sie damit etwas anderes herauf und konnte auch Fragen zu Dingen stellen, von denen ihr Mann nichts wusste. Als sie begann, immer tiefsinnigere Antworten nach dem Sinn des Lebens zu stellen, warnte sie eine göttliche Stimme, dies nie wieder zu tun. Sie hörte jedoch nicht auf die Warnung. Bei dem folgenden Zwischenfall zwingt sie die Macht dazu, ihrem Mann die Zunge abzuschneiden, so dass er ihr nichts mehr offenbaren kann.
Es dürstet ihr weiterhin nach Antworten und sie beginnt nun Paul zu hypnotisieren, der in Tränen ausbricht, den Zug zum Stehen bringt und sich in einem nahegelegenen Fluss ertränkt.
God Is Shy ist das Regiedebüt von Jocelyn Charles. Die Horrorgeschichte ist im Wesentlichen inspiriert von den Werken Ari Asters, insbesondere von dessen letzten Film Beau Is Afraid sowie von Jordan Peele. Die Animationen sind vom japanischen Anime-Stil inspiriert, vor allem von Hayao Miyazakis Prinzessin Mononoke und Akira Toriyamas Dr. Slump.
Seine Premiere hatte der Film am 19. Mai 2025 im Rahmen der Kritikerwoche bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025. Er war dort für den Leitz Cinde Discovery Prize nominiert.
Der Kurzfilm wurde generell von der Kritik sehr wohlwollend aufgenommen und wurde bei verschiedenen Festivals für diverse Preise nominiert.
Auf Ubiquarian schrieb Laurence Boyce: „Sein Erfolg – abgesehen davon, dass es sich um eine großartige technische Leistung handelt – ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass der Film trotz aller genretypischen Elemente etwas von der Stimmung der heutigen Zeit einfängt: dass es trotz all unseres wissenschaftlichen und historischen Verständnisses immer noch Dinge gibt, die sich unserem Verständnis entziehen und – was vielleicht noch beängstigender ist – völlig außerhalb unserer Kontrolle liegen.“
Der Kurzfilm war 2026 für einen César in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert. Beim Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand gewann er den Grand Prix der Lab Competition. Beim Zagreb Film Festival wurde er für die Shortlist 2027 nominiert.
Beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm war er für den mephisto 97.6 Audience Awaward nominiert. Beim Film Fest Gent war er ebenfalls nominiert.