Golif bei der Realisierung von Der Beobachter, 2015Character, Acryl auf Leinwand, um 2020Der Beobachter vom Hubschrauber aus gesehen, 2016Agrarspeicher in Korneuburg, 2017Hauswand am Gürtel, Wien 17. Bezirk, 2019 Bei der Arbeit in der Anschützgasse, Wien 15. Bezirk, 2015
Charakteristisch für Golifs einprägsamen Stil ist seine ausdrucksstarke, dynamische Strichführung. Dadurch erinnern viele seiner Arbeiten an ostasiatische Kalligraphie oder auch an düstere Grafik-Novels. Dargestellt werden fast ausschließlich charakteristische Gestalten und Gesichter mit stoischer Miene. Sie sind Sinnbild für das Unbekannte und Anonyme, das dem Künstler in den Menschen der Großstadt begegnet.
Zur Streetart-Szene hat Golif ein ambivalentes Verhältnis. Sein Œuvre lässt sich unter der Definition eines klassischen Künstlers, der in seinem Werk Grafik, Malerei und Skulptur verbindet, besser verorten. Dennoch arbeitet er teilweise in jenem Raum, der traditionell der Streetart zugesprochen wird.
Weitere Schnittstellen mit Streetart-Künstlern finden sich in seinem besonderen Bezug zum öffentlichen, urbanen Raum und seinen Spannungsfeldern.
Technisch ist sein Schaffen äußerst vielfältig. Es reicht von Kartonobjekten und Grafiken, über humorvolle Übermalungen unterschiedlicher, teilweise exotischer Druckerzeugnisse bis zu großformatigen Arbeiten auf klassischer Leinwand. Schwarze Tusche, die seinen prägnanten Strich ermöglicht, ist vorherrschend. Viele Gemälde haben aber auch einen großflächigen, in kräftigen Tönen gehaltenen Farbauftrag.
Die überdimensionalen Arbeiten im öffentlichen Raum entstehen sowohl mit Pinsel und Rolle, als auch mit dem Airless-Gerät.
Werke im öffentlichen Raum
„Der Beobachter“, realisiert 2016, ist Golifs aufwändigstes Werk. Es handelt sich um eine Bodenarbeit mit einer Fläche von etwa sechs Fußballfeldern. Ist man vor Ort, erkennt man lediglich schwarze und weiße Felder. Fünf Tonnen Farbe hat der Künstler dabei verarbeitet. Durch die enorme Größe lässt sich das Riesengemälde am besten vom Weltall aus erfassen.
Eine großflächige Weiterentwicklung seiner charakteristischen Figuren findet sich in seinen 2.500m² großen Wandgemälden am Agrarspeicher in Korneuburg, Niederösterreich. 2017 fertigte Golif an zwei Seiten eines landschaftsprägenden Betonturmes aus den 1970er-Jahren innerhalb von vier Wochen zwei Figuren, die im Gegensatz zum „Beobachter“ von ihrer monumentalen Standhaftigkeit und Farbgebung leben. Das Werk kann von der Donauufer Autobahn (A22) aus betrachtet werden.
Zwei weitere Interventionen im öffentlichen Raum finden sich am Wiener Gürtel. Im 15. und 17. Bezirk schuf der Künstler im Jahr 2019 zwei jeweils 15×25 Meter große Wandgemälde an leeren Hauswänden. Die Werke sind durch ihre prominente Platzierung für alle Teilnehmer des Straßen- und Stadtlebens wahrnehmbar.
Weitere Projekte im öffentlichen Raum (Auswahl)
Anschützgasse, Wien, 2015
Rochusmarkt, Wien, 2018
Sonnenallee-Hermannplatz, Berlin, 2018
Naschmarkt, Wien, 2018
Hörtnagelstraße, Tirol, 2019
Aspern, Wien, 2020
Ottilie-Bondy-Promenade, Wien, 2020
Illustrationen für die November-Ausgabe von santementale.fr, 2020
Breitenfurther Straße, Wien, 2021. Das Objekt erhielt den Architekturpreis „gebaut 2021“
Grinzinger Alle, Wien, 2021. Zusätzlich zur Gebäudefassade des „Almdudler“-Firmensitzes gestalteter der Künstler auch eine „Golif Edition“ der ikonischen Limonade-Flasche.
„Der Riese von Santre“ Hotelprojekt, Brixen, 2022
Velden, Österreich, 2023
Ausstellungen
2014: Solo Exhibition, KMG Art Gallery/Wien
2015: Solo Exhibition, Tojner Collection/Wien
2015: Skulpturengarten Summerstage with Hans Kupelwieser/Wien
2015: Young Art Auction by Sothebys in the Albertina/Wien
2016: Goldenes Quartier/Wien
2016: Golif Observed, Solo Exhibition, KMG Art Gallery/Wien
2017: Group Exhibition, E/AB Fair, The Tunnel/New York
2017: Creau Advent. Tag der Abschaffung der Sklaverei/Wien
2018: Solo Exhibition, Galerie LeContainer/Nizza
2018: Street Dreams, Group Exhibition, Le Docks Village/Marseille
2018: Group Exhibition, Galerie LeContainer/St. Tropez
2018: GOLIF, Loos Haus/Wien
2018: Luxembourg Art Fair/Luxemburg
2018: St. Art/Strasbourg
2018: YIA Art Fair/Paris
2019: Antibes Art Fair/Antibes
2019: GOLIF, KMG Art Gallery/Wien
2019: Take Over, Group Exhibition Wien Museum/Wien
2019: Golif Solo Show, Galerie LeContainer/Nizza
2019: St. Art/Strasbourg
2020: Installation beim Thiem's Seven Tennisturnier/Kitzbühel
2021: Die GOLIF Soloausstellung, Take a Butcher’s Gallery/Düsseldorf
2021: In Situ, Galerie LeContainer/Aix-en-Provence
2022: Finding Forte Gruppenausstellung, designforum/Wien
2023: Millstart, festival for contemporary art, Millstatt, Österreich
2023: GOLIF x Hamburg – Solo Show, URBANSHIT GALLERY, Hamburg
2023: GOLIF – Favorit Place, ehemalige Burghardt KFZ Werkstatt, Wien
Literatur
Thomas Grötschnig. Street Art Guide Vienna. Vienna Murals, Wien 2017.
Thomas Grötschnig. Street Art Guide Vienna. Volume 2. Vienna Murals, Streetartbooks.eu, Wien 2017, ISBN 978-3-9504716-3-2.
Karina Karadensky, Christina Koblitz, Take Over. Vienna Street Art Now, Verlag für Moderne Kunst, Wien 2019, ISBN 978-3-903320-41-3.
Peter Doujak (Hrsg.), David Staretz, Jan Svenungsson, Tanja Prušnik, KP Flügel. GOLIF 13-23. Drava Verlag, Klagenfurt 2024, ISBN 978-3-99138-092-4.